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Erziehungswissenschaftler zum Rechtspopulismus: „Es macht sich eine deutlich erkennbare Brutalisierung des Umgangs breit“

FRANKFURT / MAIN. Klaus-Peter Hufer, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen mit dem Schwerpunkt „Bildung gegen Rechtsextremismus“, hat rechtspopulistische Strömungen analysiert – und appelliert an Bürger, sich den platten Parolen entgegenzustellen. „Wenn man die neuen Studien betrachtet, kommt das aus der Mitte der Gesellschaft heraus. Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich jeder Einzelne dagegen einsetzt“, sagt er in einem Interview mit FAZ.net.

"Mischpoke": Schild eines Demonstranten auf einer Pegida-Veranstaltung am 5. Januar in Dresden. Foto: Metropolico / flickr (CC BY-SA 2.0)

„Mischpoke“: Schild eines Demonstranten auf einer Pegida-Veranstaltung am 5. Januar in Dresden. Foto: Metropolico / flickr (CC BY-SA 2.0)

Hufer, der aktuell ein Buch mit dem Titel „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ (Wochenschau Verlag, 10 Euro) veröffentlicht hat, erkennt ein Grundmuster rechtspopulistischer Behauptungen: „Immer sind geheimnisvolle Kräfte am Werk – ‚die Ausländer‘, ‚die Rot-Grünen‘. Es entsteht der Eindruck, es sei eine Verschwörung im Gange, die das Ziel hat, die Tradition, die Kultur, die Werte und letztlich die Bundesrepublik zu zerstören. So ein Weltbild hält kritischen Nachfragen nicht stand, weil es keine konkreten Anhaltspunkte dafür gibt“, so sagt er laut FAZ. Rechtspopulistische Einstellungen verbinde, dass sie auf Politikverachtung basieren. Fremdenfeindlichkeit sei ein weiteres typisches Kriterium solcher Argumentationen.

Hufer im Interview: „Wer solche Positionen vertritt, verfügt über ein entsprechend autoritäres und abgeschottetes Weltbild. Im Kern hat Rechtspopulismus psychologische Ursachen. Manche Menschen sind mit Einstellungen und Meinungen überfordert, die von ihren eigenen abweichen. Dafür ist eine vorurteilsbeladene Einstellung Voraussetzung, und diese Vorurteile sind in erster Linie dazu da, um sich bestätigt zu sehen.“

Das Internet spiele eine große Rolle bei der aktuellen Welle von Rechtspopulismus in Europa und den USA und, überhaupt, bei der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. „Das Internet gibt den Schutz der Anonymität, es gibt spontane Möglichkeiten, es erweckt den Eindruck, mit einigen wenigen Klicks könnte man eine große Wirkung erzeugen und vor allen Dingen: Im Internet ist die Distanz, die es unter Umständen noch im Vis-A-Vis-Gespräch gibt, nicht mehr vorhanden“, erklärt der Erziehungswissenschaftler. „ Stattdessen wird unverhohlen anonym reingehauen und es macht sich eine ganz deutlich erkennbare Brutalisierung des Umgangs breit. Das ist aber kein isoliertes Phänomen, das sich auf rechtsextremistische oder rechtspopulistische Äußerungen beschränkt, sondern scheint auch ein gesamtgesellschaftliches Problem zu sein.“

Gleichwohl appelliert er an andersdenkende Bürger, argumentativ dagegenzuhalten. Huber: „Es ist schwierig, jemanden zu überzeugen, aber die langfristige Wirkung ist nicht ausgeschlossen. Gespräche können, das ist wissenschaftlich bewiesen, weit über ihr Ende hinaus eine Wirkung haben. Außerdem können unentschiedene Beisitzer vielleicht noch überzeugt werden.“

Hier geht es zu dem Interview.

 

 

48 Kommentare

  1. Sehr geehrte/r MMeier,

    wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Wir bitten Sie, Beleidigungen zu unterlassen.

