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Kommission soll Lehrerarbeitszeit analysieren

HANNOVER. Weil keine belastbaren Zahlen vorlagen, musste die niedersächsische Landesregierung 2015 die Erhöhung der Arbeitszeit für die Gymnasiallehrer zurücknehmen. Das soll sich jetzt ändern.

Der ehemalige Präsident des Landesrechnungshofes, Richard Höptner, übernimmt im Auftrag des Kultusministeriums die Leitung eines Gremiums zur Analyse der Lehrerarbeitszeit. Dies teilte das Ministerium in Hannover mit. Das Expertengremium setzt sich aus jeweils vier Wissenschaftlern und vier Vertretern der schulischen Praxis zusammen. Sie sollen die arbeitszeitrelevanten Tätigkeiten von Lehrkräften und Schulleitern ermitteln und nach objektiven Kriterien bewerten. Dafür werden die Experten vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien analysieren.

Unbezahlte Überstunden - vor allem am Schreibtisch zu Hause - gehören zum Lehrer-Alltag. Foto: vickysandoval22 / flickr (CC BY 2.0)

Unbezahlte Überstunden – vor allem am Schreibtisch zu Hause – gehören zum Lehrer-Alltag. Foto: vickysandoval22 / flickr (CC BY 2.0)

Das Kultusministerium hatte Ende August die Ergebnisse einer Online-Befragung zur Arbeitsbelastung veröffentlicht, an der sich rund 10 000 Pädagogen beteiligt hatten. Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Studie präsentiert, für die rund 3000 niedersächsische Lehrer ein Jahr lang ihre Arbeitszeit protokolliert hatten.

Mit der Einberufung der Expertenkommission kommt die Landesregierung einer Forderung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg nach. In ihrem Urteil vom Juni 2015 hatten die Richter die inzwischen zurückgenommene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer für verfassungswidrig erklärt und das Land dazu aufgerufen, für eine nachvollziehbare Erfassung der Arbeitsbelastung der Lehrer zu sorgen. (dpa)

zum Bericht: Hintergrund: Lüneburger Urteil zur Lehrerarbeitszeit lässt viele Fragen offen

3 Kommentare

  1. Das wird ja langsam auch mal Zeit.

  2. Nachdem sowohl das KuMi als auch die GEW jeweils eine wissenschaftliche Studie durch 2 verschiedene Unis hat durchführen lassen, was beides mit Vorlauf und Durchführung über ein Jahr gebraucht hat, wird nun eine Kommission eingesetzt?

    Was ist mit den bisherigen Gremien?
    Wann wohl mit Ergebnissen zu rechnen ist?

  3. Sicherlich nicht vor der nächsten Wahl, denn die Ergebnisse sind klar. Sie liegen aus mehreren Studien Hä bereits vor. Müsste man jetzt noch ein drittes Ergebnis schlucken wäre man ja quasi zum Handeln gezwungen.

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