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Sexualkunde-Lehrplan: CDU-Rechtsaußen Irmer sorgt für Eklat

WIESBADEN/WETZLAR. Für seine polemischen Äußerungen zum neuen Sexualkunde-Lehrplan in Hessen erntet der ehemalige bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Hans-Jürgen-Irmer heftige Kritik auch aus den eigenen Reihen.

Der umstrittene CDU-Abgeordnete Hans-Jürgen Irmer hat mit seinen Äußerungen gegen den neuen Sexualkunde-Lehrplan für Unmut in den Fraktionen des hessischen Landtags gesorgt. «Er zeigt erneut sein rückschrittliches und menschenverachtendes Weltbild», erklärte die Fraktionsvorsitzende der Linken, Janine Wissler. Patchwork-Familien, Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien längst Realität. Dass der Lehrplan dem angepasst werde, sei folgerichtig und überfällig.

Der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer ist schon früher mit rechtspopulistischen Äußerungen aufgefallen. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Der hessische Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer ist schon früher mit rechtspopulistischen Äußerungen aufgefallen. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Irmer hatte sich in einem Artikel in der aktuellen Ausgabe des «Wetzlar-Kurier», den er herausgibt, unter der Überschrift «Akzentverschiebung zu Lasten von Ehe und Familie» gegen den Lehrplan ausgesprochen. Er hatte schon häufiger mit rechtspopulistischen Äußerungen für Unmut gesorgt.

In dem Artikel bezieht sich Irmer auch auf ein umstrittenes Gutachten des Hamburger Staatsrechtlers Christian Winterhoff, und zieht zumindest indirekt die Verfassungsmäßigkeit des neuen Lehrplans in Frage. Zudem eröffne der Plan „klassischen Lobbyistengruppen“ die Möglichkeit in der Schule ihre Positionen zu vertreten.

Die CDU-Landtagsfraktion distanzierte sich von den Aussagen ihres Abgeordneten. Dessen Meinung «deckt sich in dieser Form nicht mit der Meinung der CDU-Landtagsfraktion, wie aus unseren Verlautbarungen der vergangenen Wochen zu entnehmen ist», teilte sie mit.

Kritik kam auch von den Grünen. Fraktionssprecher Volker Schmidt sagte: Dass Irmer nahelege, Kultusminister Alexander Lorz (CDU) halte sich nicht an die Vorgaben der Verfassung, sei «eine falsche, unverschämte und ehrenrührige Unterstellung». «Was er inhaltlich erklärt, entspricht nicht der gesellschaftlichen Wirklichkeit in unserem Land, ignoriert die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Gleichwertigkeit von Ehe und eingetragenen Partnerschaft und stößt auf unsere entschiedene Ablehnung.»

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, sagte: «Wenn ein CDU-Abgeordneter offen die Verfassungsmäßigkeit eines Lehrplan der eigenen Landesregierung in Frage stellt, dann ist dies ein Beleg für die Zerrissenheit der hessischen CDU.» Aus Irmers Artikel spreche nach wie vor eine Ablehnung von Lebensweisen, die nicht seinem persönlichen Verständnis entsprechen würden. (dpa)

• zum Bericht: Hessischer CDU-Bildungspolitiker Irmer tritt zurück
• zum Bericht: Jetzt melden auch die Philologen Kritik an: Lorz gerät wegen seines Lehrplans Sexualerziehung unter Druck

29 Kommentare

  1. Ist dieser Artikel aber nicht genau in dem Stil verfasst worden, der Herrn Irmer vorgeworfen wird?
    Ich finde es bemerkenswert und recht mutig von dem CDU-Abgeordneten Irmer, seine Meinung zu dem Sexualkunde-Lehrplan zu äußern. Er hat lediglich ein selbstverständliches demokratisches Recht für sich in Anspruch genommen. Ist das mittlerweile in der Partei mit dem „C“ nicht mehr erlaubt?
    Versuchte nicht der zuständige Minister den Lehrplan an allen Einwänden vorbei still und heimlich in Gesetzesform zu gießen? Wo blieb da der Protest der anderen Abgeordneten?
    Wer verhält sich hier eigentlich demokratischer?

