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Hauptprobleme für Jugendschützer: Immer mehr Islamisten und Rassisten bevölkern die sozialen Netzwerke

LUDWIGSHAFEN. Der Problembereich Nr.1 im Jugendschutz ist das Internet, das steht im aktuellen Jahresbericht des Kompetenzzentrums der Länder für den Jugendschutz in der digitalen Welt „Jugendschutz.net“ (Das Kompetenzzentrum ist angebunden an die Kommission für Jugendmedienschutz KJM).

„Neben Pornografie und zahlreichen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger ist aktuell eine Fülle extremistischer Inhalte unter den beanstandenden Angeboten zu finden,“ schreibt Daniel Hajok, Kommunikationswissenschaftler in einem Fachbeitrag für den „Jugend-Medien-Schutz-Report“ über die Ergebnisse.

Jugendschützer beobachteten demnach neben der gestiegenen realen Gewalt eine zunehmende Zahl an offenen und verdeckten Aufrufen zur Gewalt zur Durchsetzung extremer politischer Ziele und religiöser Interessen. Damit spiegelt das Internet die aktuellen Konfliktlinien in der realen Gesellschaft ziemlich gut wieder. Die Brisanz der Ergebnisse ist daher nicht zu unterschätzen.

Muslimfeinde und Islamisten schaukeln sich auf

Besonders gravierend sind, laut Bericht, die Entwicklungen im Bereich Rechtsextremismus, der mit muslimfeindlicher Hetze im Netz breite Wirkung erzielt, sowie das neue Phänomen der radikal-islamischen Propaganda, mit der Jugendliche für den Dschihad gewonnen werden sollen.
Jugendschutz.net hat im Jahr 2014 mehr als 6.100 rechtsextreme Webangebote gesichtet und dabei mehr als 1750 Verstöße registriert. Die meisten dieser Inhalte fanden sich in sozialen Netzwerken. Der Schwerpunkt der rechtsextremen Aktivitäten liegt in drei Bereichen. 1. Rekrutierung über Themen, die die Leser berühren, 2. Radikalisierung, in dem zu Hass und Gewalt aufgerufen wird, 3. Provokation mit jugendkulturellen Themen.

Erkennt jugendschutz.net einen Verstoß, kontaktieren die Mitarbeiter regelmäßig den Provider der Seite. „Das ist ein recht effektiver Weg“, resümiert Forscher Hajok, der Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft Kindheit, Jugend und Medien. Daneben kann auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien eine Indizierung vornehmen.
Politisch-extremistische Darstellungen stehen bei der Indizierung zwar nicht im Vordergrund, die Tendenz sei jedoch steigend, schreibt Hajok. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der wegen politisch-extremistischer Darstellungen indizierter Medien von 10 auf 20 Prozent.

Merchandising zum Terror: Mit solchen T-Shirts sprechen Islamisten junge Menschen an. Screenshot

Merchandising zum Terror: Mit solchen popkulturellen Darstellungen sprechen Islamisten junge Menschen an. Screenshot

Hauptgrund ist NS-Verherrlichung

Zum Vergleich: Seit Beginn Ihres Bestehens vor 62 Jahren hat die Bundesprüfstelle insgesamt 1800 Medien indiziert. Wenn Medien wegen ihrer politisch-extremistischen Darstellungen indiziert werden, sind sie fast ausschließlich dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen. Politischer Extremismus aus dem linksradikalen Spektrum ist, laut Hajok, nur selten in dieser Gruppe zu finden. Der Hauptgrund für Indizierung ist NS-Verherrlichung. Insgesamt ist das bei 1.000 Medien der Fall. Der zweit wichtigste Grund ist der Aufruf zum Rassenhass.

Auch der zweite Bereich, der religiöser Fundamentalismus, der den Jugendschützern Sorgen bereitet, findet vorrangig in den sozialen Netzwerken statt. Er stellt die Jugendschützer vor neue Aufgaben. Das Spektrum reicht dabei von subtiler Beeinflussung, direkter Rekrutierung bis zum offenen Aufruf zu Gewalt. Das Angebot habe sich weit ausdifferenziert, schreibt Hajok. „Lebensweltnahe Angebote mit erlebnisorientierter Ansprache dienen als Köder, moderne Bildpropaganda mit hippen Grafiken und Comicfiguren als niedrigschwellige Angebote… zudem werden Terror und Konflikte bewusst zur Rechtfertigung antisemitischer Hetze verwendet.“

Immer mehr Angebote von Islamisten

Der Anstieg dieser Angebote sei besorgniserregend, warnt Hajok. Jugendschutz.net fand allein in dem Zeitraum von 2012 bis 2015 über 1.000 Verstöße. Hauptgrund einer Indizierung in diesem Bereich ist bisher der Aufruf zum bewaffneten Kampf von Muslimen gegen Nicht-Muslime als Feinde des Islams. Kaum eine Rolle spielen aktuell Indizierungen wegen Gefährdung durch Okkultismus oder Satanismus.

