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Grüne gegen Sparen an Gemeinschaftsschulen

STUTTGART. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ist derzeit nicht zu beneiden. Mit gut 30 Millionen Euro soll ihr Ressort zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Unter anderem sollten daher künftig auch an den Gemeinschaftsschulen Klassen erst ab einer Stärke 30 Schülern geteilt werden können, wie es schon für die anderen weiterführenden Schulformen gilt. Doch dagegen läuft der Grüne Koalitionspartner Sturm.

Die Grünen sind vehement gegen die Überlegungen in der CDU-Fraktion, für die Haushaltskonsolidierung unter anderem den sogenannten Klassenteiler bei der Gemeinschaftsschule heraufzusetzen. «Die Absprachen im Koalitionsvertrag müssen eingehalten werden», sagte die Grünen-Abgeordnete Sandra Boser in Stuttgart. Man habe sich darauf verständigt, die Rahmenbedingungen für die Gemeinschaftsschulen zu erhalten und im Gegenzug die Realschule zu stärken. Die «Stuttgarter Zeitung» hatte zuerst von den Erwägungen der CDU-Fraktion berichtet.

Susanne Eisenmann muss sparen, doch wo? Schon in der Frage von Stellenstreichungen bei den Schulpsychologen musste sie zurückrudern. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart / flickr (CC BY-NC 2.0)

Susanne Eisenmann muss sparen, doch wo? Schon in der Frage von Stellenstreichungen bei den Schulpsychologen musste sie zurückrudern. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart / flickr (CC BY-NC 2.0)

Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) soll in ihrem Ressort 31,7 Millionen Euro einsparen. Dafür schlägt sie vor, 441 Lehrerstellen zu streichen.

Boser betonte, die Gemeinschaftsschule als «Schule für alle» habe wegen der großen Unterschiedlichkeit ihrer Schüler zu Recht einen Klassenteiler von 28. Das heißt, wenn es 29 Kinder in einem Jahrgang gibt, kann die Klasse geteilt werden. Die Möglichkeit der früheren Teilung und infolge dessen kleinere Lerngruppen erleichterten den Lehrern, die Kinder innerhalb einer Klasse auf verschiedenen Niveaus zu unterrichten, sagte die Bildungsexpertin. In allen anderen weiterführenden Schulen beträgt der Klassenteiler 30 Schüler.

«Das Konzept der Gemeinschaftsschule darf nicht beschädigt werden», sagte Boser. Dies gelte auch für Abgeordnete der CDU, die bei Vor-Ort-Terminen die Gemeinschaftschule schlechtredeten und damit Lehrer, Eltern und Schüler verunsicherten. Mit 299 Standorten liege diese Schulart fast gleichauf mit den Gymnasien. (dpa)

• zum Bericht: Baden-Württemberg will 441 Lehrerstellen einsparen – Gewerkschaft kündigt Proteste an
• zum Bericht: Eisenmann will Schulpsychologen-Stellen doch nicht streichen

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