Startseite ::: Nachrichten ::: „Gymnasiallehrer brauchen eigenen Studiengang“ – CDU im Norden will zurück zu alter Lehrerausbildung

„Gymnasiallehrer brauchen eigenen Studiengang“ – CDU im Norden will zurück zu alter Lehrerausbildung

KIEL. Schleswig-Holsteins CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing will der Landtagswahl eine Rückkehr zur alten Gymnasiallehrerausbildung. Der «Einheitslehrer» sei eine Fehlentwicklung, die er korrigieren wolle, sagte Liebing NDR 1 Welle Nord. Im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl wolle er die jüngste Reform der Lehrerausbildung wieder ändern.

«Wenn wir unterschiedliche Schularten haben mit Gemeinschaftsschule und Gymnasium, dann bin ich der Auffassung, dass wir für diese unterschiedlichen Schularten, die auch unterschiedliche Inhalte, unterschiedliche Profile bieten sollen, auch eine spezifische Lehrerausbildung brauchen», sagte Liebing. Die neuen Ausbildungsstrukturen für Lehrer seien noch nicht so verfestigt, Änderungen noch möglich.

Die CDU bekenne sich zum Erhalt des Gymnasiums, deshalb seien Gymnasiallehrer und eine entsprechende Ausbildung nötig, sagte Liebing. Eine neue Diskussion über Schulstrukturen im Land lehnte der CDU-Landeschef ab. «Was ich nicht machen möchte, ist (…) jetzt die alten Grundsatzdebatten wieder führen über Gemeinschaftsschule oder gegliedertes Schulwesen. Die Grundstruktur steht und wird von uns auch akzeptiert.» dpa

23 Kommentare

  1. Da nimmt wohl jemand wissenschaftliche Untersuchungen ernst.

    • Dann müsste es ja unterschiedlicher Ausbildungen für Lehrkräfte der SekI+II für Berufsschulen, Gymnasien und die Oberstufen von Gesamt-/Regional-/Ober- oder wie-sie-auch-immer-heißen-schulen geben.

      • Kommt auf die Fach-Inhalte an. Ähnliche Fach-Inhalte gleiches Studium.

        • bei den fachinhalten kommt es auf den tellerrand an, über den während des Studiums hinausgeschaut werden soll …

          • Ja, kenne eine Reihe von Kollegen mit Lehrbefähigung GY/BK, die sich da eher Platzteller angelacht haben. Und auf der anderen Seite kenne ich viele Kollegen mit Lehramt GHR bzw. ehemalige Kollegen mit Lehramt noch für Volksschule, die eher sehr tiefe Teller, fast schon Müsli-Schalen angeeignet hatten.

            Die erst genannte Gruppe hat es natürlich extrem leicht, über den Tellerrand zu schauen …

          • vollständig durchdrungene schulmathematik halte bei grundschullehrern für notwendig und sinnvoll (aber sicherlich nicht bei allen vorhanden), andererseits algebraische topologie bei gymnasiallehrern für mindestens grenzwertig. ich habe das damals gehört ;-), viel abstrakter geht nicht …

          • Wird es wohl kaum geben, da die wenigsten Fakultas Mathematik haben, auch wenn sie es unterrichten müssen.

            GS-Lehrkräfte müssen grundsätzlich neben ihren beiden Fächern Fachdidaktik für die Fächer Deutsch oder Mathematik nachweisen.

            Glauben Sie wirklich der fachfremde Mathematik- oder Deutschunterricht von Gymnasiallehrkräften mit gänzlich anderen Fakulten wäre erheblich besser als der, den Lehrkräfte der Primarstufe fachfremd erteilen müssen?

          • Mathematik ist ein gutes Beispiel: Grundschullehrer sollten doch bitteschön das Wissen eines gehobenen Abiturienten haben, von SekII-Lehrern sollte man das Niveau von früheren Diplommathematikern verlangen. Wie soll man ein Fach beibringen, dass man nicht beherrscht? So wild ist algebraische Topologie nun auch nicht.

