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„Cyber-Grooming“-Themenabend im Ersten: Mangelhafte Ausstattung hindert die Schulen daran zu helfen – meint der VBE

BERLIN. „Damit Kinder Gefahren im Internet kennen und diese nicht unterschätzen, brauchen sie ausreichend Medienkompetenz. Prävention kann jedoch nur gelingen, wenn die Schulen und Lehrkräfte endlich ausreichend ausgestattet werden“, warnt Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender, anlässlich des Themenabends am 28. September 2016 im Ersten zu „Cyber-Grooming“.

In Deutschland war einer Umfrage zufolge schon jeder sechste Schüler Opfer von Cybermobbing (Symbolfoto). Foto: Erin Maray / flickr (CC BY-NC 2.0)

In Deutschland war einer Umfrage zufolge schon jeder sechste Schüler Opfer von Cybermobbing (Symbolfoto). Foto: Erin Maray / flickr (CC BY-NC 2.0)

Neben den Eltern sind die Lehrkräfte wichtige Vermittler für Medienkompetenz. Ausgestattet sind sie dafür nicht. In einer im unlängst von VBE, Bitkom und Learntec veröffentlichten repräsentativen Studie wurde deutlich, wie schlecht es um die Ausstattung mit digitalen Geräten steht. Demnach gebe es an den Schulen nach Ansicht der befragten Lehrkräfte zu wenig PCs, Notebooks und Tablets. Nur rund jeder vierte Lehrer (28 Prozent) sagt, die Verfügbarkeit dieser Geräte in Relation zur Schülerzahl sei „sehr gut“ oder „gut“. Jeder Dritte (37 Prozent) bewertet die Ausstattung dagegen nur als „befriedigend“ oder „ausreichend“, fast ebenso viele (34 Prozent) geben die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Der VBE-Vorsitzende kommentiert: „Es ist vollkommen unklar, wie auf dieser Basis Schülerinnen und Schüler die notwendigen digitalen Kompetenzen erlangen sollen. Hier ist die Politik in der Pflicht. Solange die Politik Aufklärung einfordert, aber die notwendige Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software und die Gewährleistung von Wartung verweigert, ist das unterlassene Hilfeleistung durch den Staat!“

Eine weitere Herausforderung sieht Beckmann in der Qualifizierung der Lehrkräfte. Laut der Umfrage wünschen sich 82 Prozent der befragten Lehrkräfte mehr Weiterbildungsangebote. Der VBE-Chef fasst zusammen: „Ausstattung, Fort- und Weiterbildung sind Schlüsselfaktoren für gelingende Prävention.“

Am Mittwoch, 20:15 Uhr, zeigt das Erste den Film „Das weiße Kaninchen“. Darin geht es um ein Mädchen, das im Netz erste Kontakt zu Jungen knüpft. Zu spät erkennt sie, dass ihr Chatfreund  nicht an ihren Gefühlen interessiert ist. Er droht damit, die offenherzigen Fotos ins Netz zu stellen. Wem kann sie sich anvertrauen? Im Anschluss (21.45 Uhr ) diskutiert Sanda Maischberger mit ihren Gästen über den „Tatort Internet“. Verbrecher tarnen sich mit falschen Identitäten und erschleichen sich das Vertrauen ihrer Opfer. So werden Kinder, die in vermeintlich harmlosen Chatrooms Kontakte suchen, Opfer sexuellen Missbrauchs. Kriminalisten nennen es Cyber-Grooming, es handelt sich also um eine besondere Form des Cyber-Mobbings.

Hier gibt es weitere Informationen zum Themenabend sowie zu „Cyber-Grooming“.

 

4 Kommentare

  1. Wozu sind digitale Geräte nötig, um vor Cyber-Grooming zu warnen? Wozu sind digitale Geräte nötig, um vor den Gefahren des Cyber-Groomings zu warnen? Ich verstehs nicht.

  2. Ich verstehs auch nicht.

  3. Das Problem ist doch vielmehr die Ignoranz der SchülerInnen. Wir sind die ach so coole Digital Natives, uns kann sowas doch nicht passieren. Lass den Alten da vorne doch reden. Leider setzt frühestens dann ein Umdenken ein, wenn es einem aus der Klasse oder nem Bekannten oder einem selbst passiert ist.

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