    Wenn ich die Stellungnahme der Philologen lese, erkenne ich einige argumentative Gemeinsamkeiten mit Herrn Irmer:

    http://www.news4teachers.de/2016/11/philologen-melden-kritik-an-lorz-geraet-wegen-seines-lehrplans-sexualerziehung-unter-druck/

    Ergänzend noch einmal der Post von Rainer Rohling vom Verein „Echte Toleranz“ vom 01.11.16 auf n4t:

    „Der Staat darf den Schülern an öffentlichen Schulen im Unterricht NICHT vorgeben, ein bestimmtes Sexualerverhalten zu befürworten oder abzulehnen. Dies ist die verfassungsrechtliche Rechtslage seit der Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1977. Der neue Lehrplan von Kultusminister Lorz schreibt trotzdem eine Sexualerziehung fest, die als Lernziel hat, dass die Schüler sexuelle Vielfalt nicht nur tolerieren, sondern akzeptieren. Dadurch verstößt er gegen die o.g. Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, also gegen das dem Staat obliegende Indoktrinationsverbot.“

    Auf der Webseite des Vereins wird auch auf den erwähnten Verfassungsrechtler Prof. Winterhoff verwiesen:
    „In einer aktuellen Stellungnahme verteidigt Hessens Kultusminister Lorz erneut seinen Lehrplan zur Sexualerziehung, der vorsieht, dass Schüler nicht zur Toleranz, sondern zur Akzeptanz sexueller Vielfalt erzogen werden sollen. Dass die Erziehung zur Akzeptanz laut einem aktuellen Rechtsgutachten des Hamburger Staatsrechtlers Professor Dr. Winterhoff verfassungswidrig ist, ignoriert er dabei. Als Jurist hat er offenbar erkannt, dass er das ihm seit einem Monat vorliegende Gutachten nicht widerlegen kann.“

    Was hat also der CDU-Abgeodnete Irmer Schlimmes „verbrochen“, wenn die Philologen seine Kritik an dem Sexualkunde-Lehrplan im Wesentlichen teilen, und wenn er auf das Rechtsgutachten von Prof. Winterhoff verweist, das sein Professoren-Kollege Lorz möglicherweise nicht widerlegen kann? Ach so, der Staatsrechtler ist ja nach dpa auch umstritten.
    Mit diesen Sachargumenten setzt sich dpa aber nicht auseinander. Stattdessen wird Herr Irmer in die Rechtsaußen-Schublade gesteckt und der Verfassungsrechtler als nicht ernst zu nehmen disqualifiziert.
    Ist das jetzt seriöser Journalismus oder plumpe Meinungsmache?

    • Ihre Eingangsfrage möchte ich mit einem klaren Ja beantworten.
      Wenn Herr Irmer in der plakativen Überschrift als „CDU-Rechtsaußen“ tituliert wird, dann ist die Redaktion von news4teachers nicht erst durch diesen von der dpa (offenbar gern) übernommenen Artikel mit dem gleichen Recht als „Linksaußen“ zu bezeichnen.

  2. Bei dem, was hier dargestellt bzw. zitiert wurde, kann ich keinen „Eklat“ sehen, auch keinen Rechtspopulismus. Das ist doch eher eine Meinungsäußerung, die man nicht unbedingt teilen muss, die ich aber nun auch nicht verwerflich finde.

    Wir sollten aufpassen, nicht alle vom „Mainstream“ abweichenden Meinungen als Populismus abzutun.

    • Zugegeben das aus Ihrer „Feder“ zu lesen, überrascht mich, Aber gut, der Mensch soll ja lernfähig sein, lach.

