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Zwölfjähriger offenbar von Mitschüler lebensgefährlich verletzt: Verweist die Tat von Euskirchen auf einen gefährlichen Trend?

EUSKIRCHEN. Ein Angriff auf einen Zwölfjährigen an einer Schule schockiert die Stadt Euskirchen – der Schüler wurde lebensgefährlich verletzt. Nun glauben die Ermittler den Täter zu kennen: Es ist ein anderes Kind. Ein krasser Fall, der möglicherweise auf eine gefährliche Entwicklung hinweist: Insbesondere unter jüngeren Kindern scheint die Gewalt zuzunehmen – und: die Taten werden brutaler.

Gefährlicher Trend: Immer öfter werden jüngere Schüler zu Gewalttätern. (Symbolbild). Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Gefährlicher Trend: Immer öfter werden jüngere Schüler zu Gewalttätern. (Symbolbild). Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Ein Mitschüler soll für den Angriff auf einen lebensgefährlich verletzten Zwölfjährigen in Euskirchen verantwortlich sein. Dieser Verdacht habe sich erhärtet, nachdem man weitere Kinder befragt habe, gab die Polizei in Nordrhein-Westfalen bekannt. «Nach dem, was wir bis jetzt aus Schilderungen erfahren haben, gehen wir nur von einem agierenden Täter aus», sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft. Dabei handele es sich um einen anderen Jungen im strafunmündigen Alter – also unter 14 Jahre. Auch wenn sich der Verdacht weiter erhärten sollte, müsste er sich für die Tat nicht vor Gericht verantworten. Es sei aber das Jugendamt eingeschaltet worden, sagte Faßbender.

Eine Lehrerin der Gesamtschule Euskirchen hatte am Donnerstag den Notarzt gerufen, weil der Zwölfjährige über Schmerzen klagte und benommen war. Wie sich herausstellte, hatte er wohl bei einer Prügelattacke lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Per Hubschrauber musste er später in eine Kölner Klinik geflogen werden. Zur Frage, ob er auch am Samstag in Lebengefahr schwebte, sagte der Sprecher: «Es ist noch in intensivmedizinischer Behandlung.»

Die Ermittler hatten zuvor mehrere Kinder im Beisein ihrer Eltern befragt. Zu weiteren Details des Falls wollten sie sich auch deshalb nicht äußern, weil sie auf weitere Zeugen hoffen. Es gebe Grund zur Annahme, dass weitere Schüler das Geschehen beobachtet haben könnten. Der Angriff habe sich auf dem Schulgelände während des Schulbetriebs ereignet, sagte Faßbender.

Nach Informationen des Kölner „Express“ soll ein Kartenspiel Auslöser für die Prügelattacke gewesen sein. Angeblich hätten Täter und Opfer und vermutlich weitere Kinder mit sogenannten Yu-Gi-Oh-Karten gespielt. Der Täter soll es nicht ertragen haben, dabei zu verlieren – woraufhin er den Gleichaltrigen attackiert und brutal gegen den Kopf getreten haben soll.

Hinweisen, dass Mitschüler für den Angriff verantwortlich sein könnten, waren Polizei und Staatsanwaltschaft schon kurz nach Bekanntwerden des Falls nachgegangen. Der Zwölfjährige sei zunächst ansprechbar gewesen und habe Angaben machen können. Die Gesamtschule wird nach Angaben der Kölner Bezirksregierung mittlerweile auch von einem Krisenbeauftragten beraten.

Gefährliche Körperverletzungen: Zuwachs

Aktuelle Berichte zur Entwicklung der Jugendgewalt lassen keinen einheitlichen Trend erkennen. In Hamburg etwa haben die Fälle an Schulen im vergangenen Schuljahr gegenüber dem vorherigen um gut zehn Prozent  zugenommen. Dem gegenüber sei die Zahl der Schüler lediglich um rund ein Prozent gestiegen, so meldet das „Hamburger Abendblatt“. Außergewöhnlich hoch sei der Anstieg gefährlicher Körperverletzungen: von 89 auf 167 Fälle – ein Plus von 88 Prozent. Die schwerwiegendste Tat ereignete sich laut Bericht an einer Berufsschule. Anfang Januar war dort ein 18-Jähriger im Schulgebäude durch Messerstiche eines 20 Jahre alten Mitschülers lebensgefährlich verletzt worden.

