Zweiter Streiktag in Berlin – GEW: Wir können dem Finanzminister den Sommer verderben

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BERLIN. Auch am zweiten Tag hintereinander folgten tausende angestellte Berliner Lehrkräfte dem Streikaufruf der GEW. Trotz Regenschauer streikten nach Gewerkschaftsangaben rund 3.500 Pädagogen. Zu Fuß und mit dem Fahrrad demonstrierten sie für einen verlässlichen Tarifvertrag und eine gerechte Bezahlung. „Streikbereitschaft und Kondition unserer Kolleginnen und Kollegen sind sehr überzeugend. Diese zwei Streiktage sollten dem Finanzsenator vor Augen führen, dass wir ihm einen sehr ungemütlichen Sommer bescheren können, wenn er unsere Forderungen weiter ignoriert“, sagte Doreen Siebernik, Vorsitzende der Berliner GEW, auf der Abschlusskundgebung.

Die angestellten Lehrkräfte erhöhen den Druck auf den Berliner Finanzsenator. Foto: GEW
Die angestellten Lehrkräfte erhöhen den Druck auf den Berliner Finanzsenator. Foto: GEW

Zwei parallele Demonstrationszüge zogen durch die Stadt: Eine Fahrraddemo startete vom Velodrom und eine Fußgängerdemo am Potsdamer Platz. Gemeinsamer Treffpunkt war der Alexanderplatz. Vor dem Roten Rathaus wies die GEW-Vorsitzende darauf hin, dass sich inzwischen fast alle Berliner Parteien mit dem Protest der Lehrkräfte solidarisierten. „Egal ob Grüne, Linke oder Piraten, egal ob CDU oder FDP – alle zeigen Verständnis für die Lage der angestellten Lehrkräfte. Nur die SPD-Senatorinnen und -Senatoren scheint das nicht zu interessieren“, ärgerte sich Siebernik.

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Mit dem Verweis auf den Arbeitgeberverband TdL versuche sich der Finanzsenator aus der Verantwortung zu stehlen. „Seit letzter Woche ist Herr Kollatz-Ahnen zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden der TdL. Und da will er uns ernsthaft weismachen, keinen Handlungsspielraum für einen Berliner Kompromiss zu haben? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“, betonte Udo Mertens, Tarifexperte der GEW Berlin. Die Gewerkschaft hatte dem Senat bereits Ende April konkrete Vorschläge für einen Kompromiss unterbreitet.

„Die angestellten Lehrkräfte fordern Sicherheit durch einen Tarifvertrag und gleiches Geld für gleichwertige Arbeit. Angestellte Lehrkräfte haben einen Anspruch auf die gleiche Entlohnung wie Beamte. Grundschullehrkräfte sollen endlich so bezahlt werden wie ihre Kolleginnen und Kollegen an Sekundarschulen“, so heißt es in einer Pressemitteilung der GEW. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr legten die angestellten Lehrkräfte ihre Arbeit nieder. Am Vortag hatten nach GEW-Angaben mehr als 4.000 Pädagogen für „ihr Recht auf einen Tarifvertrag“ demonstriert. N4t

Zum Bericht: Jeder vierte angestellte Lehrer im Warnstreik – GEW: SPD soll sich an ihre eigenen Grundsätze erinnern

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