    Die Redaktion

    • Was auch immer.

    • Vermutlich wäre meine Reaktion auch gelöscht worden.

    • mehrnachdenken

      Gibt es zu dem „Populismus“ – Begriff auch eine Bezeichnung für die Politik der Regierung und wie darüber recht wohlwollend im Großteil der Medien berichtet wird?
      Gut, dass es noch Quellen gibt, durch die ich mich als interessierter Bürger umfassend und differenziert informiert fühle.
      Wenn ich hier meine ehrliche Meinung zu dem Professor und seinen „geistigen Ergüsssen“ äußern würde, wäre auch dieser Kommentar blitzschnell verschwunden.
      Es ist für mich immer wieder erstaunlich, nach welchen Kriterien die Redaktion Beiträge durchwinkt oder löscht.

  2. Fakten des Verfassungsschutzberichts:

    1) Es gab 2015 mehr links- als rechtsextremistische Gewalttaten, nämlich 1.608 gegenüber 1.408.

    2) Der Anstieg bei den politisch motivierten Gewalttaten war „links“ mit 62 Prozent deutlich höher als „rechts“ mit 42 Prozent.

    3) Es sind deutlich mehr potenzielle linksextremistische Gewalttäter unterwegs als rechtsextremistische (26.700 gegenüber 22.600).

    Dass immer nur der Rechtsextremismus bzw. -populismus in den Fokus gerückt wird, fällt auf und ist wohl nur mit dem einseitigen Blickwinkel vieler Journalisten zu erklären. Warum haben große Teile der Medien so große Schwierigkeiten, Gleiches gleich zu behandeln?
    Es geht in jedem Fall um fragwürdiges Verhalten oder gar um Verbrechen, ganz gleich ob diese völkisch oder rassistisch begründet werden oder als edler Kampf gegen Ausbeutung und für eine gerechtere Gesellschaft.
    Gesinnungsbeurteilung und -justiz waren noch nie ein gutes Zeichen für den Zustand von Staat und Gesellschaft. Dass die Zahlen des Verfassungsschutzberichtes in den Medien fast ausschließlich reduziert wurden auf den Anstieg der rechtsmotivierten Straftaten, gibt ebenso zu denken wie die grundsätzliche Vernachlässigung von Linkspopulismus und dessen Gefahren.
    Bei n4t habe ich noch nie etwas über Bedrohungen und Gefahren von links gelesen. Ist mir da etwas entgangen oder gab es nichts zu lesen?

    • Sie haben Recht, mestro, politische Gewalt ist in jedem Fall verurteilenswert. In dem Beitrag oben geht es aber nicht in erster Linie um die Entwicklung von Gewalttaten. Es geht um die zunehmende Propaganda in der Öffentlichkeit, vor allem im Internet (woraus sich junge Menschen informieren). Und diese „enthemmte Hetze im Internet“ (Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen) betrifft vor allem den Rechtspopulismus.

      Aus der „Zeit“: „Der Verfassungsschutz warnt in seinem Bericht vor einer ‚zunehmenden Anschlussfähigkeit‘ des Rechtsextremismus zur Mitte der Gesellschaft. In Teilen der Bevölkerung gebe es eine ‚Akzeptanz von Gewalt und Militanz‘. Im Zuge der Flüchtlingskrise habe sich zudem eine ‚Anti-Asyl-Agitation‘ entwickelt, die sich vor allem in ‚enthemmter Hetze im Internet‘ zeige. ‚Zunächst rein virtuelle Gruppen festigen und radikalisieren sich im Internet, um später Aktionen in der Realwelt durchzuführen‘, heißt es in dem Bericht. Die Mehrzahl der Täter sei zuvor nicht in rechtsextremistischen Zusammenhängen in Erscheinung getreten.“