            Beispiel Gruindschule meiner Nichte: Wie viele Möglichkeiten gibt es, Hans, Erna und Klara auf drei Plätze zu setzen? Diese Aufgabe wird von der „Mathelehrerin“ in der Schule besprochen. Hausaufgabe: Du hast Erdbeereis, Schokoladeneis und Bananeneis und sollst je eine Kugel in den Becher tun. Wie viele Möglichkeiten gibt es? (Aufgabe nicht wörtlich, aber streng sinngemäß)
            Wieso dürfen so ahnungslose Lehrer Mathe unterichten? Weil sie unfallfrei bis 100 zählen können? Reicht das schon als Qualifikation? Solche Unfähigkeit, nichtmal banalen Oberstufenstoff zu beherrschen, kotzt mich an.

          • @Küstenfuchs
            Was haben Sie gegen die Sitzplatzaufgabe? Sind Sie sicher, dass Sie die Kombinatorikaufgaben richtig wiedergegeben haben? Die Eisaufgabe, die es übrigens in mehreren Materialien und auch in Mathebüchern der Grundschule gibt, lautet etwas anders bzw. ist eindeutiger gestellt.
            Anstatt dass ich jetzt die Zugangsweise zur Kombinatorik in der Grundschule erläutere, hier ein Link, der Aufschlüsse über die Herangehensweise gibt:
            http://kira.dzlm.de/139

          • Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass die „Mathematiker“ im Lehramt GY/BK ausschließlich befähigt werden müssten dei LK Mathe zu unterrichten?

            Der überwiegende Teil des Unterrichtes findet auch an GY in der Unter- und der Mittelstufe statt. Der die dort zu vermittelnden Kompetenzen im Fach Mathematik unterscheiden sich nicht einmal ansatzweise von dem, was an mathematischen Kompetenzen für den MSA verlangt wird.

            Ggf. haben die Aufgaben ein höheres Anforderungsniveau gegenüber Aufgabenstellungen, die von „Realschülern“ zu bearbeiten sind.

            Wenn aber viele Mittelstufenschüler an GY im Fach Mathematik Minderleistungen erbringen, dann liegt das natürlich nicht an den fachdidaktischen Fähigkeiten der eingesetzten Studienräte sondern an den mangelnden Voraussetzungen der Rezipienten.

            Wenn Schüler anderer Schulformen im fach mathematik scheitern bzw. erhebliche Defizite aufweisen, dann liegt das – zumindest aus Sicht der Räte – an der Grenzdebilität der dort agierenden Mathelehrer, denen ebenso wie den „Grundschulgabis“ grundsätzlich grundlegende Kompetenzen auf dem Gebiet der höheren Mathematik abgeprochen werden. – Geht’s noch?

            Glaubt hier wirklich jemand, dass die Kernrichtlinien für Mathematik an Grundschulen ohne Stellungnahme durch afchgremien und Berufsverbände unter Mitwirkung von Lehrkräften auch an GY zustande gekommen wären?

            Was gerne übersehen wird, ist, dass Schüler häufig die komplexeren mathematischen Aufgabenstellungen zugrunde liegenden Informationen aus der Aufgabenstellung sprachlich nicht entschlüsseln können.
            Dasselbe gilt für naturwissenschaftlich/technische Problemstellungen. Vielen Schülern fehlt es an sprachlichen Kompetenzen, nicht unbedingt an mathematischen Kompetenzen, weshalb sie zwangsläufig scheitern müssen.

            Die Frage , was der Begriff „mindestens/höchstens/maximal/minimal“ in einer Aufgabenstellung bedeutet, bringt viele zur Verzweiflung und stellt somit einen Lakmustest dar. Wer es nicht glaubt, soll es einmal probieren.

          • @dickebank meines Wissens ist Mathematik an der Grundschule großes fach, also vergleichsweise umfangreich zu studieren. außerdem habe ich von schulmathematik geschrieben, keine höhere Mathematik. also im wesentlichen 1D-Analysis und die nicht zu abstrakten Teile der Linearen Algebra, was an der uni mit 6-8 sws zzgl. Übungen geregelt wird.

            @küstenfuchs so wie sie die Aufgaben geschrieben haben, in beiden Fällen 27. ungenau ist es wie ysnp schrieb natürlich trotzdem.

          • Sach ich doch. Nur nicht jede GS-Lehrkraft hat Mathe als „großes Fach“ studiert.

            Beim Lehramt GHR gab es den Schwerpunkt Primarstufe. Die Lehrkräfte haben (ihre) zwei Fächer – meinetwegen Sport und Hauswirtschaft – plus zusätzlich Grundlagen Mathe oder Deutsch studiert.

