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NRW startet Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ – alle Schulen sollen Konzepte erarbeiten. Ressourcen dafür? Fehlanzeige

DÜSSELDORF. Wie sollen sich Lehrer verhalten, wenn sie den Verdacht haben, dass einer ihrer Schüler sexuell missbraucht wird? Wie können sie versteckte Signale richtig deuten? Die Initiative «Schule gegen sexuelle Gewalt» will ein Tabu brechen.

Bringt das Thema Missbrauch immer wieder auf die Tagesordnung: Johannes-Wilhem Rörig. Foto: www.rieken-fotografie.de / Unabhängiger Beauftragter

Bringt das Thema Missbrauch immer wieder auf die Tagesordnung: Johannes-Wilhem Rörig. Foto: www.rieken-fotografie.de / Unabhängiger Beauftragter

Nordrhein-Westfalen startet als erstes Bundesland die Initiative «Schule gegen sexuelle Gewalt». «Mein Ziel ist es, dass an Deutschlands Schulen zu sexueller Gewalt nicht mehr geschwiegen wird», sagte der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, in Düsseldorf.

Alle Schulen sollen einen Interventionsplan erstellen und eine Risikoanalyse durchführen, ergänzt durch einen Verhaltenskodex und Ansprechpartner für Beschwerden. Der Interventionsplan soll das Vorgehen in einem Verdachtsfall von sexueller Gewalt festlegen. So müssten externe Fachleute hinzugezogen werden. Er enthalte auch ein Rehabilitationsverfahren für den Fall eines unbegründeten Verdachts. Gibt es dafür zeitliche Ressourcen? Davon war – wieder einmal – nicht die Rede.

«Ich gehe davon aus, dass in jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen sind», so Rörig. Bislang sei sexueller Missbrauch immer noch ein Tabu. Aus Angst vor falscher Verdächtigung und falschen Gerüchten werde geschwiegen. Es gehe darum, ein Klima zu schaffen, «in dem über das Thema gesprochen werden kann». Die Mehrzahl der Missbrauchsfälle fänden in der Familie statt, aber auch «Schulen können gefährliche Orte sein», sagte Rörig und erinnerte an den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule (ein mittlerweile geschlossenes, privat geführtes Internat).

Bis Februar 2017 sollen alle Schulen informiert werden, wie NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ankündigte. Bereits seit 2005 stehe im Schulgesetz, dass jedem Anschein von Vernachlässigung und Misshandlung nachzugehen sei. Der Deutsche Kinderschutzbund in NRW begrüßte die Initiative als «große Chance». Bis Ende 2018 sollen alle mehr als 30.000 Schulen in Deutschland Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt entwickeln. News4teachers / mit Material der dpa

Zum Bericht: VBE unterstützt Start der Bundesinitiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ in NRW, aber…

Zum Kommentar: Lehrer als Täter? Der Missbrauchsbeauftragte des Bundes missbraucht die Schulen für billige PR

 

4 Kommentare

  1. Ich bin Lehrer und kein Psychologe oder Sozialarbeiter. Nebenbei hat mein Tag auch nur 24 Stunden.

  2. Wie viele Konzepte sollen LehrerInnen neben ihrem eigentlichen Auftrag noch erarbeiten? Elternkonzept, Sicherheitskonzept, Schulkonzept, Schulvereinbarung, Schulprofil … Das ist alles viel Arbeit, zig Seiten Papierkram und man könnte es doch so einfach ausdrücken.

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