In Berlin ist die Jugendgewalt insgesamt rückläufig, allerdings nur bei den über 14-Jährigen, so berichtet der „Tagesspiegel“. Auffällig sei, so das Ergebnis eines aktuellen Monitorings zur Jugendgewalt in der Bundeshauptstadt (das schulische und polizeiliche Daten aus 2014 zusammenführt),  dass es eine Verlagerung der Gewalt hin zu den Grundschulen gebe (die in Berlin in der Regel die ersten sechs Jahrgänge umfassen): „Die in den letzten Jahren zu verzeichnenden Zuwächse gehen ausschließlich auf die Grundschulen zurück“, so heiße es in der Bilanz der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention, die das Monitoring verantwortet. Bei den Sekundarschulen gebe es hingegen „massive Rückgänge“. Während 2010 die Grundschulen noch 40 Prozent der Fälle ausmachten, seien es jetzt 56  Prozent der Gewaltvorfälle.

Die Forschergruppe des Monitorings verweise auf die starke Korrelation von Schulklima, Schuldistanz, Armut, Perspektivlosigkeit sowie häuslicher Gewalt mit der Verbreitung von Kinder- oder Jugendgewalt, so heißt es. Die soziale Lage sei hier mitentscheidend. So liege die Zahl der Schulgewalt-Delikte beispielsweise im Brennpunkt-Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit seiner hohen Zahl an arbeitslosen Alleinerziehenden sechsmal höher als im bürgerlichen Steglitz-Zehlendorf.

Und der rheinland-pfälzische Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Benno Langenberger, sagt: „Die Art der Gewalt an Schulen hat sich verändert. Die Körperverletzung wird exzessiver, brutaler.“

Die These, die Zahlen seien zwar rückläufig, im Gegenzug sei es aber zu einer neuen Qualität gekommen, also zu einer zunehmenden Brutalisierung, widerspricht der Kriminologe Wolfgang Heinz. In einem Fachbeitrag für die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt er, dies „stützt sich auf persönliche Eindrücke von sachbearbeitenden Beamten. Statistisch kann diese These weder durch Hellfeld- noch durch Dunkelfelddaten bestätigt werden. Dem Eindruck entspricht, dass auch aus Schulen von einer Zunahme von Gewalt berichtet wird. Die Daten der Unfallversicherer zeigen aber, dass in den vergangenen 20 Jahren sowohl die Raufunfälle als auch die schweren, mit Bruchverletzungen verbundenen Raufunfälle insgesamt deutlich abgenommen haben, und zwar in allen Schularten.“ News4teachers / mit Material der dpa

Zum Bericht: Polizei zur Gewalt an Schulen: Die Körperverletzung wird exzessiver, brutaler

38 Kommentare

  1. Der Junge hat sicher die Kultur des Anderen nicht richtig verstanden. Auch die Schulen sind ein Teil der Gesellschaft und werden bunter und vielfältiger. Mit dieser Vielfalt kann halt nur nicht jeder richtig umgehen.

    • ach, demnach soll „diese“ vielfalt also auch die zutiefst einfältige gewaltzunahme verursachen?
      konkrete sündenbocke sind zwar einfach aber verantwortung lässt sich kaum „abschieben“.

      vor ca. acht jahren nahm aufgrund permanenter gewaltvorfälle auch die zuständige polizei an meinem elternabend teil. die betroffene grundschule befindet sich so gar nicht in einem sozialen brennpunkt und die täterschaft stammte ausnahmslos aus elternhäuser, die einen zweifellos deutschkulturellen hintergund haben.

    • Wie (leider immer öfter) üblich. Ohne Kenntnis der Fakten wird geurteilt – klar, die Ausländer sind mal wieder alles schuld. Übel, diese Hetz-Kommentare.

      • @Bernd
        Wer hier ständig Diskussionsteilnehmer verunglimpft, ihnen immer wieder jegliche „Kenntnis der Fakten“ abspricht oder Hass, Hetze und rechtsextreme Gesinnung unterstellt, sind doch Sie!
        Fassen Sie sich endlich mal an die eigene Nase, bevor Sie Ihre Hass- und Hetzkommentare gegen Andersdenkende loslassen und die eigenen Fehler auf andere projizieren!
        Die Meinungsäußerung von Wollmer ist geradezu harmlos im Vergleich zu dem, was Sie (leider immer wieder) vom Stapel lassen.
        Etwas weniger Selbstgerechtigkeit und etwas mehr Selbstkritik bitte!