      Im gleichen Bericht wird übrigens auch auf die Gewaltentwicklung in beiden radikalen Lagern eingegangen. „Extremistische Szenen – ganz gleich welcher Ausrichtung – haben in Deutschland Zulauf“, so wird der Bundesinnenminister zitiert. Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-06/verfassungsschutzbericht-2015-thomas-de-maiziere-verfassungsschutz-hans-georg-maassen

      Herzliche Grüße

      Andrej Priboschek
      Herausgeber News4teachers

      • Danke für Ihre ausführliche Antwort, Herr Priboschek. Ich denke, wir sind uns einig, dass Propaganda und Hetze die Vorboten von Gewaltakten sind.
        Für mich ist daher logisch, dass die Zunahme von Gewaltakten auch eine Zunahme der Vorboten bedeutet, sowohl rechts wie links.
        Das Kleinreden oder sogar Verschweigen dessen, was an linker Propaganda stattfindet und die alleinige Konzentration auf die rechte Seite, ist für mich beunruhigend und ärgerlich. Da tut sich zunehmend eine Sicherheitslücke auf, die von den Medien und der Politik im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen wird.
        Es genügt nicht, immer nur zu sagen, „politische Gewalt ist in jedem Fall verurteilenswert“, wenn das in der Realtät dann nur einseitig geschieht und dem linken Lager durch Schweigen falsche Toleranz signalisiert wird nach dem Motto: Was ihr macht ist zwar auch nicht gut, aber wirklich schlimm sind nur die Rechten.“
        Solche Schieflagen senden eine verheerende Botschaft aus.
        Hat denn nun n4t auch schon mal linke Propaganda, Hetze und Gewalt thematisiert oder ist mir da etwas entgangen?

  3. Sehr geehrte/r mestro,

    ich habe selbst auch schon auf News4teachers eine Analyse veröffentlicht, die sich mit dem Problem der „Hass-Kultur“ grundsätzlich beschäftigt – und dabei Linksradikalismus und Islamismus ausdrücklich nicht ausnimmt:

    http://www.news4teachers.de/2015/10/was-wir-jetzt-brauchen-eine-bildungs-offensive-gegen-die-hass-kultur/

    Und natürlich haben wir in aktuellen Kontexten immer wieder auch über Gewalt von Linksradikalen berichtet – zum Beispiel hier: http://www.news4teachers.de/2015/10/demonstration-gegen-sexuelle-vielfalt-im-unterricht-linksradikale-stoeren-friedlichen-protest-tumulte/

    Herzliche Grüße

    Andrej Priboschek

    Herausgeber News4teachers

  4. @mehrnachdenken
    Oh ja, den kenne ich. Obwohl mich schon lange die Schieflage in der Berichterstattung stört, hat mir heute Müller-Vogg mit seinem Artikel sogar den Anstoß zu meinen Kommentaren gegeben.

    Kennen Sie auch den aktuellen Artikel “Der linke Rassismus” von Prof. Adorján F. Kovács?
    Am Schluss heißt es dort: “Ja, es handelt sich bei diesen jungen Linken um einen Deutschland und das Eigene hassenden, multikulturell denkenden, linken „Nazi“-Typus, um eine neue Art Linksfaschismus, der seinen eklatanten Rassismus nicht auf „People of Color“, die geliebt, und Juden, die toleriert werden, sondern unter anderem auf die Weißen und die Alten projiziert hat, die in einer Weise gehasst werden, die nach allen eingangs genannten Kriterien nur rassistisch genannt werden kann.”

    • mehrnachdenken

      @mestro
      Danke für den Hinweis. Nein, den Autor kenne ich nicht. Aber die öffentliche Schuldzuweisung in Richtung „Alte“ in Bezug auf den Brexit stützt ja in gewisser Weise seine These.