      „Wir sollten aufpassen, nicht alle vom „Mainstream“ abweichenden Meinungen als Populismus abzutun.“

      Hallo! Genau nach diesem Muster werden doch oft nur noch „genehme Meinungen“ akzeptiert. Alles Andere landet oft in einer „Tonne“ die nach Belieben populistisch, rechts, AfD oder gar Nazi heißt. Aktuell kann das an dem Flüchtlings -Thema und dem amerikanischen Wahlkampf festgemacht werden.

      • Da muss ich widersprechen! AfD, Flüchtlingsdebatte und erst Recht Trump: Diese Themen und Positionen sind oftmals von Ablehnung,Ausgrenzung, Hass und Ellenbogenmentalität geprägt, was ich komplett ablehne.
        Hätte Herr Irmer über Schwule gewettert o.ä., dann hätte ich das nicht akzeptiert. Geht es aber um die im Unterricht vermittelte Form der Gesellschaft mit der „klassischen“ Familie als Kern, dann ist das in meinen Augen zwar wertkonservativ und auch nicht mein persönlicher Ansatz, aber eine Meinung, die ich akzeptieren und mit der ich mich auseinandersetzen kann.

      • Gerade, weil ich Ihre Kommentare schätze, möchte ich an diesem Bedenken anmelden. Mich stört ein wenig der Unterton, den sie gegenüber Küstenfuchs anschlagen. Es ist selten genug, das jemand in einem konkreten Fall von seiner generellen Meinung abrückt. Das zeigt mir geistige Aufgeschlossenheit, Seriosität und sogar Mut. Es stärkt also mein Vertrauen in das, was dieser Mensch sagt.
        Alles, was da nach Belustigung klingt oder leiser Häme klingen könnte, finde ich darum schade.

        • @Heike
          Oh, nein, ich mache mich keineswegs über „Küstenfuchs“ lustig. Häme trifft es schon gar nicht. Angenehm überrascht hätte ich wohl besser schreiben sollen.
          Ich stimme Ihren folgenden Sätzen voll und ganz zu:

          „Es ist selten genug, das jemand in einem konkreten Fall von seiner generellen Meinung abrückt. Das zeigt mir geistige Aufgeschlossenheit, Seriosität und sogar Mut. Es stärkt also mein Vertrauen in das, was dieser Mensch sagt.“

    • Sie sagen es! Es muss wirklich aufgepasst werden, dass im Übereifer gegen rechts nicht jede abweichende Meinung als rechtspopulistisch bezeichnet und damit diskriminiert wird. Im Fall des Herrn Irmer ist sogar von „rechtsaußen“ die Rede, was m. E. auf rechtsextrem hinausläuft.
      Dieser Umgang mit Meinungsgegnern stößt zunehmend auf Ablehnung und Kritik. Ich finde, völlig zu Recht.

