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Kultusministerium: Unterrichtsversorgung in Niedersachsen auch für Flüchtlingskinder gesichert

HANNOVER. Die prognostizierte Unterrichtsversorgung im gerade begonnen niedersächsischen Schuljahr liegt bei 98 Prozent. Zu wenig findet die Opposition. Die SPD-Fraktion wehrt sich. Zu Wartelisten an Schulen werde es laut Schulministerium nicht kommen.

Die SPD im niedersächsischen Landtag hat die Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen, die Unterrichtsversorgung im aktuellen Schuljahr sei die schlechteste seit 15 Jahren. «Die Soll-Stundenzahl ist in den vergangenen Jahren deutlich angehoben worden», sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Strümpel im Landtag. Die Vorgängerregierung aus CDU und FDP habe durch hohe Klassenfrequenzen und geringes Ganztagsangebot die Quote der Unterrichtsversorgung künstlich hoch gehalten. «Unsere 98 Prozent sind mehr wert als Ihre 101 Prozent», sagte Strümpel zur Vergleichszahl der Unterrichtsversorgung aus dem Jahr 2013.

Alle schulpflichtigen Flüchtlingskinder in Niedersachsen sollen einen Platz bekommen. Foto: Russell Watkins/Department for International Development / flickr (CC BY-SA 2.0)

Alle schulpflichtigen Flüchtlingskinder in Niedersachsen sollen einen Platz bekommen. Foto: Russell Watkins/Department for International Development / flickr (CC BY-SA 2.0)

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hatte zu Beginn des Schuljahres gesagt, die prognostizierte Unterrichtsversorgung liege bei 98 Prozent. Sie nannte den Lehrermangel und die Aufnahme von 35 000 zusätzlichen Schülern durch den Flüchtlingszuzug als Ursache.

Auch angesichts des Flüchtlingszuzugs gebe es aber keine Wartelisten für Kinder, hieß es aus dem Schulministerium. Bei ausgeschöpften Kapazitäten könne es allerdings vorkommen, dass Schüler nicht in ihre Wunschschule aufgenommen werden können, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Freitag zu einer Anfrage der FDP im Landtag.

Aufgrund des Flüchtlingszuzugs sei es zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 vereinzelt vorgekommen, dass schulpflichtige Flüchtlingskinder von den Schulen abgelehnt wurden, hieß es aus dem Ministerium. Hier sei dann aber nachgesteuert worden. In Niedersachsen sind Flüchtlingskinder schulpflichtig, sobald sie die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen haben und einer Gemeinde zugewiesen wurden. (dpa)

zum Bericht: Heiligenstadt: Guter Start ins Schuljahr – kein Hinweis auf flächendeckenden Unterrichtsausfall. Opposition: Schöngerede

2 Kommentare

  1. „Auch angesichts des Flüchtlingszuzugs gebe es aber keine Wartelisten für Kinder“

    Die Tatsache, dass Flüchtlingskinder in Regelklassen beschult werden, wird zur Aussage genommen, dass die Unterrichtsversorgung in Nds. hoch genug sei?
    Hm.

    Die laut Erlass zugesprochenen zusätzlichen Stunden zur Sprachförderung können leider den Schulen nicht zugesprochen werden, da Lehrermangel herrscht, und tauchen auch im Soll nicht auf. Dennoch müssen diese Kinder beschult und z.T. auch alphabetisiert werden.

    Es stimmt, dass die Klassenfrequenzen kleiner wurden. Es stimmt aber auch, dass durch Inklusion und Migration zusätzliche Aufgaben in die Schulen gegeben wurden, für die keine adäquate Lehrerstundenzuweisung erfolgt ist.

    Das Schwarze-Peter-Spiel der Parteien sollte schleunigst aufgegeben werden zugunsten einer gemeinsamen Anstrengung, die derzeitigen Bedingungen den gegebenen Aufgaben und Anforderungen anzupassen.

  2. „Zu wenig findet die Opposition. “ Soll man sich in diesem Satz ein Komma denken? Oder findet die Opposition wirklich zu wenig? von was?

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