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Wanka fordert Internationalisierung der Wissenschaft: Jeder zweite deutsche Student soll ins Ausland

BERLIN. Deutschlands Wissenschaft ist deutlich weltoffener geworden. Geht es nach Bildungsministerin Wanka, war das nur der Anfang. Dabei sagen Kritiker, dass die Regierung selbst die Internationalisierung bremst.

Bis zum Jahr 2020 soll jeder zweite deutsche Student zumindest Teile seines Studiums im Ausland verbringen. Das sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. «Aktuell gehen 35 Prozent der Bachelor-Studenten während ihres Studiums ins Ausland. Das ist gut, aber wir haben noch ehrgeizigere Ziele – wir wollen 40 oder mehr Prozent», sagte die CDU-Politikerin.

Auch die Anziehungskraft Deutschlands für Akademiker ist gestiegen. Im Jahr 2014 arbeiteten und forschten mehr als 85.000 ausländische Wissenschaftler an deutschen Universitäten – eine Steigerung von 84 Prozent im Vergleich zu 2006. Das ist eines der Ergebnisse des Berichts «Wissenschaft Weltoffen», den die Bundesministerin zusammen mit der Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel, vorstellte. Der DAAD analysiert in seiner Studie die Rolle Deutschlands im weltweiten Wissenschaftsaustausch.

Wanka wies im Gespräch auf die wachsende Anziehungskraft Deutschlands für junge Wissenschaftler hin, sieht aber zugleich die Unternehmen noch stärker am Zuge. «Ich würde mir wünschen, dass für die jungen Menschen, wenn sie in Deutschland bleiben wollen, mehr Angebote aus der Wirtschaft kommen. Es ist eine große Chance, wenn man dieses Potenzial nutzt.»

Die Opposition kritisierte jedoch, dass die Regierung selbst die Internationalisierung bremse. Visa würden immer noch nicht zügig genug vergeben und Aufenthaltsfragen nicht schnell genug geklärt, sagte der wissenschaftspolitische Sprecher der Grünen, Kai Gehring. «Davor dürfen sich Ministerin Wanka und die Bundesregierung nicht länger drücken.»

Dennoch ist die Zahl ausländischer Studenten in Deutschland weiter gestiegen. 2015 waren es laut DAAD-Bericht mehr als 320 000, für 2016 würden knapp 340 000 erwartet. Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, bewertete das als starkes Zeichen für den Hochschulstandort Deutschland: «Damit ist das Ziel von 350 000 bis zum Jahr 2020 nahezu erreicht.» dpa

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