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„Zu viele befristete Lehrerjobs“: Grüne kritisieren Personalpolitik von Bildungsminister Brodkorb

SCHWERIN. Die Opposition in Mecklenburg-Vorpommern legt beim Thema Schulen immer wieder den Finger in die Wunden. Ein wiederkehrendes Thema ist der drohende Lehrermangel. Doch Bildungsminister Brodkorb sieht sich gewappnet und mahnt Grüne und Linke, seine Bemühungen zur Kenntnis zu nehmen.

Stellt ein - zu schlechten Konditionen? Bildungsminister Mathias Brodkorb. Foto: Ralf Roletschek / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Stellt ein – zu schlechten Konditionen? Bildungsminister Mathias Brodkorb. Foto: Ralf Roletschek / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die zunehmende Zahl befristeter Lehrerjobs in Mecklenburg-Vorpommern trägt nach Ansicht der Grünen nicht dazu bei, junge Pädagogen ins Land zu locken. Innerhalb von fünf Jahren habe sich die Zahl der Betroffenen von 344 auf 1133 im Schuljahr 2014/15 verdreifacht, teilte die Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrike Berger in Schwerin mit. Sie berief sich auf die Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion. Demnach hatten im vorigen Schuljahr gut acht Prozent der Lehrer nur einen befristeten Vertrag. Ein solcher Anteil zeichne sich auch für das nun zu Ende gehende Schuljahr ab. 2010/11 seien es weniger als drei Prozent gewesen.

Nach Angaben von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist die Entwicklung nicht Ausdruck einer verfehlten Personalpolitik, sondern Folge bewusster Entscheidungen. «Die Zahl der befristeten Stellen nimmt zu, weil wir mehr Vertretungslehrer einstellen. Und sie nimmt zu, weil wir zusätzliche Stellen schaffen für die Beschulung von Flüchtlingen, ohne genau vorhersagen zu können, wie lange und wie umfangreich diese Aufgabe bestehen wird», erklärte der Minister. Der Bedarf an Vertretungslehrern steige insbesondere deshalb, weil viele der neu eingestellten jungen Lehrerinen kurz nach Berufsbeginn Kinder bekommen und für ein bis zwei Jahre aus dem Schuldienst ausscheiden.

«Gerade im Hinblick auf den großen Einstellungsbedarf der kommenden Jahre sollte hier verstärkt auf unbefristete Arbeitsverträge gesetzt werden», mahnte Berger. Ab 2020 würden jährlich 800 neue Pädagogen benötigt. Das Geld für zusätzliche Einstellungen schon jetzt sei vorhanden. Schließlich habe das Bildungsministerium im Vorjahr 26 Millionen Euro nicht benötigter Mittel zurückgegeben. «Zusätzliche Einstellungen jetzt sichern den Lehrernachwuchs und helfen den noch immer hohen Unterrichtsausfall zu senken», sagte Berger. Dem werde sein Ministerium schon längst gerecht, entgegnete Brodkorb. So seien für das Schuljahr 2017/18 über 200 Stellen zusätzlich ausgeschrieben worden, die schon vom kommenden Schuljahr an besetzt werden könnten.

Heftige Kritik äußerte die Oppositionspolitikerin an der Praxis, Lehrer mit Beginn der Sommerferien zu entlassen. «Das Land schickt seine Beschäftigten über die Ferien kurzerhand in die Arbeitslosigkeit und spart zugleich auf Kosten der Sozialkassen Haushaltsmittel ein», monierte Berger. Seit dem Schuljahr 2012/2013 habe sich die Zahl der Betroffenen von 77 auf 240 mehr als verdreifacht. «Die öffentliche Hand muss ein verlässlicher Arbeitgeber mit fairen Arbeitsbedingungen sein», forderte sie. Brodkorb nannte rechtliche Gründe für die Kündigungen. dpa

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