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GEW fordert: Flüchtlingskinder schon in der Erstaufnahme unterrichten

WIESBADEN. Als Skandal wertet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass in hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebrachte Flüchtlingskinder keinen Unterricht erhalten. «Wir haben hier Schulpflicht», sagt die GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch. Es gehe zu viel Zeit verloren, wenn Kinder erst später nach Aufnahme in den Kommunen in die Schule kämen, kritisiert Koch. In Berlin und dem Saarland werde es anders gehandhabt.

«Die Schulpflicht beginnt erst nach der Zuweisung in die Kommune», sagt dagegen der Sprecher des Kultusministeriums, Stefan Löwer. Es sei pädagogisch nicht sinnvoll, die Kinder in den Erstaufnahmen zu unterrichten, wenn sie wenige Woche später dann in den Kommunen in eine neue Schule kämen. Das Kultusministerium gehe davon aus, dass die Verweildauer der Kinder in den Erstaufnahmen möglichst kurz sei. Außerdem gebe es dort auch ehrenamtliche Angebote zu Deutschkursen.

Nach Angaben des Sozialministeriums sind derzeit in den Erstaufnahmen des Landes 5800 Menschen untergebracht, darunter rund 1000 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren. Die Verweildauer in den Einrichtungen vor Zuweisung in die Kommunen solle sechs Monate nicht überschreiten, hieß es weiter im Ministerium. dpa

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