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Landeselternrat: Einheimische Kinder trotz Flüchtlingsintegration nicht vergessen

FRANKFURT/MAIN. Gerade hat Hessens Kultusminister Alexander Lorz seinen Integrationsplan vorgestellt. Er soll die Basis bilden, in den nächsten Monaten mehrere tausend Flüchtlings- und Zuwandererkinder in den Regelunterricht zu integrieren, die derzeit noch Vorbereitungsklassen besuchen. Der Landeselternbeirat artikuliert nun die Befürchtung, dass dabei die Förderung andere Kinder vernachlässigt werden könne.

Flüchtlingskinder müssen an hessischen Schulen eingegliedert werden – aber dabei dürfen andere Kinder nicht vernachlässigt werden. Darauf hat Landeselternsprecher Reiner Pilz angesichts des 12. Hessischen Elternforums in Frankfurt zum Thema Integration hingewiesen. «Die Flüchtlinge und die Flüchtlingskinder sind da, die Migrantenkinder sind da, und die Aufgabe des Landes Hessens ist, sie entsprechend zu integrieren», sagte Pilz. «Jeder Euro, der in diesen Bereich investiert wird, ist sicherlich gut investiert und notwendig.» Darüber dürften andere benachteiligte Kinder oder generell andere Schüler aber nicht aus dem Blickpunkt geraten.

Integration soll sich nicht allein auf Geflüchtete fokussieren, auch einheimische Kinder müssten einbezogen werden, mahnt der hessische Landeselternrat. Foto: rykerstribe / flickr (CC BY 2.0)

Integration soll sich nicht allein auf Geflüchtete fokussieren, auch einheimische Kinder müssten einbezogen werden, mahnt der hessische Landeselternrat. Foto: rykerstribe / flickr (CC BY 2.0)

Es gebe bei den Eltern durchaus entsprechende Befürchtungen. Der Elternbeirat sei im Gespräch mit dem hessischen Kultusminister, damit nicht der Eindruck entstehe: «Für Flüchtlinge macht man alles und für die anderen, erst recht die mit Problemen, macht man nichts.» Er denke aber schon, dass das Kultusministerium angemessen reagiert habe, etwa mit der Bereitstellung von 800 zusätzlichen Lehrerstellen, sagte Pilz.

«Da muss man natürlich drauf gucken, dass die nicht nur auf dem Papier stehen als Planstellen, sondern auch definitiv besetzt werden.» Auch angesichts der besonderen Lehrer-Zuweisung an Brennpunkt-Schulen, die jetzt noch einmal erhöht worden sei, teile er nicht die Befürchtung, dass sich die Aufmerksamkeit von den Bedürfnissen von Schülern wegbewege, die keine Flüchtlinge seien, jedoch ebenfalls besondere Zuwendung erforderten.

Dass an der Integration von Flüchtlingskindern «kein Weg vorbei» führe, sei klar, betonte Pilz. «Wenn man nicht die entsprechenden Anstrengungen unternimmt, gibt es eine Reihe von Folgeproblemen.» Irgendwann sollten die Kinder schließlich in der Lage sein, einen Beruf zu ergreifen – «und das setzt in aller Regel entsprechende Deutschkenntnisse und Schulkenntnisse voraus». (dpa)

• zum Bericht: Wie Lorz die Flüchtlingskinder in den Regelunterricht integrieren will

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