  5. Vor ca. 1 Stunde ist das Fußballspiel der deutschen Mannschaft gegen die französische zu Enden gegangen. Natürlich habe ich die Daumen für unsere Mannschaft gedrückt, habe zwischendurch aber die französische Nationalhymne gemeinsam mit den Zuschauern mitgesungen, die ich noch aus der Schulzeit kenne. Wie schön ist es doch, voller Freude Nationalhymnen mitzusingen.
    Nach Ausschaltung des Fernsehers beschäftigte mich weniger das verlorene Spiel als die Frage, ob es wohl denkbar wäre, dass von deutschen Rängen fröhlich und begeistert die deutsche Nationalhymne gesungen wird. Mein Fazit: Nein, ist es nicht.
    Heute Nachmitag erst las ich wieder, dass die Wissenschaftlerin einer deutschen Uni vor dem Gebrauch unserer Nationalfahne anlässlich der Europameisterschaft gewarnt hat. Das könne rechtes Gedankengut und den Nationalismus in unserer Gesellschaft fördern, war die Begründung.
    Wie krank und pervers ist unsere Gesellschaft eigentlich, frage ich mich allmählich, dass wir so etwas glauben und wahrscheinlich noch für gut und richtig halten.
    Icvh wusste nicht, wo ich meinen spontanen Beitrag bei news4teachers unterbringen sollte, also habe ich es einfach hier getan.

    • Ja wnn denn die deutsche Nationalhymne gesungen würde und nicht die erste Strophe des „Liedes der Deutschen“, die Deutschland über alles stellt. – Aus Sicht des 19. Jahrjunderts verständlich, aber anschließend wurde der Gedanke für 1000 Jahre pervertiert.

      Bundesdeutsche Trikolore wäre ebenfalls in Ordnung, nur die meisten verwenden lieber die Dienstfahne der BW.

      • die deutsche Nationalhymne finde ich aber im Gegensatz zur französischen oder englischen Hymne auch für wenig geeignet zum einfach so singen.

        übrigens gab es den fanmüll (fanartikel für extrem wenig Geld) erst seit der euro 2004 oder wm 2006. nationalbewusstsein wird hierzulande noch immer zu sehr mit der ns-zeit identifiziert.

        • Overhead – der normale Bürger der Bundesrepublik ist Bayer, Schwabe, Franke, Badenser, Holsteiner oder was auch immer.

          Es gibt auch keine Nordrhein-Westfalen, es gibt Sauerlämder; Lipper, Siegerländer, Rheinländer und Westfalen – um nur einige zu nennen. Und der gemeine Ruhri ist aus’m Pott; der Essener wird nicht sagen er sei Rheinländer, der Gelsenkirchner wird sich nicht als Münsterländer und er Bochumer nicht als Sauerländer bezeichnen, obwohl E zum Reg.-Bez. D, GE zum Reg.-Bez. MS und BO zum Reg.-Bez. Arnsberg gehört.

          Erst außerhalb des Staatsgebietes mutiert er zwangsläufig zum Deutschen, weil sein Pass das so vorgibt.

      • „Ja wnn denn die deutsche Nationalhymne gesungen würde und nicht die erste Strophe des “Liedes der Deutschen”, die Deutschland über alles stellt.“

        Wenn sie das schon stört, dann tun sie sich erst Recht nicht die französische Hymne an, denn bei den ganzen „ausländischen Gesindel“, dessen „unreines Blut“ die „Furchen“ „tränkt“, „sterbende Feinde“, die „niedergemacht“ werden und den „Sieg“ und „Ruhm“ der Franzosen vor ihrem Ableben erleben dürfen usw. würden sie wohl einen Herzinfakt bekommen.

        „aber anschließend wurde der Gedanke für 1000 Jahre pervertiert.“

        Gar nicht wurde pervertiert. Die Franzosen, Spanier, Portugiesen und Engländer (und noch viele andere Länder) haben in ihrer Geschichte genauso Leid, auch Genozide, über andere Menschen und Völker gebracht.

        Persönlich lasse ich mir da auch keine Sippenschuld einreden.

