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Inklusion an Schulen – Wie müssen und wollen wir unsere Schule gestalten, damit Kinder die bestmögliche Entwicklung erfahren

Verleihung des Jakob Muth-Preises 2016

Der Jakob Muth-Preis ist eine Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen UNESCO-Kommission. Der Preis soll zeigen: Trotz teils schwieriger Rahmen-bedingungen gelingt Inklusion bereits an vielen Schulen und Schulverbünden in Deutschland.

Schüler sitzen im Stuhlkreis in einem Klassenraum. Im Vordergrund sind zwei Schülerinnen zu sehen, die sich zur Kamera hin umgedreht haben und lächeln. Gewinner des Jakob Muth-Preises für inklusive Schule.

Das ist die große Bühne für vorbildliche Inklusionsarbeit: Kinder mit und ohne Handicap lernen in allen Schulformen erfolgreich zusammen und bereichern sich gegenseitig, das beweisen die Sieger des Jakob Muth-Preises 2016. In diesem Jahr geht er an das Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim, die Grund- und Mittelschule Thalmässing, die Saaleschule Halle und an einen nordfriesischen Schulverbund um die Pestalozzi-Schule Husum. Alle vier Preisträger überzeugten die Jury mit ihren Unterrichtskonzepten, die allen Kindern gemeinsames Lernen ermöglichen. Mit der Pulheimer Schule wird die Auszeichnung erstmals auch an ein Gymnasium verliehen und mit den Schulen in Thalmässing und Halle geht der Preis zum ersten Mal nach Bayern und Sachsen-Anhalt.

Inklusion ist eine der größten schulpolitischen Aufgaben Deutschlands und seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema der Bertelsmann Stiftung. Damit möglichst viele Schulen und Kollegien von den Erfahrungen der Jakob Muth-Preisträger profitieren können, hat sich die Stiftung in einem Kooperationsprojekt mit dem Bereich Sonderpädagogik der Universität Hannover die Frage gestellt, was wesentliche Merkmale einer guten inklusiven Schule sind. In einem Film und einer Zusammenfassung beschreiben engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen die sieben Merkmale guter inklusiver Schulen und deren alltägliche Umsetzung. Außerdem zeigt das neue Buch „Inklusion kann gelingen!, wo Deutschland heute bei der Umsetzung von schulischer Inklusion steht.

Gewinner des Jakob Muth-Preises

Gewinner des Jakob Muth-Preises 2016 und Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (erste Reihe, zweite von links), am Rande der Preisverleihung. (Foto: Bernd Lauter)

Interviews mit den Lehrkräften, Sonderpädagogen und Eltern der Preisträgerschulen sowie die Praxis der Bewerberschulen zeigen eindrucksvoll, wie viele Gesichter gut gelebte Inklusion haben kann. Es wird deutlich, wie viele Möglichkeiten es gibt, um, ausgehend von den Ansprüchen der UN-Behindertenrechtskonvention einer lebendigen, bunten und chancenorientierten schulischen Wirklichkeit für alle Kinder näher zu kommen.

Dabei findet jede Schule ihren eigenen Weg. Angesichts sehr unterschiedlicher Ausgangsbedingungen werden allerorts institutionelle und individuelle Initiative, Kreativität, Improvisationstalent und Zuversicht benötigt, damit das gemeinsame Lernen gut umgesetzt werden kann. In vielen Fällen sind die politischen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht geklärt oder gar gesichert. Ein Teil der Bewerberschulen hat ihren ursprünglichen Ansatz von Grund auf hinterfragt und sich dann – mit dem Fokus auf Inklusion – ganz neu erfunden. Andere Schulen haben bereits bei ihrer Gründung den inklusiven Ansatz in ihrem pädagogischen Konzept verankert. Eine dritte Gruppe von Schulen hat sich auf Druck von außen hin verändert und das Thema Inklusion von einem fremden zum eigenen Anliegen gemacht. Auch die Schritte hin zu einem Unterricht für alle Kinder sehen je nach Schule sehr unterschiedlich aus: Einige kooperieren zunächst mit Förderschulen, andere beginnen mit der Öffnung einer Klasse für zunächst ein oder zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Wieder andere entscheiden sich von Tag eins an für die grundlegende, schulweite Öffnung für alle Kinder – unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Herkunft oder eben dem Förderbedarf. Alle Bewerber verstehen dabei den Weg zu einer inklusiven Schule als stetigen Entwicklungsprozess.

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