  3. Ich bin Schulassistent und habe inzwischen einige Schulen von innen erlebt, vor allem die rapide Zunahme von bindungsunfähigen Kindern (vor allem Jungen), die den Schulablauf extrem behindern, viel Zeit und emotionale Energie aufbrauchen und für die es nicht mal im Ansatz ein pädagogisches Konzept gibt, ausser daß auch für solche Kinder immer mehr Schulassistenten eingesetzt werden. Ich erlebe es hautnah, daß erstaunlich viele Kinder extrem pornofiziert sind. Familien zerbrechen mehr und mehr und immer mehr Kinder wachsen ohne Väter auf. Früher hatten Eltern etwa 4 Kinder, heute haben Kinder etwa 4 Eltern (Zitat von Arno Backhaus). Statt Familien zu stärken (Eheberatung, Erziehungshilfen etc. auch in den Medien) erlebt man das krasse Gegenteil: Millionen werden für Gender Mainstreaming Fakultäten ausgegeben (samt weit über 200 ProfessorInnen und tausenden von Studenten) und damit sollen die Begriffe wie Mann und Frau, Ehe, Familie, Eltern, Sexualität und viele weitere völlig verdreht werden, denn schon damit sollen sich erstaunlich viele Probleme lösen lassen. In Leipzig gibt us nur noch Professorinnen, denn auch die männlichen sollen so bezeichnet werden. Es gibt ganze Lexika zum Gender Mainstreaming. Kürzlich war zu lesen, ein Mann hatte ein Baby bekommen, das gezeugt wurde mit einer Frau. Erst etwas später in dem Artikel war zu lesen, dass der gebärende Mann vormals eine Frau war und die Frau war vormals ein Mann! Ich hoffe ich verwirre hier niemanden. Es geht um Männer und Frauen, die eben im falschen Körper leben. So kann man laut Gender Mainstreaming – was als gestandene Wissenschaft geführt wird, ohne dass die meisten Leute überhaupt je den Begriff gehört haben noch verstehen – sein Geschlecht (Gender) frei wählen, zu jeder Zeit. Allerdings können oder dürfen Homosexuelle und Lesben das nicht, denn die wurden so geboren! D.h. Heteros können und dürfen homosexuell werden, aber solche die homosexuell geboren wurden, bei denen ist das scheinbar nicht möglich oder die dürfen das nicht. Ich verstehe das zwar nicht, aber bisher wird das immer so erklärt. Ich erinnere mich sehr gut, dass bis in die achtziger Jahre Homosexuellen- und Pädophilen-Verbände fast immer zusammen auftraten und aufgeführt wurden (z.B. bei den Grünen) und bis heute propagieren sie die gleichen Argumente (letztere findet man nun unter Man-Boy Love). Erstaunlich ist, dass seit den Skandalen der Odenwaldschule und der katholischen Priester man auch homosexuellen Pädophilen sehr wohl helfen will, ihre sexuelle Orientierung zu ändern, dafür gibt es zumindest anerkannte Institutionen. Daniel Cohn Bendit, der übrigens Schüler an der Odenwaldschule war und bekennender Homosexueller, braucht diese Hilfe scheinbar nicht. Die anerkannten Reformpädagogen und bekennenden Homosexuellen wie Helmut Kentler, Hartmut von Hentig, Gerold Becker u.a. brauchten diese Hilfe scheinbar auch nicht. (siehe Buch „Zeig mal! Ein Bilderbuch für Kinder“ von Will McBride, erklärt von Helga Fleischhauer-Hardt. Vorwort von Helmut Kentler).
    Es geht also weiter mit diesem Irrsinn, inzwischen mit staatlichen Verordnungen and Medienkampagnen. Die leidtragenden sind wie immer die Kinder!
    Wir schreiten (streiten) immer weiter in eine Meinungsdiktatur, die sich inzwischen durch die Medien und Politik zieht. Es erinnert sehr an die DDR und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein bis wir auch die totale Zensur haben werden. In dieser Meinungsdiktatur wird man schon beim bloßen darstellen von Widersprüchen sofort als „Rechtsaußen“ abgekanzelt. Wenn das Absolute relativ wird, dann wird das Relative absolut!

  4. Hier kann man Irmers Originaltext lesen: http://wetzlar-kurier.de/ausgaben/wk_2016-11.pdf
    Mir gefällt an seinem Text, dass Irmer sehr sachlich argumentiert, Quellen zitiert und auf beschimpfende Hass-Begriffe vollständig verzichtet. Polemik kann ich in dem Artikel nicht erkennen und es würde mich interessieren, wo die News4t-Redaktion diese sieht. Ein „rückschrittliches und menschenverachtendes Weltbild“ kann man das Gesagte nur nennen, wenn man auch die katholische Kirche und alle eher fromm orientierten Evangelischen so aburteilt, aber von einem Linken-Politiker gesagt ist das nicht ungewöhnlich, schließlich waren die Kirchen schon in der DDR ein ständiges Ärgernis.
    Irmers Hauptargument, nämlich das Indoktrinationsverbot, wird von keinem seiner Gegner angesprochen.