        • Was hat des denn mit „Sippenschuld“ zu tun, den Holocaust als das anzuerkennen, was er war: ein Völkermord, der in Dimension, Organisation und dem Ausmaß der Menschenverachtung historisch einmalig war? Dazu kommen dann noch zwei Weltkriege mit Abermillionen von Opfern, auch auf deutscher Seite.

          Umgekehrt wird ein Problem draus: Wenn Repräsentanten des deutschen Staates – (nebenpolitischen Amtsträgern die Staatsbediensteten, also auch Lehrer) sich der historischen Verantwortung Deutschlands nicht stellen und den Holocaust wie manches AfD-Mitglied als „gewisse Schandtaten“ verniedlichen würden, dann würden sie ihrer Verantwortung insbesondere gegenüber der jüngeren Generation nicht gerecht.

          Sie und ich, wir sind für den Holocaust nicht (mit-)verantwortlich, wohl aber dafür, wie wir mit diesem Erbe heute umgehen.

          • „Was hat des denn mit “Sippenschuld” zu tun, den Holocaust als das anzuerkennen“

            Ich wüsste nicht, dass es hier eine einzige Person, einschließlich mir, gegeben hätte, die das bestritten hätte.

            Hier geht es um den Text der Hymne, die aus dem Jahre 1841 stammt. Was hat das mit dem Holocaust zu tun? Nichts. Nicht einmal Hitler hat sie überhaupt das Lied zur Hymne gemacht, sondern Demokraten der Weimarer Republik. Mit der gleichen Begründung könnte man also auch Schwarz-Rot-Gold verächtlich machen.

            Und Deutschlands Hymne wäre nicht die Erste, die blutgetränkte,schwarze Jahre überstanden hätte.

            Womit wir also zum Thema Sippenhaftung kommen. Weder habe ich einen der Kriege angefangen, noch waren das meine Eltern. In diesem Land gibt es bereits die xte Generation, die nach dem Krieg geboren wurde und es wird immer noch so getan als wären diese Generationen etwas schuldig. Nein, das sind sie nicht!

          • Hä? Sie haben doch selbst den Holocaust – indirekt – angesprochen:
            „Gar nicht wurde pervertiert. Die Franzosen, Spanier, Portugiesen und Engländer (und noch viele andere Länder) haben in ihrer Geschichte genauso Leid, auch Genozide, über andere Menschen und Völker gebracht.
            Persönlich lasse ich mir da auch keine Sippenschuld einreden.“

            Wer tut denn so, als ob die nachgeborenen Generationen „schuldig“ seien? Wieder so eine Verschwörungstheorie, die dunkle Mächte beschwört. Es geht, wie gesagt, um die Verantwortung gegenüber dem historischen Erbe, nicht um „Schuld“.

          • @Bernd
            Natürlich geht es um Schuldgefühle, wenn die jüngeren Generationen bis zum Exzess an ihr Erbe erinnert und ständig ermahnt wird, nichts zu sagen oder zu tun, was als „Nazi“ oder Rechtspopulist ausgelegt werden könnte, auch wenn das gar nichts damit zu tun hat.
            Das ist sozusagen ihre Erblast oder -schuld.
            Und wenn ich sehe, welche Möglichkeiten da alle genutzt werden, um Andersdenkenden das Wort im Munde herumzudrehen, mit Unterstellungen zu arbeiten und Verleumdungen als gute Tat „gegen Rechts“ zu verkaufen, obwohl nur die Durchsetzung der eigenen Fraktionsmeinung Ziel des edlen Getues ist, dreht sich mir der Magen um und ich möchte nur noch „Heuchler!“ schreien.

