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In Kooperation mit der Wirtschaft: Runder Tisch soll mehr Mädchen in die MINT-Fächer bringen

MAINZ. In den Berufsschulklassen von Rheinland-Pfalz haben Schülerinnen einen Anteil von gerade mal 7,5 Prozent. «Das kann ja nicht eine genetische Disposition sein», sagt Bildungsministerin Hubig. Jetzt sollen bestehende Initiativen zur MINT-Förderung sich vernetzen und wirksamer werden.

Trotz aller Förderanstrengungen entscheiden sich nur wenige Schüler und noch weniger Schülerinnen für ein MINT-Fach. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Trotz aller Förderanstrengungen entscheiden sich nur wenige Schüler und noch weniger Schülerinnen für ein MINT-Fach. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz will mehr Mädchen für Naturwissenschaften und Technik begeistern und dazu unterschiedliche Teilnehmer an einem Runden Tisch zusammenbringen. «Wir wollen die bestehenden Initiativen zusammenbringen und vernetzen», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). «Besonders am Herzen liegt mir die Mädchenförderung, auch sie sollen die MINT-Fächer für sich entdecken.» Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Bei der MINT-Förderung gebe es viel Bewegung und Dynamik, erklärte Hubig. Ein Runder Tisch könne Struktur und mehr Transparenz in diese Bemühungen bringen. Als wichtiges Anliegen der ab Herbst geplanten Runde nannte die Ministerin, Lehrkräfte für bestimmte technische Bereiche gerade an den berufsbildenden Schulen zu gewinnen, in denen bundesweit ein Bewerbermangel bestehe.

Bei Mädchen sollte das Interesse für MINT-Themen möglichst früh geweckt werden, damit es nicht erst zu Berührungsängsten komme. «Sich erst in der 10. Klasse intensiver mit Naturwissenschaften zu beschäftigen, ist zu spät», sagte Hubig. Die Ministerin will den neuen Zuschnitt ihres Hauses nutzen, der auch die frühkindliche Bildung umfasst: «So können wir die Zeitspanne von der Kita bis zum Abitur begleiten.»

Als Beispiele nannte Hubig das «Haus der kleinen Forscher» in der Betriebs-Kindertagesstätte des Windkraft-Unternehmens Juwi in Wörrstadt, spezielle MINT-Projekte für Schülerinnen und Schüler an den Hochschulen, etwa das MINTplus-Projekt der Fachhochschule Bingen oder das NatLab der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Auch bei BASF und Boehringer Ingelheim gebe es gute Initiativen. «Da gibt es natürlich ein Eigeninteresse der Firmen, was aber gut zu unseren Plänen passt. Wir setzen da auch auf Kooperationen mit der Wirtschaft, mit Hochschulen und Industrie- und Handelskammern, auch mit der Bundesagentur für Arbeit.»

In den Leistungskursen der rheinland-pfälzischen Gymnasien gab es im vergangenen Schuljahr nur in der Biologie mit 61,4 Prozent einen hohen Mädchenanteil. In allen anderen Fächern waren Schülerinnen teilweise deutlich in der Minderheit: Chemie (44,9%), Mathematik (40,4%), Physik (21,8%) und Informatik (15,0%). Schülerinnen und Schüler müssen nicht zwingend einen Leistungskurs in einem MINT-Fach belegen, kommen dann aber in Mathematik oder in einem naturwissenschaftlichen Fach ins mündliche Abitur. An den berufsbildenden Schulen reicht der Anteil der jungen Frauen von 7,5 Prozent bei der Informationstechnik bis 27,5 Prozent bei der Umwelttechnik. Einziger Bildungsgang mit mehr Schülerinnen als Schülern ist die Gestaltungs- und Medientechnik mit 64,7 Prozent.

Die Ministerin macht bei dieser Tendenz keine Ausnahme: «Persönlich habe ich eher die Rollenklischees erfüllt – in der Oberstufe waren Deutsch und Latein meine Leistungskurse.» Die Überwindung gesellschaftlicher Rollen- und Berufsklischees beginnt mit der Frage, warum sich Mädchen signifikant weniger als Jungen für Naturwissenschaften entscheiden. «Das kann ja nicht eine genetische Disposition sein», sagte Hubig. «Mädchen können genauso viel Spaß an Experimenten entwickeln wie Jungen.» dpa

Ein Kommentar

  1. Wie toll diese ganzen Programme sind und wie sehr die helfen erkannt man ja unter anderem am Girls Day. Vergleicht man die Zahlen der Frauen in MINT vom Beginn des Jahrtausends mit den heutigen Zahlen, erkennt man keinen signifikanten Unterschied. Also eher raus geschmissenes Geld. Aber was macht man nun? Noch mehr Geld dafür verpulvern….ganz toll. Das ist dieses Kopfschmerztabletten-Prinzip: Wenn die erste Tablette nicht hilft, wirft man eine zweite ein, in der Hoffnung, dass diese dann hilft usw.

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