        • @Papa51

          Amen

        • Dann erklären Sie mir mal, was der Post von Wollner sonst bedeuten soll. Und halten Sie die Leser hier nicht für blöd – diese ewigen Andeutungen, die klar in Richtung Hetze weisen – aber selten so konkret werden, dass ein Straftatbestand draus wird. Das ist genau die Methode AfD: Boateng? Kenne ich gar nicht.

          Und verunglimpfen? Wie kann man anonyme Schreiber verunglimpfen? Lassen Sie und andere hier doch einfach diesen Nebelsprech – und äußern Sie klar, was Sie wollen: Etwa in der Diskussion über den Geschichtsunterricht, den Sie „objektiver“ haben wollen und dazu auf den sogenannten „Historikerstreit“ verwiesen. Eine kaum verhüllte Anspielung darauf, dass Ihnen die schulische Erinnerungskultur an den Holocaust nicht passt und Sie relativierenden Darstellungen Platz im Geschichtsunterricht einräumen wollen. Als gäb’s dabei ein Pro und Kontra.

          Aber natürlich: Direkt geäußert haben Sie’s nicht. Boateng? Kenne ich gar nicht.

          • Objektiver Geschichtsunterricht? Da lachen ja die Hühner, grins.
            Dass nicht nur dieser Unterricht klar eine bestimmte, nämlich die linke Sichtweise favourisiert, sollte doch jeder erkennen, der nicht mit Scheuklappen durch die Gegend läuft.

            Bereits ich erlebte in den 70er Jahren an der Uni eine deutlich erkennbare linke Ausrichung der Studieninhalte. Zum Glück fand ich noch einen Professor, der uns nicht vermitteln wollte, dass die damalige DDR das bessere Deutschland sei, lach.

            Aktuell verfolge ich den Geschichts-und Politikunterricht an einem Gymnasium, der z.B. keinerlei Kritik an der Merkelschen „Flüchtlings“- Politik zulässt. Entsprechend angepasst schreiben die Schüler ihre Arbeiten.
            In einer Hausarbeit über „den“ Islam musste der betreffende Schüler jedes Wort sorgsam wählen, um nicht gegen die „Politicall Correktness“ zu verstoßen.

            Ich meine, die meisten Lehrkräfte sind vor allem durch die Uni politisch links sozialisiert. Deshalb haben sie mit dieser Art einseitiger politischer oder geschichtlicher Unterweisung auch keine Probleme.
            Wer sich dem Mainstream nicht anpasst, muss wohl oder übel „mit den Wölfen heulen“, um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen.

            Wie ist das noch mal mit der Objektivität der Bundeszentrale für politische Bildung?

          • Ja, die Geschichtlehrer in Deutschland sind allesamt verkappte Linksradikale.

          • Wenn man selbst die Erde über ihren rechten Rand hinweg verlassen hat, dann muss einem das wohl so erscheinen.

          • Im Gegensatz zu Ihnen warte ich mit Fakten auf. Sie hingegen können offenichtlich nur plump agitieren. Aber das kennen wir hier ja schon.

          • Was für Fakten denn? Sie berichten von einem (!) Schüler von einem (!) Gymnasium, der offenbar in einer Klassenarbeit nicht gegen Muslime hetzen durfte (war’s das Enkelchen?) – und daraus stricken Sie die um persönliche Erfahrungen von vor 200 Jahren angereicherte Behauptung, die meisten Lehrkräfte seien „politisch links sozialisiert“, und Geschichtslehrer schon gar. Aberwitzig.