    • @Pälzer
      Ein Plädoyer für den CDU-Abgeordneten. Die eigenen Leute distanzieren sich aber von ihm. Gut, vernachlässigen wir mal, was da aus dem linken Lager abgesondert wird. Kann es sein, das nicht einmal in den Regierungsfraktionen über den neuen Lehrplan debattiert wurde?
      Macht Sie die Haltung der übrigen Abgeordneten nicht stutzig? Da werden völlig legitime Bedenken und Einwände des eigenen Abgeordneten darartig „abgebürstet“.
      Wenn wir nach Berlin sehen, erleben Abweichler ähnliche Reaktionen aus den eigenen Reihen.

      • Sie hoffe alle, von der Kanzlerin nicht das vollste Vertrauen zu besitzen. Abweichler oder Kantenbesitzer haben aktuell in der CDU oder allgemein Politik keinerlei Karrieremöglichkeit.

        • @xxx
          Ich stimme Ihnen zu. Zugespitzt und vielleicht auch ein wenig polemisch frage ich mich dann aber, was das alles noch mit Demokratie zu tun hat.
          Auch die Abgeordneten im türkischen Parlament verhalten sich keineswegs anders. Sie folgen nur ihrem Präsidenten.

      • Die CDU ist eine Volkspartei, was soviel heißt wie dass sie verschiedene, halbwegs zueinander passende Ansichten zusammenführen und für sich nutzen will, traditionell die kirchlichen, konservativen und wirtschaftsnahen Milieus. Sie war auch von jeher die Partei des „wir wollen alle besser (=reicher) leben“. Diese Anschauungen passen immer schlechter zusammen, und da bewegt sich die CDU wohl im Mittelwert deutlich weg von den konservativ/christlichen Positionen. Dass Leute wie Irmer auf diesem Weg ausgegrenzt werden, ist folgerichtig.

        • vox populi, vox …

          Soviel zum Thema Volkspartei – wobei ich letzteres bei unter 40% Wähleranteil an den abgegebenen Stimmen mal dahin gestellt sein lasse.
          CDU bedeutet noch immer programmloser Kanzlerwahlverein.

          • Damit es wieder echte Volksparteien geben kann, müssen sich die vorhandenen Parteien wieder Alleinstellungsmerkmale geben, deren Konsequenzen die Wähler nach der Wahl auch tatsächlich merken. Aktuell ist das nicht so, weil die Parteien alle in einer linksgrünen Mainstream-Sauce vor sich homogenisieren und jedes Bröckchen entweder zerstoßen oder herausgefischt und entsorgt wird.

          • Nur dann müssten nicht nur die Protagonisten der Parteien etwas vom politischen Diskurs verstehen. Aber solange die Wähler Parteienstreit als etwas Demokratieschädliches verstehen, wird es keinen Meinungsstreit im Grundsätzlichen geben. Wer den Unterschied zwischen Streit in der Sache und Streit zwischen Personen nicht machen kann, hat das Wesen des Parlamentarismus nicht begriffen. So führt der Wunsch nach Konsens zu Mittelmäßigkeit und einer GroKo in Dauerschleife.

          • News4teachers nennt Herrn Irmer einen „CDU-Rechtsaußen“, weil er in der Vergangenheit immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen in der Öffentlichkeit provoziert hat und als Kolumnist für die rechtsnationale Zeitung „Junge Freiheit“ in Erscheinung tritt.

            2010 erklärte Irmer, „der Islam ist auf die Eroberung der Weltherrschaft fixiert.“ Deutschland brauche „nicht mehr Muslime, sondern weniger.“ 2012 sagte Irmer im Hessischen Rundfunk, die bewusste Täuschung von Gegnern oder Ungläubigen gehöre zum Wesen des Islam und werde von Muslimen nicht als etwas Unanständiges empfunden. 2014 befand er in einem Interview: „Homosexualität ist nicht normal“.

