Startseite ::: Nachrichten ::: Statistik: Rekord bei Kita-Kindern – Ökonomen fordern viel mehr Plätze

Statistik: Rekord bei Kita-Kindern – Ökonomen fordern viel mehr Plätze

WIESBADEN. Trotz eines Rekords an Kita-Kindern in Deutschland fehlen nach Einschätzung von Ökonomen Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Außerdem gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Noch nie sind in Deutschland so viele Kleinkinder in eine Kita gegangen. Rund 721 000 Jungen und Mädchen unter drei Jahren wurden im März dieses Jahres in einer Einrichtung oder von einer Tagesmutter betreut, ein Rekord seit Einführung der Statistik 2007. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 26 000 Kinder mehr (3,7 Prozent). Das war zugleich das schwächste Plus seit 2007, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

Nach einer Schätzung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) fehlen rund 165 000 Betreuungsplätze. Zugleich müsse die Qualität besser werden – auch mit Blick auf die Integration von Flüchtlingskindern.

Die Mehrzahl der Eltern bringt ihren Nachwuchs in eine Kita (85 Prozent). 54 823 Kitas, Krippen und Krabbelstuben gibt es, 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Tagessmütter und -väter ging um 1,4 Prozent auf 43 489 zurück.

Am stärksten wuchs die Zahl der betreuten Kleinkinder in Bremen (7,0 Prozent), am schwächsten in Sachsen-Anhalt (1,7 Prozent). Die Betreuungszahlen in den ostdeutschen Flächenländern sind aber schon besonders hoch. Die höchste Betreuungsquote hat nach einer Berechnung des IW Brandenburg (60,8 Prozent), die niedrigste Nordrhein-Westfalen (26,6 Prozent).

Das IW nimmt für 2016 eine bundesweiten Betreuungsquote von 33,8 Prozent an – 0,2 Prozentpunkte mehr als 2015. Das Bundesfamilienministerium sei aber schon für das Jahr 2014 von einem Anteil von 41,5 Prozent ausgegangen. Bezogen auf die Geburten der Jahre 2013 bis 2015 ergebe sich die Lücke von 165 000 Plätzen.

Das Bundesamt in Wiesbaden hat noch keine Betreuungsquote vorgelegt. Die Zahlen seien noch vorläufig. Wie sich das Aus des Betreuungsgeldes ausgewirkt hat, haben die Statistiker auch noch nicht erhoben.

Am stärksten war der Anstieg von betreuten Kleinkindern laut Statistik bundesweit in den Jahren 2007 bis 2010. Nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr im August 2013 gab es 2014 noch einmal einen überdurchschnittlich hohen Zuwachs. dpa

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*