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Streit um Fach Psychologie: Uni will keine Studienplätze abbauen – trotz Anweisung aus Ministerium

CHEMNITZ. Die geplante Reduzierung der Studienplätze im Fach Psychologie an der TU Chemnitz sorgt für Unmut. Unter neuer Führung will das Rektorat dieses Problem beseitigen – und erneuert seine Kritik.

Für zwei Studienjahre soll die Zahl der Bachelor- und Master-Studienplätze im Fach Psychologie an der TU Chemnitz nicht wie ursprünglich geplant verringert werden. Rektorat und Fakultät haben sich laut einem Offenen Brief von Rektor Gerd Strohmeier vom Donnerstag auf eine Übergangsregelung verständigt. Danach sollen die Kapazität im Masterstudiengang temporär wieder auf 90 Plätze erhöht und für das kommende Sommersemester zusätzlich einmalig 30 Plätze beantragt werden. Der Studentenrat sprach von «Einlenken». Damit werde die im Zuge der vom Wissenschaftsministerium geforderte Senkung der Studentenzahlen der Bachelor- und Masterstudienplätze von je 90 auf 60 im laufenden Wintersemester revidiert.

Mit der Übergangslösung nun hätten Studierende der betroffenen Bachelorjahrgänge «nunmehr de facto dieselben Chancen auf einen Masterstudienplatz in Chemnitz wie bislang», so Strohmeier. Der Rektor kritisierte die Obergrenze für Studierende und die «Planungsgröße» 9400 als «äußerst großen Fehler». Das nehme jungen Menschen in der Region Studienchancen in Chemnitz.

Symbolbild Hörsaal (Originaltitel: Der Hörsaal in der Vorlesung „Back to the Moon“ bei der Night of Science. Zu voll!) Foto: this.is.seba / flickr (CC BY-SA 2.0)

Symbolbild Hörsaal (Originaltitel: Der Hörsaal in der Vorlesung „Back to the Moon“ bei der Night of Science. Zu voll!) Foto: this.is.seba / flickr (CC BY-SA 2.0)

«Die Entscheidung des Rektors war dringend notwendig», sagte Marius Hirschfeld vom Studentenrat. Sie sei aber nur ein «Tropfen auf den heißen Stein». Auch angesichts des deutlichen Mangels an gut ausgebildeten Psychologen in der Region müsse der alte Status langfristig erhalten werden.

Die Grünen-Landtagsfraktion forderte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) auf, dem Vorschlag «umgehend» zuzustimmen, damit alle Psychologiestudenten ihr Studium zu Ende führen können, appellierte Claudia Maicher. Der «staatlich verordneten Abbau von Bildung» sei ein «großer Fehler», kritisierte Maicher und forderte, dass alle Studiengänge im Freistaat zentral erfasst und für ein zukünftiges Konzept betrachtet werden.

Auch der GEW-Landesausschuss der Studenten unterstützt die Forderung nach dauerhafter Wiederaufstockung der Kapazität für die Psychologie in Chemnitz. Schon jetzt decke die Zahl der Absolventen kaum den Fachkräftebedarf und die Studienrichtung sei überdurchschnittlich nachgefragt, mahnte Sprecher Bernd Hahn. Die Kürzungspläne der Regierung widersprächen dem hohen Stand der Studierwilligkeit. dpa

3 Kommentare

  1. Ich fände das Fach Psychologie/Pädagogik sehr wichtig, z.B. ab Klasse 9.

    Psychologie fördert das bessere Verstehen des eigenen und des Verhaltens anderer und daraus entstehender Toleranz: Pädagogik, insbesondere der Umgang mit Kindern, wird für die meisten wichtig, weil die meisten mal Eltern werden – und einige ziemlich früh.

    • Davon halte ich wenig, um nicht zu sagen gar nichts. Verstehen tun die Kinder viel, doch handeln sie danach?
      Ihnen wird doch dauernd erklärt, wie ihr Verhalten besser aussehen sollte, dass und wie sie sich in andere hineinversetzen sollten usw. Sie können richtiges Verhalten auch fromm und brav herbeten, doch richten sie sich danach?
      Theoretisches Wissen bedeutet noch lange nicht, dass es auch angewendet wird.
      Außerdem möchte ich auch keine Fächer wie Psychologie/Pädagogik, die so durchsetzt sind von Weltanschauung und Lehre je nach Zeitgeist, Mode und Politik.

  2. Zitat geli: “Ihnen wird doch dauernd erklärt, wie ihr Verhalten besser aussehen sollte, dass und wie sie sich in andere hineinversetzen sollten usw. Sie können richtiges Verhalten auch fromm und brav herbeten, doch richten sie sich danach?”

    Man kann zurecht nicht zufrieden sein, mit dem, was wir in der Schule erreichen an “besserem Verhalten”, aber die Frage bleibt offen, wie es aussähe, wenn wir es gar nicht erst versuchen würden. Ich glaube zumindest, nicht besser !!!

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