            Die Redaktion

          • Jetzt wissen wir endlich, liebe Redaktion, warum Herr Irmer ein Rechtspopulist ist.
            Auch wenn Sie einige Zeit brauchten, um nach seinen bösen Vergehen intensiver zu fahnden und die Bezeichnung „CDU-Rechtsaußen“ näher zu begründen, hat es sich doch gelohnt. Nun herrscht Klarheit.
            Ich bin geschockt über das, was sich der Mann geleistet hat. Bei der „rechtsnationalen Zeitung ‚Junge Freiheit'“ in Erscheinung zu treten, geht gar nicht. Das riecht nach Nazi.
            Bei Egon Bahr, dem SPD-Urgestein, ist das etwas anderes. Er trat zwar mehrfach bei der Jungen Freiheit in Erscheinung und bekundete in einem Interview sogar seine Sympathie und Wertschätzung für dieses „Drecksblatt“, aber bei ihm können wir vermuten, dass sein Blick vom hohen Alter getrübt war und er nicht recht wusste, mit wem er sich da einließ und was er da sagte.
            Oder nehmen wir den Liberalen Frank Schäffler (FDP), der immer wieder bei der Jungen Freiheit in Erscheinung tritt. Wer weiß, welche Leichen der im Keller hat, dass er so etwas tut. Da würde es sich bestimmt lohnen, auch mal nachzuforschen, was Herr Schäffler so alles an rechtspopulistischen Bemerkungen in den vergangenen Jahren losgelassen hat.
            Vielleicht wäre das eine Aufgabe für Bernd, der sich hier bei n4t immer wieder verdient macht dadurch, dass er Kommentarschreiber aus der „Rechtsaußen-Fraktion“ entlarvt.

          • Ich finde es nervt dass auch hier zunehmend, wie in so vielen Foren, statt sich über die Sachverhalte, Fakten und Meinungen auszutauschen und sachlich zu diskutieren, Personen, die nicht die gleichen Ansichten vertreten, abklassifiziert werden und damit alle weitere Aussagen für „ungültig“ erklärt werden. Also noch eine „Religion“. Logisch überzeugend ist das nicht. Somit verabschiede ich mich von diesem Forum. Gute Nacht!

          • Liebe(r) J. Eisenberg, ich hoffe, Sie haben gemerkt, dass mein Kommentar bittere Ironie war. Es täte mir sehr leid, wenn ich der Auslöser für Ihre Verabschiedung wäre, weil ich Ihre Kommentare schätze, auch wenn ich nicht in jedem Punkt mit Ihnen übereinstimme. In den meisten tue ich es jedoch.

  5. Meine Güte @Reni

    wie reagieren Sie denn?

    Ich bin geschockt über das, was Sie sich hier leisten. Das geht gar nicht. Das riecht nach … …

    Warum gehen Sie nicht auf den Beitrag ein, inhaltlich? Oder ist es in Ihren Augen auch egal, was gesagt wurde. kein Mensch hat hier über Egon Bahr oder einen FDP-Politiker geredet. Warum führen Sie diesen an dieser Stelle an? Wollen Sie ablenken – von Ihrer eigenen Überzeugungskraft? Oder alles relativieren? „Es gibt ja genug Bsple … …“ Das bringt doch nichts – außer „Rumgebrülle“.
    Und die Red hat nicht (!) den Begriff „Drecksblatt“ genannt. Was soll diese Verschärfung? Warum soooo missionierend für Ihre Position?

    Nun herrscht aber (zumindest) Klarheit.

    PS kommt später

    • Iim Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht geschockt, sondern finde Renis sarkastischen Beitrag erheblich besser für den Erhalt und die Stärkung unserer Demokratie und ihrer Bürgerrechte als die hoffentlich bald aufhörende Unart, Meinungen in gut und böse einzuteilen statt in sachlich richtig oder falsch.
      Mir ist sonnenklar, warum Reni das „SPD-Urgestein“ Egon Bahr von der SPD und Frank Schäffler von der FDP mit der angeblich so schlimmen Jungen Freiheit in Verbindung gebracht hat. Es gibt offensichtlich ehrenwerte und anerkannte Persönlichkeiten, die diese Zeitung anders bewerten als die Redaktion von news4teachers und keine Bedenken haben, eigene Beiträge in ihr zu veröffentlichen.

