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Umfrage: Die meisten jungen Menschen fühlen sich durch die Schule schlecht auf das Berufsleben vorbereitet – oder gar nicht

BERLIN. Fast drei Viertel der jungen Erwachsenen in Deutschland (71 Prozent) fühlen sich nach einer neuen Studie eher schlecht oder gar nicht fürs Berufsleben gerüstet. Nur einer von 100 Befragten glaubt, dass das Bildungssystem gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, 26 Prozent stimmen «im Großen und Ganzen» zu. 45 Prozent hingegen sehen sich eher nicht gerüstet, 26 Prozent überhaupt nicht.

Wie der Bayerische Rundfunk (BR) als einer der Betreuer der Studie «Generation What?» am Dienstag berichtete, werden jüngere Befragten «in ihrer Kritik deutlicher als die älteren». Zugleich meint eine klare Mehrheit von insgesamt 60 Prozent, dass es im deutschen Bildungssystem nicht sehr gerecht zugehe. Nur fünf Prozent glauben uneingeschränkt, dass es allen gleiche Chancen biete.

An der europaweiten Studie zur Lebenswelt junger Menschen haben sich laut BR bisher gut 920.000 Menschen zwischen 18 und 34 Jahren beteiligt. Die Studie läuft noch bis November, das Sinus-Institut veröffentlichte nun aber bereits Zwischenergebnisse zum Themenkomplex Arbeit und Bildung. dpa

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5 Kommentare

  1. Aber bitte den Lehrern nicht die Schuld daran geben, die führen nur den von Außen vorgegebenen Lehrplan aus. Letzterer hat allerdings nicht mehr viel mit einer Ausbildungs- oder Studierbefähigung zu tun, eher mit einer möglichst alle sollen einen möglichst hohen Schulabschluss schaffen. Außerdem sind Schulen allgemeinbildend, weshalb das Ausfüllen einer Steuererklärung nicht zum obligatorischen Unterrichtsstoff gehören darf.

    (Lesen, Schreiben, Kopfrechnen hingegen eigentlich schon, die „Schule muss Spaß und keine Arbeit machen“-Fraktion übersieht das leider.)

  2. Wie schlecht wären sie erst ohne Schule auf das Berufsleben vorbereitet.

  3. Vielleicht liegt es daran, dass in der Schule Nichtstun, Desinteresse, Nicht-Einhalten von Regeln etc. ohne „nachhaltige“ Konsequenzen bleiben. Im Berufsleben sieht das dann anders aus, damit kommen viele Schüler nicht klar. In der Schule können sich die Eltern beschweren, wenn das Kind schlechte Noten erhält, von Lehrkräften „gemaßregelt“ wird, von anderen Schülern gehänselt wird etc.
    Im Berufsleben können das die Eltern minderjähriger Auszubildender zwar auch, aber der Ausbilder hat keinen Einfluss auf das Verhalten z.B. von Kunden. Und deren Verhalten gegenüber Mitarbeitern mit Kundenkontakt einschließlich Auszubildenden ist tlw. unter aller Kanone. Da bleibt dann nur eines, ruhig bleiben und sich nicht provozieren lassen. – Nur eben das haben die Schüler während ihrer Schulzeit nicht gelernt. Entweder wird auf jede Provokation eingegangen bis hin zur eskalierenden Schlägerei oder die Eltern werden bis hin zur Einschaltung eines Rechtsbeistandes aktiv. Deeskalation war gestern. – Nur steht dieses Verhalten dann im Gegensatz zu den meisten Unternehmensphilosophien.

    wer erst im Berufsleben beginnend in der Ausbildung erlebt, dass die Sekundärtugenden ihre Relevanz haben, der muss scheitern, wenn er nicht ganz schnell die Kurve bekommt.

    Wenn Schüler nicht in der lage sind Anträge, Steuererklärungen etc. zu bearbeiten oder Verträge wie Mietverträge zu verhandeln, Kontoauszüge nachzuvollziehen etc., was ist dann bei denen im Elternhaus schief gelaufen. Dies ist nämlich in erster Linie im Verantwortungsbereich der erziehungsberechtigten. Nur in großen Teilen der Bevölkerung können die oben genannten Punkte ja nicht einmal die Erwachsenen.

    Bei jeder schulischen Konsequenz auf Fehlverhalten der Schüler (Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen), wird das im überwiegenden Teil der Fälle von den Eltern entschuldigt mit den Worten “ … aber es sind doch noch Kinder …“, aber beim ersten Scheitern in der ausbildung ist es dann die Schule, die diese kinder nicht auf das Berufsleben vulgo die erwachsenen Welt vorbereitet hat. Welcher Stoff wird diesen eltern verabreicht, dass sie zu solcher realitätsferne gelangen können?

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