Startseite ::: Nachrichten ::: Gibt es trotz Lehrermangels immer noch arbeitslose Pädagogen? Streit kocht in Schwerin hoch

Gibt es trotz Lehrermangels immer noch arbeitslose Pädagogen? Streit kocht in Schwerin hoch

SCHWERIN. In Mecklenburg-Vorpommerns Schulen sind aktuell rund 130 Lehrerstellen unbesetzt (Stand Ende April 2016). Das teilte die Bildungspolitikerin der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion mit. Zugleich seien 600 ausgebildete Lehrer im Land erwerbslos. Diese Zahl gehe aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor.

Den Angaben des Schweriner Bildungsministeriums zufolge teilen sich die unbesetzten Lehrerstellen so auf: 63 sind für die allgemeine Unterrichtsversorgung vorgesehen. Das seien 0,6 Prozent der Stellen an den allgemeinbildenden Schulen und 0,5 Prozent an den Berufsschulen. Weitere 71 unbesetzte Lehrerstellen entfallen demnach auf zusätzliche Ressourcen. «Dazu zählen beispielsweise Stellen, die vorsorglich für steigende Zahlen an schulpflichtigen Flüchtlingskindern bereitgestellt wurden und bis zum Entstehen eines konkreten Bedarfes für Vertretungsunterricht eingesetzt werden», heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage.

Oldenburg forderte angesichts der offenen Stellen ein Wiedereingliederungsprogramm für arbeitslose Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern. «Wir schlagen vor, jenen Frauen und Männern, die seit längerer Zeit nicht mehr im Schuldienst tätig sind, sowie arbeitslosen Lehrkräften einen Qualifizierungskurs anzubieten», sagte sie. So könnten die Lehrer, die längere Zeit nicht unterrichtet haben, wieder fit für den Unterricht gemacht werden. «Dieses Potenzial muss genutzt werden.»

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) wies die Forderung zurück. «Wenn es zum Beispiel Deutsch- und Geschichtslehrer gibt, die seit 20 Jahren nicht mehr in ihrem Beruf gearbeitet haben, ich aber heute dringend Mathe- und Physiklehrer brauche, nützt mir eine bloße pädagogische Fortbildung herzlich wenig.» Auch nicht, wenn die betreffende Lehrkraft in Rostock wohnt, der Lehrer aber in Dömitz gebraucht wird. Seine Strategie sei eine andere: «Wir stellen schon heute deutlich mehr Stellen bereit, als für den Unterricht erforderlich sind.» Das biete den Spielraum, gezielt und vorzeitig die erforderlichen Fachkräfte der Zukunft zu suchen. dpa

Ein Kommentar

  1. Die reine Statistik zu zitieren, finde ich auch unseriös. Wenn 100 Lehrer arbeitslos sind, die alle kein Mathematik unterrichten können oder wollen, Mathematiklehrer aber gesucht werden, dann ist das ein Beispiel für eine sehr unseriöse Stimmungsmache. Da stimme ich Herrn Brotkorb zu.

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