      Zum Begriff „Drecksblatt“: Hier mag Reni sich irren. Ich bin mir aber sicher, dass ich dieses Schimpfwort in einem Kommentar der Redaktion auch gelesen habe. Allerdings galt es da meiner Erinnerung nach dem Online-Magazin „Tichys Einblick“, das bei news4teachers ähnlich verhasst zu sein scheint wie die Junge Freiheit. Herr Priboschek mag mich da gern eines Besseren belehren.

      • Viel lieber würde ich über die inhaltlichen Aussagen von Herrn Irmer diskutieren. Ob die Junge Freiheit böseböse ist und niemand dort schreiben darf, kann ich nicht beurteilen. Ich lese am liebsten immer, _was_ jemand schreibt, achte auf seine Wortwahl, Tonart und Argumentation und denke dann darüber nach, ob ich dem zustimme oder nicht. Also nochmal, wer liest mit?
        http://wetzlar-kurier.de/ausgaben/wk_2016-11.pdf

        • Ich habe mitgelesen und finde Herrn Irmers Aussagen wohlüberlegt, ausgewogen, verständlich und plausibel.
          Er macht den gravierenden Unterschied zwischen den alten Lehrplänen bzw. Richtlinien und den neuen sehr schön klar, ohne dabei im Geringsten polemisch zu wirken.
          Die Verschiebung der Unterrichtsschwerpunkte habe ich selten so nüchtern, sachlich und neutral dargestellt gelesen wie in diesem Zeitungsartikel des Herrn Irmer.
          Kompliment!

          • Umso unverständlicher sind die Anwürfe der Redaktion gegenüber dem CDU-Abgeordneten.

            @Knut M.
            In Bezug auf TE war ich ja mitten im Geschehen, lach.
            Seit dieser Redaktions – Zensur (angeblich wegen einiger
            Kommentare) – ist Herr Tichy mehrmals ins Talkrunden zu sehen gewesen. Also als „dreckig“ wird sein Blog und inzwischen auch seine monatl. Printausgabe wohl nicht von allen gesehen.

        • Mir erschließt sich auch nicht, was an Herrn Irmers Artikel im „Wetzlar-Kurier“ auszusetzen ist und rechtspopulistisch oder rechtsaußen sein soll. Es stimmt doch, dass die neuen Lehrpläne schwerwiegende Akzentverschiebungen bedeuten, die er aus seiner Sicht nüchtern und unaufgeregt zur Sprache bringt.
          Mir kommt es so vor, als würde ihm überhaupt übelgenommen, dass er eine eigene Meinung zu den Lehrplänen hat und diese auch noch einleuchtend begründet.

          • Die Redaktion hat Herrn Irmer weder beschimpft noch beleidigt, sondern als „CDU-Rechtsaußen“ bezeichnet. Das ist er doch auch: Der Mann ist aufgrund seiner rechten Sprüche, mit denen er immer wieder gesellschaftliche Minderheiten aufs Korn nimmt, in seiner Partei isoliert – steht also rechts und außen. Nirgends steht hingegen, dass Irmers Beitrag zur Lehrplanänderung rechtspopulistisch sei. Was soll also diese künstliche Aufregung?

          • Die Aufregung ist nicht künstlich, sondern ergibt sich auf natürliche Weise daraus, dass Meinungen, die traditionell christlich und früher in der CDU unumstritten waren, plötzlich als „rechtsaußen“ gelten. Rechtsaußen hießen früher die Leute, die den Führer wiederhaben und die Juden ins Gas schicken wollten…

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