          • Ich will Ihnen nichts erklären. Sie wollen ja doch Meinungen, die Ihnen nicht passen, nur als rechtsextrem, als rassistisch, fremdenfeindlich, hetzerisch, hasserfüllt oder schlichtweg unmoralisch sehen.
            Warum spielen Sie nur auf Boateng an? Unterstellen Sie mir doch gleich, ich wolle an Grenzzäunen oder -übergängen auf Frauen und Kinder schießen, den Holocaust verleugnen und Adolf verherrlichen.
            Und krönen Sie das Ganze dann noch mit einem Ihrer zwischenzeitlich eingestreuten frommen Sprüche wie etwa: Ein guter Demokrat muss andere Meinungen akzeptieren.
            Wie soll das gehen, wenn Sie als angeblich guter Demokrat Andersdenkende sofort den üblichen Verdächtigungen und Unterstellungen aussetzen und sich damit das (scheinbare) Recht verschaffen, auf Meinungsgegner übel einzudreschen?
            Nein, Bernd, für mich sind Sie nicht authentisch, sondern nur die Karikatur eines guten Demokraten. Ein guter Demokrat liegt nicht auf der Lauer, um Menschen mit anderen Meinungen zu erniedrigen, sie unter falsche Anklage zu stellen und kleinste Gelegenheiten für Diffamierungen zu nutzen. Er spielt sich nicht als Gesinnungspolizist auf, der überall geistige Bösewichter wittert, wo nicht sein Lied gesungen wird.
            Und damit ist für mich vorerst Schluss mit diesem sinnlosen Hin und Her. Haben Sie Ihre Meinung und lassen Sie mir meine.

          • Wenn Sie nichts erklären wollen (auch Ihre Meinung nicht), dann brauchen Sie ja hier auch nichts weiter zu posten – dann sind Sie halt nur ein Troll, der hin und wieder einfach mal einen ablässt.

            Und ja, Meinungen die „rechtsextrem, rassistisch, fremdenfeindlich, hetzerisch, hasserfüllt oder schlichtweg unmoralisch“ sind, werde ich als solche hier auch benennen. Allein schon diese Diskussion hier ist abartig: Da wird ein Kind fast totgeschlagen, und Leute wie „Wollmer“ (für den Sie ja viel Verständnis zeigen) haben nichts besseres zu tun, als das zum Anlass zu nehmen, gegen „eine bunte Gesellschaft“ herzuziehen, die ihm und Ihnen offenbar nicht passt – ohne Kenntnis jeglicher Fakten zum Fall.

          • „Ich meine, die meisten Lehrkräfte sind vor allem durch die Uni politisch links sozialisiert. Deshalb haben sie mit dieser Art einseitiger politischer oder geschichtlicher Unterweisung auch keine Probleme.“

            Täuschen sie sich da nicht! Es gibt viele Lehrer, die es den Schülern gleich tun und einfach nur nicht auffallen wollen. Wie ich bereits sagte, es ist wie in der DDR…

          • Ja klar, wir leben wie in der DDR – und die Kondensstreifen der Flugzeuge werden von der CIA gemacht und enthalten Drogen. Und meine Psychomacken sind gar keine, weil es ja ganz viele gibt, die den gleichen Quatsch denken wie ich.

          • Zitat:„Längst haben die Funktionäre der Politischen Korrektheit die Stellen der sozialen Kontrolle dessen besetzt, was als diskutabel gilt. Damit koppeln sie die Moral vom gesunden Menschenverstand ab. Der Politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“

            http://www.focus.de/wissen/mensch/philosophie/tid-20094/debatte-gut-artikulierte-minderheiten_aid_560031.html

          • @M.J.
            Danke für den Link, der durchaus meinen Beitrag (17.19 h) bestätigt.

            Bestimmt sagt Ihnen die Amadeu-Antonio-Stiftung mit der Chefin Annette Kahane etwas. Es lohnt sich, zu dieser Person zu googlen.
            In dem Zusammenhang sollte auch noch der Bundesjustizminister H. Maas und die Familieministerin M. Schwesig genannt werden.
            „Hate Speech“ ist Ihnen auch nicht unbekannt?
            Warum fällt mir in diesem Zusammenhang nur immer wieder die DDR ein? Können Sie mir helfen? grins.

          • Wow, der Beitrag stammt aus dem Sept. 2010. Um wie viel schlimmer ist es in den zurückliegenden Jahren noch geworden!

          • Sehr geehrter MichealMeier,

            wir haben Ihren Post gelöscht. Wir möchten Sie bitten, keine Fäkalsprache zu verwenden.