          • @ Bernd
            Die „Verantwortung gegenüber dem historischen Erbe“ finde ich auch noch zu hoch gegriffen. Die Verantwortung haben die, die direkt oder indirekt in der Vergangenheit beteiligt waren. Fast alle sind allerdings schon tot und viele sind davon gekommen. (Übrigens auch bei den DDR- Verbrechen (Stasi). Hier habe ich nicht das Gefühl, dass alles schon restlos aufgearbeitet ist.)
            Wenn man das auf die Familie bezieht: Kein Kind verantwortet die Verbrechen seines Vaters. Eine „Erbsünde“ ist unlogisch und beschuldigt unschuldige Menschen.
            Viel wichtiger für die Nachgenerationen finde ich, welche Lehren man aus der Geschichte zieht und danach handelt, aber zur moralischen Verantwortung darf eine Nachgeneration nicht mehr gezogen werden, so nach dem Motto: „Weil das und das vor bald 100 Jahren passiert ist, seid ihr verpflichtet das und das zu tun…“

          • @ysnp
            Ich finde, Ihre Sicht schließt die von Bernd nicht aus. Dass man eine Verantwortung gegenüber dem historischen Erbe ausmacht, muss ja nicht bedeuten, dass man selbst eine Mitschuld trägt oder das Gefühl hat, etwas wiedergutmachen zu müssen. Es kann auch ganz einfach in die von Ihnen beschriebene Richtung gehen, dass man Lehren aus der Geschichte zieht und danach handelt.

          • Genau so.

    • mehrnachdenken

      @Gerald
      Es ist doch offensichtlich, dass bestimmte politische Kräfte vor allem aus dem grün-roten Lager alles Nationale bei uns mit einem „Pfui“ und „Bäh“ versehen und offen dagegen agitieren.
      Beispiele:

      Claudia Roth, immerhin Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, beteiligt sich an einer Demo der Antifa in Hannover, wo auf Plakaten „Deutschland verrecke“ oder „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ steht.
      Ich warte bis heute auf den großen medialen Aufschrei!! Ihr Amt kann sie weiter ausüben.

      Die grüne Jugend fordert Fußballfans auf, auf ihre Flaggen zu verzichten. Sie setzen Patriotismus mit Nationalismus gleich.

      Eine junge linke Aktivistin wird von drei jungen Flüchtlingen vergewaltigt. Auf eine Anzeige verzichtet sie, weil ihr Fall nur von der rechten Propaganda missbraucht würde.
      Ja, sie hat sogar ein gewisses Verständnis für die Vergewaltigung. Was habe der Westen diesen Ländern nicht alles angetan!
      Frauen „opfern“ sich, um begangenes Unrecht wieder auszugleichen? Sprechen wir von einem Einzelfall?

      Mittlerweile beschäftigen sich ja auch Psychologen und Psychotherapeuten mit der Flüchtlingspoliitk der Bundesregierung und der Willkommenskultur in diesem Land. In diesem Zusammenhang fallen dann Begriffe wie „Narzisissmus“, „Persönlichkeitsstörung“ oder „Schuldkomplex“.
      Ich meine auch, dass manche Handlungen rational fast nicht mehr zu verstehen sind.

      Oder ist alles ganz leicht zu erklären, weil besagte politische Gruppen nun ihrem Traum von der muliti-kulturellen Gesellschaft immer schneller näher zu kommen scheinen? Dabei nehmen sie offenbar billigend in Kauf, dass die zu uns kommenden Menschen aus einem vollkommen anderen Kulturkreis kommen und dort die bei uns über einen langen Zeitraum erkämpften Frauenrechte oft „mit Füßen getreten“ werden.
      Aber gerade Frauen sind es, die diesen Tatbestand anscheinend total ausblenden.

      • „Frauen “opfern” sich, um begangenes Unrecht wieder auszugleichen? Sprechen wir von einem Einzelfall?“

        Nein, ähnlich gelagerte Fälle wurden auch in Kassel bekannt. Dort kam es allerdings nicht zu Vergewaltigungen, sondern „nur“ zu wochenlangen Belästigungen.

        • mehrnachdenken

          @MMeier
          Der Fall ist mir auch bekannt.
          Wie erklären Sie sich dieses in meinen Augen ungewöhnliche Verhalten?

