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Protestaktionen für bessere Arbeitsbedingungen in Brandenburg starten im November

POTSDAM. Brandenburgs Schulminister Günter Baaske steht Ärger ins Haus. Gemeinsam mit Polizisten und Forstbeamten sollen die in der GEW organisierten Lehrer am 9. November an Protestaktionen teilnehmen. Aus Sicht der Gewerkschaft sind mindestens 2.000 echte Neueinstellungen notwendig, um die Kollegen zu entlasten.

Mit einer Großkundgebung vor dem Potsdamer Landtag wollen mehrere Gewerkschaften am 9. November bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer, Polizisten und Forstbeamte anmahnen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) werde die Pädagogen an diesem Tag aufgerufen, nach der dritten Unterrichtsstunde an regionalen Personalversammlungen teilzunehmen, kündigte GEW-Landeschef Günther Fuchs am Donnerstag in Potsdam an. Zu der Kundgebung erwarte er bis zu 9000 Teilnehmer. Der Aufruf dazu soll auf einer Konferenz an diesem Samstag beraten werden, an der neben Lehrern auch Personalräte teilnehmen.

 Brandenburgs Schulminister Günter Baaske hatte sich im letzten JAhr schon beim Thema Krankschreibungen nicht eben beliebt bei den Lehrern im Land gemacht. (Foto: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg)

Brandenburgs Schulminister Günter Baaske hatte sich im letzten JAhr schon beim Thema Krankschreibungen nicht eben beliebt bei den Lehrern im Land gemacht. (Foto: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg)

Die GEW, die Gewerkschaft der Polizei, die IG BAU und der Deutsche Beamtenbund hatten die Verhandlungen mit der Landesregierung am 20. Juli nach zahlreichen Sondierungen und vier Runden für gescheitert erklärt. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die Weigerung der Landesregierung gewesen, über Entlastungen für Lehrer, Polizei- und Forstbeamte zu sprechen, sagte Fuchs. Diese Beschäftigtengruppen seien überaltert, es gebe einen hohen Krankenstand und folglich viele Ausfälle.

Der GEW-Chef warf der Landesregierung vor, seit zehn Jahren zu wenig Lehrkräfte einzustellen. «Die Regierung ist nicht an einer langfristigen Lösung interessiert, sondern hangelt sich von Haushalt zu Haushalt durch», sagte er. Viele Lehrer wanderten nach Berlin ab, weil die Einstiegsgehälter dort höher und die Aufstiegschancen besser seien als in Brandenburg.

Von den für dieses Schuljahr angekündigten 1400 neuen Lehrern sind laut Fuchs höchstens 900 neu eingestellt worden. Bei rund 300 seien lediglich die Arbeitsverträge entfristet worden, sagte er. «Notwendig sind aber mindestens 2000 echte Neueinstellungen.» Vor allem für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fehlten Lehrer. Auch gebe es zu wenig Sonderpädagogen und Schulpsychologen. Laut Fuchs wollen die Gewerkschaften im November über weitere Protestaktionen beraten. (dpa)

• zum Bericht: Bildungsminister wirft Lehrern vor, bei Krankschreibungen zu mogeln – Verbände empört

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