Die Aufrüstung entlang dieser Konfliktlinien, einerseits die Islamfeindlichen Medien andererseits die gewaltorientierten Islamisten, sollte Sorgen bereiten. Hajok zieht das Fazit, dass die beiden Gruppen sich gegenseitig in die Hände spielen und sich dabei immer weiter Argumente für weiteren Hass liefern. nin

11 Kommentare

  1. Und wieder wird die namentliche Nennung stark ansteigender linksradikaler Gewalt- und Hassaufrufe in den sozialen Netzwerken „vergessen“. In Berlin wird in den Netzwerken z.B. gegen Polizisten als „Schweine“ gehetzt, die es zu jagen gilt und bei denen gehofft wird, dass beim nächsten Angriff nicht mehr nur ca. 130 verletzt werden, sondern doppelt so viele.
    Solange in Studien und bei n4t höchst einseitig von Hass und Gewalt und deren Anstieg berichtet wird, werde ich Artikel wie diesen nicht mehr lesen. Nachträgliche Bekundungen wie „Natürlich verurteilen wir alle Gewalt, auch die von links“ ändern an meinem Vorwurf einseitiger Berichterstattung und Kommentierung nichts.

    • Sehr geehrter U.B.,

      es wird nicht darüber berichtet, weil „politischer Extremismus aus dem linksradikalen Spektrum, laut Hajok, nur selten in dieser Gruppe zu finden“ ist. So steht es auch im Artikel. Rechtsradikale Hetze im Netz ist eben weitaus häufiger und deshalb gesellschaftlich brisanter.

      Viele Grüße

      Nina Braun/Chefredakteurin

      • Tatsächlich ist sie nicht häufiger. Das ist genauso eine Behauptung wie ihre.

        Das Problem ist wohl eher, dass der Bundesjustizminister linksradikale Ex-Stasis beauftragt Facebookkommentare zu verfolgen und Familienministerin alle Programme gegen Linksextremismus (die ohnehin nur einen Bruchteil darstellten) streicht und nun ankündigt 2 stellige Millionenbeträge mehr in den „Kampf gegen Rechts“ zu stecken, der neue thüringische Landesverfassungsschutzchef Meldungen der Antifa retwittert und jedes Jahr linksextreme Vereine und Zentren mit zig millionen € Steuergeldern subventioniert werden (selbst in der Bayrischen Landeshauptstadt – Stichwort Kafe Marat).

        Man muss schon ziemlich blind sein, um derartige Zusammenhänge ausblenden zu können, aber wie war es doch gleich in der DDR, da gab es auch keine Probleme mit Linksradikalismus.

        • mehrnachdenken

          Was Sie schreiben, ist absolut korrekt. Befürchten Sie nicht aber auch, in das Fadenkreuz von Maas und Genossen zu geraten. Diese Zusammenhänge lese ich sonst nur in Tichys Blog, grins.

          • Glauben Sie den Quatsch ernsthaft, den Sie da von sich geben?

          • Ach wissen sie, ich habe das alles in der DDR als Kind schon erlebt. Die Frage ist womit man persönlich besser leben kann, in Ruhe Demokratie zu heucheln oder mit Last Demokratie einzufordern.

            „Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“
            Claus Schenk Graf von Stauffenberg

          • mehrnachdenken

            @MMeier
            Mir gefällt Ihre ehrliche und zutreffende schnörkelose Beschreibung hiesiger Zustände. Da gibt’s zwischen uns offenbar einige Gemeinsamkeiten.
            Ich stelle aber fest, dass die Redaktion uns nicht gleich behandelt. Sie genießen offenbar noch einen gewissen Toleranz-Bonus, während meiner anscheinend längst aufgebraucht ist.
            Im Sinne des Stauffenberg-Zitats – der 20. Juli rückt näher – empfehle ich Ihnen einen regelmäßigen Blick in Tichys Blog zu werfen.
            Ich lese gerade etwas von einem Putschversuch in der Türkei. Die Dinge sind im Fluss!

  2. @mehrnachdenken
    So werden Rechtspopulisten entlarvt und überführt:

    http://www.achgut.com/artikel/die_knoff-hoff-show_rechtspopulisten_ueberfuehren

    • mehrnachdenken

      @Knut M.
      Danke für den Link. Ich weiß aber immer noch nicht, warum der so scharf kritisierte Artikel aus Tichys Blog in diese Kategorie gehört.

      • Meine Vermutung: Es geht nicht um den kritisierten Artikel selbst, sondern um die Webseite. Der Artikel und die Kritik an ihm wurden nur zum Vorwand genommen, um in Zukunft alles automatisch zu sperren, was einen Link auf diese unerwünschte „liberal-konservative Meinungsseite“ enthält, die offensichtlich dem eigenen politischen Standort diametral entgegensteht.
        Zitat: „Wir werden ab sofort keine Links auf rechtspopulistische Seiten mehr akzeptieren.“
        Links auf populistische Seiten der entgegengesetzten Art wie die taz wären bestimmt kein Problem und ein Bildungsmagazin als „Werbebühne“ dafür bestimmt auch nicht.

        • mehrnachdenken

          Wäre möglich. Dann sollte hier aber auch konsequent nichts mehr geschrieben wären. So eine Art stiller Protest.
          Der Herausgeber möchte doch, dass die Leserschaft und womöglich auch die Anzahl der Kommentatoren steigt.

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