          • Psychische Störungen aufgrund ständiger Berieselung durch bestimmte sehr einflussreiche Interessensgruppen.

            Mädchen eifern ja teilweise bis ins Extreme nach, wovon sie glauben, dass das von ihnen erwartet werden würde bzw. um zu gefallen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und so gibt es halt auch überall immer einen Bernd.

          • „Mädchen eifern ja teilweise bis ins Extreme nach, wovon sie glauben, dass das von ihnen erwartet werden würde.“
            Ihr Beitrag klingt so, wie es junge Frauen gäbe, die meinen, sie müssten sich opfern und sich vergewaltigen lassen. Also das kann ich mir jetzt überhaupt nicht, denn eine Vergewalltigung, die ja immer gegen den Willen der Betroffenen ist, ist immer übel.
            Für eine Frau ist eine Vergewaltigung immer eine traumatische Erfahrung. Es geht eher darum, wie sie mit dieser Situation umgeht. Da wird es bei politischen Leuten einerseits, sofern diese bekannt wird, eine politische und andererseits eine persönliche Seite geben. Eine linke Aktivistin wird offiziell eine Vergewaltigung durch Flüchtlinge herunterspielen, weil es von ihrer Sichtweise aus politischer Zündstoff ist. Aber persönlich verarbeiten muss sie diesen gewaltsamen Eingriff in ihren ganz privaten Bereich ganz sicher und das wird eine Weile dauern, wenn es überhaupt gänzlich gelingt.

          • Da fehlte ein Wort. Ich meinte:
            Also das kann ich mir jetzt überhaupt nicht vorstellen, ……

          • „Ihr Beitrag klingt so, wie es junge Frauen gäbe, die meinen, sie müssten sich opfern und sich vergewaltigen lassen.“

            Was ist es denn anderes, wenn Mädchen wochenlang ihren Missbrauch in Kassel verschweigen?

            Was ist das denn anderes, wenn eine Vergewaltigte bei der Polizei sogar deutsche Täter erfindet und die wahre Tätergruppe, trotz besseren Wissens, verheimlicht und sogar in Schutz nimmt?

            Das trifft sicherlich nicht auf alle Frauen zu und es gibt auch genug Männer, die so indoktriniert wurden, dass sie sich als Opfer einer Straftat genauso verhalten (siehe Marcel Rohrlack) würden. Ich würde Bernd da genauso einschätzen.

          • Ich habe es jetzt einmal nachgelesen. Es ging um 3 Mädchen einer Schule, die belästigt wurden. Es stimmt schon, die Mädchen haben die Belästigungen falsch eingeordnet. Ich würde hier noch nicht von Indoktrination sprechen, sondern eher von Unerfahrenheit und Naivität. Allerdings musste man ja in den letzten Jahren keine großen Gedanken mehr daran verschwenden. Das war vor Jahrzehnten anders. In der BRD gab es ebenfalls frauenfeindliche Belästigungen in ähnlichem Stil, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
            Dass die Mädchen es so lange ausgehalten haben, hat sicher etwas mit der Erziehung zur Toleranz zu tun. Sie haben ja offensichtlich aus der Situation gelernt.

      • Das ist doch recht offensichtlich: Die Opfer möchten nicht ein zweites Mal missbraucht werden – nämlich von rechtspopulistischen Marktschreiern, die einzelne Fälle nutzen, um Vorurteile zu transportieren und Ängste zu schüren.

        • Na ja, reichlich verquer ist die Begründung schon: Die Verbrechen von Ausländern werden von den Opfern nicht angezeigt, damit „rechtspopulistische Marktschreier“ die Fälle nicht benutzen, „um Vorurteile zu transportieren und Ängste zu schüren“.
          Da bin ich fassungslos und frage mich nach dem Wert unserer Gesetze, unserer Sicherheit und der Integration durch einen völlig falschen Schonungs- oder Belohnungseffekt für Kriminelle mit anderer Hautfarbe als weiß.
          Wie hirngewaschen müssen Frauen und Frauenversteher sein, um so zu denken!? Ich fasse es nicht.