            Die Redaktion

          • Für alle Interessierte eine Programmvorschau für Donnerstag:

            21:00
            HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)
            scobel – Niedergang des Journalismus
            Erstausstrahlung
            Ganzen Text anzeigen
            Lügenpresse-Vorwürfe, Hetzjagden auf Journalisten und ein allgemeiner Vertrauensverlust des Berufsstandes prägen die Wahrnehmung des Journalismus in der Öffentlichkeit.

            Die Diagnose eines „Niedergangs des Journalismus“ scheint mehr als berechtigt. Der …

            Das finde ich prima. Scobel verspricht journalistische Qualität. Können wir noch hoffen?

          • Danke M. J.! Der Focus-Artikel spricht mir aus der Seele.

    • Und wenn der Aggressor von der Dahlemer Binz ist? Da am Allerwertesten der westlichen Hemisphäre ist man eher katholisch. Nur wer von da kommt, der gilt in EU bereits als Migrant und zwar als Armutsflüchtling:)

  2. Ich würde vorschlagen, auf ebenso dumme wie rassistische Kommentare wie den allerersten am besten nicht zu reagieren. Es führt nämlich nur zu einer so völlig sinnlosen Diskussion wie der oben.

    Wir haben es hier doch ganz offensichtlich mit einem (herkunftsunabhängigen) Problem zu tun: Vielen Elternhäusern gelingt es nicht oder – was noch schlimmer ist – sie versuchen es nicht, ihren Kindern Grundwerte des zivilisierten Zusammenlebens mitzugeben.
    Kinder, die ohne Frühstück und in versifften Klamotten in die Schule kommen, kennt jeder Lehrer. Kinder, denen es im Elternhaus an Liebe und Zuwendung fehlt, auch.
    Dazu kommen Eltern, die Ellenbogen und Egoismus zur Lebensmaxime erhoben haben und im Umfeld Schule (auch gegenüber von Lehrkräften) entsprechend agieren.
    Schule wird kaum Teil der Lösung des grundsätzlichen Problems sein können, weil in meinen Augen hier schon nahezu alle Mittel ausgeschöpft sind und Schule viel weniger Zeit im Leben der Kinder einnimmt als das Elternhaus.
    Ich muss leider zugeben, dass ich relativ ratlos bin.

    • @Küstenfuschs
      „Ich würde vorschlagen, auf ebenso dumme wie rassistische Kommentare wie den allerersten am besten nicht zu reagieren. Es führt nämlich nur zu einer so völlig sinnlosen Diskussion wie der oben.“

      Ich schlage vor, auf derartige Kommentare zukünftig zu verzichten. Sh. Focus-Artikel und bei Bedarf noch mehr.

      • Sehr geehrter mehrnachdenken,

        wir möchten Sie bitten, es zu unterlassen, Lesern von News4teachers das Wort zu verbieten. Jeder Leser, der sich an die Regeln von Presserecht und Nettiquette hält, hat das Recht, hier zu veröffentlichen – selbstverständlich sind die Kommentare von Küstenfuchs hier sehr gerne gesehen.

        Die Redaktion

        • Redaktion,

          ich kann mich nicht erinnern, Lesern dieser Plattform das Wort verboten zu haben. Meinen Beitrag sollten Sie schon im Kontext des vorher Geschriebenen lesen.
          Merken Sie eigentlich nicht, wie einseitig parteiisch Sie Ihnen genehme Beiträge einfach so durchwinken, obwohl diese oft genug unsachlich oder gar beleidigend sind?

          Klar, wer an dem linken Weltbild dieser Plattform kratzt, ist kein gern gesehener Gast.
          Das werde ich nun zukünftig auch nicht mehr sein.

          mehrnachdenken

          • Man gewöhnt sich schnell an die Einseitigkeit… also ich nehm sowas nur noch mit Humor und versuche die Grenzen auszutesten.

        • Nur die von mehrnachdenken nicht! Merken Sie etwas?