            In der GS muss aber auch die GS-Lehrkraft mit dem Schwerpunkt Deutsch Mathematik unterrichten. Dass das fach an der GS Mathematik heißt und nicht mehr Rechnen hat sie ja nicht zu verantworten.

            Wenn schon der Ruf nach einem eigenen Lehramt fü GS aufkommt, dann aber bitte mit der Verknüpfung erstes Fach Deutsch oder MAthematik und zweites Fach beliebig.

          • Diese Vorgaben (D o M als Pflicht) gibt es seit Jahrzehnten, zugegeben in jedem Bundesland etwas anders. Grundlagen zum Erstunterricht in D+M waren zusätzlich Pflicht. Selbst mit dem Fach Deutsch musste man zusätzlich die EU-Veranstaltungen belegen. Das finde ich nach wie vor richtig, denn das Studium selbst dreht sich um die Wissenschaft als solche und nicht um die Inhalte der Grundschule.

            Eine Verknüpfung von Sport + Haushaltlehre halte ich mit Schwerpunkt Grundschule für ausgeschlossen, in meinem Bundesland ging das in den letzten 30 Jahren nicht.
            Es gibt jedoch Lehrkräfte, die vom Sek I-Bereich in die Grundschulen wechseln (müssen), die weder Deutsch noch Mathe noch Erstunterricht/Didaktik studiert haben. Und auch unter diesen gibt es die Formen Platzteller bis Suppenschale.

          • @xxx
            Die Aufgaben sind tatsächlich nicht eindeutig gestellt. Wenn wir aber davon ausgehen, dass es um die Möglichkeiten der unterschiedlichen Anordnung der drei Personen auf einer Bank und es um die unterschiedliche Anordnung der Eiskugeln (jede Sorte nur einmal) mit max. 3 Kugeln in einem Eisbecher geht, dann gibt es bei beiden Aufgaben 6 Möglichkeiten. 😉 Nur so machen die Aufgaben auch Sinn. Das wäre dann eher einmal der Einstieg. Schwieriger wird es dann, wenn sich die Sorten im Eisbecher wiederholen dürfen.

          • Die Eiskugelaufgabe muss deshalb von einem Idioten gestellt worden sein (anders kann man das nicht bezeichnen), weil es in der Lebenswelt der Kinder völlig egal ist, in welcher Reihenfolge die Kugeln im Becher sind. Bei den Sitzplätzen im Klassenraum ist die Reihenfolge von erheblicher Bedeutung für das Kind. Es gibt also sinnvollerweise nur eine eine Möglichkeit für die Eiskugeln, aber sechs für die Sitzplätze.
            Wer die Eiskugelaufgabe so stellt, hat schlicht seinen Job verfehlt!

          • Wie ich schon schrieb, diese Eisaufgabe taucht immer wieder auf, auch in Arbeitsmaterialien zu Schulbüchern. Ich will diese Aufgabe jetzt nicht verteidigen, aber den Grundschullehrern dies anzulasten finde ich übertrieben. Da könnte man an vielen Aufgaben in Schulbüchern Kritik üben, die so nicht wirklich passieren. Z.B. fiktive gleiche Geschwindigkeit einhalten und dann einen Treffpunkt ausrechnen usw. Wesentlich lebensferner finde ich für Grundschüler Aufgaben von Ratenzahlungen, die jahrzehntelang gemacht wurden, zu Recht immer mehr im Verschwinden sind und kaum mehr in Mathebüchern auftauchen.

          • Wenn ich eine Aufgabe in einem Buch für ungeeignet halte, lasse ich sie meine Schüler nicht rechnen! Das kommt gelegentlich vor, dass in Büchern/Materialien schlechte Aufgaben sind, aber dafür bin ich doch da. Das gehört zu meinen Kernaufgaben!

            Auch ein Grundschullehrer muss in der Lage sein, den mathematischen Unsinn der Aufgabe zu durchdringen, zumal hier bestensfalls einfacher Oberstufenstoff gefragt ist. Tut er das nicht, ist er unfähig!