          • mehrnachdenken

            @Gerald
            Gerade habe ich versucht, die „Einzelfälle“ mit Zahlenmaterial zu widerlegen. Leider ist mein Beitrag nicht freigeschaltet worden.

            Auch mich macht Bernds Meinung sprachlos. Evtl. erklärt sich so eine Haltung mit meinem Hinweis um (9.26 h).

          • @mehrnachdenken
            Schade, vielleicht wird er ja noch freigeschaltet.
            „Beleidigung“ oder sonstige Verletzungen der Kommentarregeln können hier ja wohl kaum vorliegen.
            Ich bin zuversichtlich und warte ab.

          • mehrnachdenken

            @Gerald
            Ich probier’s mal mit dem Link. Dort müssen Sie auf S. 9 gehen und
            den Kommentar von Frauke Panitsch anklicken.

            http://www.rolandtichy.de/meinungen/tabu-kultur-oder-worueber-wir-nicht-reden/comment-page-9/#comments

          • mehrnachdenken

            Oh, es hat geklappt!

          • Hallo, mehrnachdenken! Der Artikel und auch der Kommentar von Frauke Panitsch haben mir sehr gut gefallen.
            Die Dame hat prima recherchiert und gibt Quellen an. Die Zahlen haben mich doch etwas umgehauen, obwohl ich nicht mehr blauäugig bin und mir vieles nicht mehr als rechtspopulistisches Marktgeschrei, das angeblich jeder Grundlage entbehrt, einreden lasse.

    • Die französische Nationalhymne ist viel flotter als die deutsche. Die deutsche Nationalhymne muss man getragen singen, die kann man nicht fröhlich singen, das gibt die Melodie gar nicht her. Wenn diese dann noch besonders getragen durch eine Opernsängerin durch die Lautsprecher kommt wie bei der EM verstärkt das den Effekt.

      • Ich schmettere des Öfteren bei TV-Sportveranstaltungen unsere Nationalhymne mit, das geht prima. Mir scheint das mehr eine Sache der Einstellung zu sein als der getragenen Melodie.
        Mit Opernsängerinnen singe ich auch kein Lied gerne mit. Die Hymnen werden allerdings meist von (Blas)Orchestern gespielt, zu denen sich wunderbar mitsingen lässt, auch die deutsche Nationalhymne. So getragen finde ich die übrigens auch nicht.

        • Für mich, der in einem anderen Deutschland groß geworden ist und dessen Hymne immer heimlich in der Familie gepflegt wurde, steht diese Hymne wirklich für mehr als nur als „Soundtrack“ für Fussballspiele.
          und egal ob geschmettert oder getragen gesungen, für mich wird sie immer die schönste Hymne bleiben.

          • Darf ich Sie überbieten?
            Es fällt mir schwer, es zu sagen, weil das belächelt oder als Nationalismus aufgefasst werden könnte: Ich kriege regelmäßig feuchte Augen und muss zum Taschentuch greifen, wenn irgendwo unsere Nationalhymne ertönt.
            Wer will, mag mir das als Nationalismus ankreiden. Meiner eigenen Wahrnehmung nach ist das ein Gerührtsein durch Heimatgefühl und die Sehnsucht nach Identität mit meinem Land.
            Besser kann ich es nicht ausdrücken.

          • Meinen Sie etwa die Hymne, die zwar gespielt wurde, deren Text aber auf dem Index stand?

          • Nein, ich meine das Lied von 1841.

          • Privat dürfen Sie sogar alle drei Stophen schmettern – bei öffentlichen Anlässen aber bitte nur die Dritte.

      • Ist halt der Nachteil der deutschen Hym,ne, sie haben die Melodie von den Ö-Streichern kopiert und der alte Franz-Joseph war eben nicht der Schnellste.

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