  3. @küstenfuchs

    danke für deinen beitrag: ich habe lange überlegt, ob ich auf den provokativen eingangspost reagieren will und mich dafür entschieden, weil mir letztlich angst und bange wird, wenn solche mehr als fragwürdigen aussagen auf dieser seite unkommentiert bleiben. die nachfolgende diskussion mag sinnlos erscheinen und dennoch lässt sich insbesondere aus offensichtlichen abgründen einiges lernen und dafür ist es hoffentlich nie zu spät – die vergangenheit ist bekanntermaßen ja nie vorbei, sie ist nicht einmal vergangen…

    • Lieber Küstenfuchs, liebe unverzagte,

      ich führe solche unerquicklichen Diskussionen hier immer wieder – weil ich wie Sie, unverzagte, solche Bösartigkeiten wie den Eingangspost (die ja oft in recht harmlosen Ton wiedergegeben werden) nicht unwidersprochen stehen lassen will. MIr geht es dabei nicht um die Absender solcher Parolen, denen ist eh‘ meist nicht mehr zu helfen. Mir geht es um mitlesende (junge) Menschen, die nicht glauben sollen, dass diese Fremdenfeindlichkeit und Dummheit, die aus solchen Posts spricht, irgendwie „normal“ seien. Sind sie nicht.

      Herzliche Grüße
      Bernd

      • PS. Lieber Küstenfuchs,

        und zum anderen Teil Ihres Statements: Ich denke schon, dass hier die Schule als Institution gefordert ist – wer sonst? Allerdings nicht die Lehrer (allein). Wir benötigen mehr echte Ganztagsschulen, und wir benötigen multiprofessionelle Teams aus Lehrern, Sozialpädagogen, Psychologen, Logopäden etc. an den Schulen, die sich im Zusammenwirken um die harten Fälle kümmern können (so, dass Lehrer sich auf ihren eigentlichen Job, den Unterricht, konzentrieren können). Und das ist keine Utopie, sondern Standard zum Beispiel in den Niederlanden.

        Zum Nachlesen: http://drk-kinder-jugend-familienhilfe.de/fileadmin/user_upload/Sonderformate/Nieslony_Schulsozialarbeit_in_den_Niederlanden.pdf

        • Wenn neben den Lehrern noch jede Menge an „Sozialpädagogen, Psychologen, Logopäden etc.“ nötig sind und gefordert werden, stimmt etwas nicht und die Schülerschaft ist voll von sozial gestörten Wesen.
          Und diese brisante „Gemeinschaft“ sollen alle auch noch ganztägig genießen und in ihr soziale Kompetenz erlernen.
          Wie kam die Menschheit in ihrer Erziehungsgeschichte bloß ohne „multiprofessionelle Teams“ aus und nur mit Laienkräften wie Familien?
          Wenn sich eine Gesellschaft mit ihren Schulen zu einem Arbeitsbeschaffungsprogramm für Sozial- und Helferberufe entwickelt, ist zu fragen, was politisch seit Jahren und Jahrzehnten immer schiefer läuft.

          • Sorry, das ist pure Ideologie. Auch Rente und Krankenkasse sind menschheitsgeschichtlich sehr junge Einrichtungen – verzichten Sie deshalb auf solche Transferleistungen der Gesellschaft, weil jahrtausendelang die Alten und Kranken von ihren Familien durchgefüttert wurden?

            Zu jeder Gesellschaft gehören Menschen/Familien, die – aus welchen Gründen auch immer – besonderer Unterstützung bedürfen. Die kann man sich selbst überlassen. Dann hat man ein gesellschaftliches Prekariat, das auf Sozialhilfe angewiesen ist und mit dem man verstärkt polizeilich und juristisch umgehen muss – ein teurer „Spaß“, der auch noch die Tendenz hat, sich auszudehnen (weil sich Armut vererbt).

            Oder der Staat betreibt eine aktive Unterstützungspolitik, die er ja heute auch schon leistet. Es gibt sie ja alle (wenngleich mitunter zu wenige), die Lehrer, die Schulpsychologen, die Sozialarbeiter, die Logopäden etc. – nur arbeiten sie in der Regel unkoordiniert vor sich hin. So bleibt es in Deutschland mehr oder weniger dem Zufall überlassen, ob ein Kind (beispielsweise: Legastheniker mit besonderem Förderbedarf aus einer sozial schwachen Familie) auch tatsächlich die Diagnose, Unterstützung und Förderung bekommt, die es braucht.

            Staaten wie die Niederlande oder Kanada, in denen die Schulen eben auch Unterstützungszentren sind (deren Wirkung sich an den PISA-Ergebnissen ablesen lässt), sind keine kommunistischen Regime, nur weil sie sich um ihre Kinder kümmern.

          • Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen um Recht zu behalten!
            Die ständige Zunahme von Schüler-Verrohung in Wort und Tat sowie eklatante Lern- und Leistungsschwächen auf anderen Gebieten sprechen eine überdeutliche Sprache.
            Immer mehr Hilfspersonal neben den Lehrern her beweist nur das Herumdoktern an Symptomen und den dadurch verursachten wachsenden Bedarf an Zusatzleistungen und -kräften.
            Das bewusst ignorierte Grundübel kann sich derweil ungestört weiter ausbreiten.
            Natürlich machen sich Lobbyisten aus Sozialverbänden und -berufen immer stark für Symptombehandlungen, denn gelöste Probleme bedeuten weniger Arbeitsplätze, also gibt es auch keinen Anreiz, Probleme bei der Wurzel zu packen und dort zu lösen.
            Sie argumentieren mir meist zu sehr an der Oberfläche, Bernd, zu oft auch mit populären Phrasen und dem Anschein geistiger „Überlegenheit“ durch Moralbesitz.
            Und Hinweise auf andere Länder, in denen aus diesem oder jenem Grund, der den eigenen Standpunkt erhärten soll, alles wunderbar läuft, nehme ich übrigens schon lange nicht mehr ernst.
            Ebenso wenig beeindruckt mich Ihr Eingangs-Vorwurf, dass meine Meinung „pure Ideologie“ sei.

          • So, jetzt wissen wir, wogegen Sie sind und was Sie alles nicht ernst nehmen. Und wofür, bitteschön, sind sie?

          • Ich bin für eine Bildungspolitik, die endlich mal bewährtes Erfahrungswissen und die Stimmen der Lehrer ernst nimmt, ihre eigenverursachten Folgeschäden nicht den Lehrern als Wiedergutmachungspficht aufbürdet und der Gemeinschaft der Steuerzahler nicht ein anwachsendes Heer an „Sozialpädagogen, Psychologen, Logopäden etc.“ zumutet, ohne das es gar nicht mehr ginge trotz aller Lehreranstrengungen.
            Eine andauernd fragwürdige Bildungspolitik wird nicht besser durch die Aufkleber „moderner“, „humaner“, „gerechter“ oder „chancengleicher“, sondern immer quälender und belastender für alle Beteiligten am täglichen Schulleben.
            Natürlich fordern Lehrer in ihrer Not und wachsenden Überlastung immer öfter Helfer. Und natürlich sind sie für jede Einstellung weiteren Personals dankbar. Ich bin jedoch sicher, dass sie noch viel dankbarer wären, wenn sie diese aus politischen Irrwegen notwendig gewordenen Helfer gar nicht erst nötig hätten und keine „multiprofessionelle Teams“ brauchten, um über die Runden zu kommen.
            Weitere Fragen, die ich als rein rhetorisch empfinde, beantworten Sie sich in Zukunft doch bitte selber.

          • Was heißt das denn konkret, „bewährtes Erfahrungswissen“? Von wem bewährt? In welchen Kontexten „erfahren“? Sie wollen „eine Bildungspolitik, die endlich mal (…) die Stimmen der Lehrer ernst nimmt“ – aha. Gut, die GEW will die Gesamtschule, also wollen Sie Gesamtschulen? Oder wollen Sie wie der Philologenverband die Gymnasien stärken? „Die“ Lehrer gibt’s eben nicht. Aber sie scheinen ja zu wissen, was „die“ Lehrer wollen. Allesamt wollen die Verbände mehr Lehrer-, Sozialarbeiter- und Psychologenstellen – aber da wissen Sie offenbar besser als die Betroffenen, was ihnen guttut (soweit geht Ihr Ernstnehmen dann offenbar doch nicht).

            Was machen Sie mit Schülern, die durchs Raster fallen? Wie integrieren Sie Inklusionskinder? Wie gestalten Sie die Integration von Flüchtlingkindern? Wie decken Sie den Fachkräftebedarf unserer Wirtschaft? Wie stellen Sie sicher, dass die Schulen ihren Schülern die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts vermitteln?

            Wie sehen ihre Lösungsansätze aus? „Probleme bei der Wurzel packen“ – aha.

          • Lieber Stefan B., mehr als zustimmen kann ich Ihnen nicht. Sie sprechen mir mit jedem Satz aus der Seele.

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