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Terror-Drohung gegen mindestens neun Braunschweiger Schulen – 7.000 Schüler evakuiert, Polizei gibt Entwarnung

BRAUNSCHWEIG. Terroralarm in Braunschweig: Mindestens neun Schulen der Stadt haben in der Nacht zu Montag per E-Mail eine Anschlagsdrohung erhalten, in der laut Medienberichten die Begriffe „IS“ und „Sprenggürtel“ genannt wurden – am Vormittag wurden daraufhin etliche Schulgebäude evakuiert. Für mehr als 7.000 Braunschweiger Schüler fiel der Unterricht aus, wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Die polizeilichen Maßnahmen wurden gegen 11.30 Uhr aufgehoben, so teilte ein Polizeisprecher mit. Gefunden wurde offenbar nichts – außer einem herrenlosen Koffer. Der enthielt eine Trompete. Auch an einer Schule im schleswig-holsteinischen Elmshorn sorgte ein herumliegender Koffer für Aufregung.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)

Die Polizei zeigte Präsenz vor den Schulen. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)

Laut Informationen der Deutschen Presseagentur wurde in Braunschweig in der Droh-Mail die Uhrzeit 9 Uhr als Anschlagszeitpunkt genannt. Tatsächlich waren bis um 9 Uhr die Schulen weitgehend geräumt; es hielten sich nach Informationen der „Braunschweiger Zeitung“ keine Schüler mehr in den Gebäuden auf. Die Entscheidung, die Gebäude zu räumen, habe jede Schule für sich getroffen, sagte der Polizeisprecher. Die Evakuierungen seien überall ruhig und problemlos gelaufen. Schon vor neun Uhr waren die meisten Schulhöfe leer. Nur ein Zettel machte an vielen Eingängen darauf aufmerksam, dass an den Schulen am Montag kein Unterricht stattfand.

Schüler berichten davon, dass etliche Streifenwagen vor den Schulen gestanden und Polizisten die Schüler per Lautsprecherdurchsagen dazu aufgerufen haben, nach Hause zu gehen. Eine Schule sicherten laut Augenzeugenberichten Polizisten mit schusssicheren Westen, während die Schüler das Gelände verließen. Damit die Schüler möglichst schnell und geordnet die Schule verlassen, hatte die Schulleitung mitgeteilt, dass es sich um einen technischen Defekt handele. „Es herrschte keinerlei Panik vor“, erklärte der Schulleiter gegenüber der Zeitung. Er hofft, bereits morgen den Schulbetrieb wieder aufnehmen zu können. „Wir wussten gar nicht, was genau los ist, deswegen waren auch alle ganz ruhig“, sagte ein Schüler am Montag vor dem Gymnasium Kleine Burg mitten in der Braunschweiger Innenstadt. Nicht schon wieder, habe er später gedacht, als er von den Drohungen gehört habe – in Braunschweig war vergangenes Jahr nach einer Terrorwarnung in letzter Minute der Karnevalsumzug abgesagt worden.

Gegen 12 Uhr meldete die Polizei dann auf ihrer Facebook-Seite:  „Unser polizeilicher Einsatz an den Braunschweiger Schulen ist beendet. Die Lage hat sich beruhigt. Er hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Absender der E-Mail um einen sog. „Fake-Account“ handelt. Weitere Ermittlungen laufen.“ Auf twitter hatte sie mitgeteilt, dass dieselbe Drohung offenbar auch Schulen in anderen Städten erreicht hat. Der Polizeisprecher teilte mit:  „Es ist nirgendwo etwas passiert. Alles ist ruhig.“ Die Braunschweiger Polizei mit anderen Dienststellen im Land und auch in anderen Bundesländern in Kontakt. Die Beamten prüfen derzeit, ob die Drohmail auch dort verschickt wurde. Bei der Braunschweiger Polizei hätten sich mehrere Dienststellen gemeldet, die einen solchen Verdacht geäußert hätten, sagte der Polizeisprecher.

Die Beamten ermitteln nun, wer Urheber der Mail ist. Auch der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz wurde eingeschaltet, der Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat (Paragraf 126 Strafgesetzbuch) aufgenommen hat. Dem Urheber drohen eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft. Noch gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter. „Im Internet gibt es gute Verschleierungsmöglichkeiten, das wird bekanntermaßen schwierig“, sagte der Polizeisprecher.

Auch der Fachbereich Schule der Stadt Braunschweig hatte die Anschlagsdrohung erhalten, wie die Stadtverwaltung am späten Vormittag ergänzte. In einer Pressemitteilung hieß es: „Aufgrund vieler Nachfragen von Schulen und Eltern sowie aus Kitas hat die Stadt in einer E-Mail an die Einrichtungen Folgendes mitgeteilt: Liegt bei einzelnen Schulen oder Kitas keine Drohung vor und hat die Polizei auch nicht mit den Einrichtungen  Kontakt aufgenommen, so besteht nach Ansicht von Polizei und Stadt keine Veranlassung, den Betrieb einzustellen oder die Gebäude zu räumen. Gleichwohl werden, soweit noch nicht geschehen, die Schul- und Kitaleitungen gebeten, Polizei und Stadt umgehend zu kontaktieren, sollten ähnliche Drohungen vorliegen.“

Ein herrenloser Koffer auf dem Dach einer Elmshorner Gemeinschaftsschule sorgte am ersten Tag nach den Ferien für Aufregung. Der Schulleitung fiel das Gepäckstück am Montagvormittag auf, wie die Polizei mitteilte. Die alarmierten Beamten evakuierten das Schulgebäude und holten Feuerwehr, Rettungs- und Kampfmittelräumdienst hinzu. Nach der Untersuchung gaben die Spezialisten Entwarnung: Der Koffer war leer. Die Sperrung wurde aufgehoben und die rund 700 Schüler und 50 Lehrer konnten zurück in das Gebäude. News4teachers

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