          • Da die leichten Eiskugelaufgaben ja ab der 1. Klasse gemacht werden, habe ich einmal im Internet nach diversen Aufgaben gegoogelt, da Sie ja die Eisaufgabe als – wie ich annehme – Fachlehrer für Mathematik am Gymnasium von Ihrer Sichtweise her falsch gestellt sehen.
            Z.B. gibt es eine Aufgabe in dem Sinn, wie ich sie oben geschrieben habe, aber etwas deutlicher ausgedrückt: Wie viele Möglichkeiten gibt es den Becher zu bestücken, wenn ich drei Sorten zur Auswahl habe. (1. Klasse) Meiner Ansicht nach entspricht dies schon der Lebenswirklichkeit und der Vorstellung eines Kindes.
            Dann gibt es vom SINUS- Transfer schwierigere Aufgaben, wo es darum geht, dass mehr Sorten als zu kaufende Kugeln zur Verfügung stehen und hier soll man die Anzahl der unterschiedlichen Kombinationen herausfinden.
            Zu den Schulbuchaufgaben: Natürlich sollte man diese nicht unkritisch nehmen, sondern dieses Aufgabenangebot im Buch fließt selbstverständlich in die didaktischen Überlegungen des Lehrers ein. Das dürfte man gar nicht mehr erwähnen, denn so etwas gehört ja zu den grundlegenden Aufgaben einer Unterrichtsplanung. Vielleicht gibt es Aufgaben im Buch, die fachwissenschaftlich falsch sind, das weiiß ich nicht. Ich bin bisher noch auf keine explizit fachwisenschaftlich falschen Aufgaben gestoßen, eher auf ungewöhnliche Varianten, die ich nicht so für geschickt hielt. Schulbücher werden in renommierten Verlagen von Fachleuten geschrieben und mehrfach kontrolliert, außerdem müssen sie ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Ich selbst bin bisher nur geringfügig auf Druckfehler oder Verwechslungen (also schlampige Endredaktion) gestoßen.

  2. Ich meine, es reiche, die Lehrerausbildung nach Grundschulen und weiterführenden Schulen zu differenzieren. Weil Grundschullehrer eben doch eine andere Pädagogik, Didaktik, Methodik brauchen und Lehrer an weiterführenden Schule sehr viel mehr Fachwissen. Es wäre aber gut, wenn Lehrer oberhalb der Grundschule an allen weiterführenden Schulen einsetzbar sind.

    • Ach da überschätzen sich die Studienräte aber gewaltig. Der Einsatz von Lehrkräften der SekI in der GOSt ist nur in der EF und auch dann nur in Ausnahmefällen genehmigungsfähig. Was Räte an GY immer verschweigen ist, dass sie ca. zwei Drittel ihrer Unterrichtsverpflichtung in der SekI ableisten müssen. Die einzigen Lehrhkräfte mit Lehramt GY/BK, die ausschließlich in der SekII unterrichten, sind Berufsschullehrer, da alle Klassen der Berufsschulen Klassen der Sekundarstufe II sind.

  3. In BY studiert man als Grundschullehrer Deutsch oder Mathe als Hauptfach plus 3 Didaktikfächer, Pädagogik und Psychologie. Schon vor 30 Jahren. Scheine oder wie das jetzt heißt brauchte man auf alle Fälle auch in Mathe und Deutsch, wenn das nicht irgendwie dabei war. Heutzutage gehört sicher auch eine Fremdsprache dazu, DaZ wird dringend empfohlen.

  4. https://www.uni-due.de/studienangebote/studiengang.php?id=59

    Hier ein Link zum Lehramt an Grundschulender UDE (Uni DO/E). Interessant das Datum des Auslaufens der Akkreditierung.

    https://ekvv.uni-bielefeld.de/sinfo/publ/typ/bachelor;jsessionid=F066CB4A35761E8604DA7EC2E9AE4E39.publ_ekvvb?typ=la

    … und der Uni BI (Janz unten steht auch der BA-Studiengang für Lehramt GS

  5. Interessante Ergebnisse:
    „Mathelehrer an deutschen Gymnasien sind Weltspitze – aber sonst sieht es manchmal ziemlich dunkel aus, zeigt eine Vergleichsstudie aus 17 Ländern. Einige können nicht mal die Aufgaben lösen, die sie ihren Schülern stellen.“
    Link dazu:
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/paedagogen-pisa-wehe-wenn-der-mathelehrer-rechnen-muss-a-689146.html

    und
    „Gymnasiallehrkräfte erreichen deutlich höhere Werte im Fach- und Fachdidaktischen Wissen als Lehrkräfte der anderen Schulformen.“

    Link dazu:
    https://www.mpib-berlin.mpg.de/coactiv/studie/ergebnisse/index.html

    Fachwissen ist doch kein unnützes Wissen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*