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Verträge von Sprachlehrern für Flüchtlinge laufen aus – Land will sie weiterbeschäftigen. Einige davon. Zunächst.

MAGDEBURG. An Sachsen-Anhalts Schulen lernen Tausende Schüler, die erst kurze Zeit in Deutschland sind. Sprachlehrer helfen ihnen derzeit beim Deutschlernen. Für viele von ihnen endet der Job in Kürze, einige sollen weiter arbeiten – zunächst.

Sachsen-Anhalt will im kommenden Jahr doch mehr Sprachlehrer für Flüchtlingskinder weiterbeschäftigen als bislang geplant. «50 Sprachlehrer haben wir unbefristet eingestellt. 75 weitere Vollzeitstellen bräuchten wir, um den Bedarf bis zum Schuljahresende abzudecken. Mein Ziel ist, dass wir die zum 1. Januar haben», sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) der «Mitteldeutschen Zeitung». Rund zwei Millionen Euro seien nötig, die Mittel sollen in den kommenden Tagen und Wochen festgelegt werden. Am Freitag will sich der Bildungsausschuss des Landtags mit dem Thema befassen.

Die Pläne des Bildungsministeriums reichen aus Sicht des bildungspoltischen Sprechers der Linken, Thomas Lippmann, nicht aus. «Es ist weniger als eine halbe Lösung», sagte Lippmann. Wenn das Ministerium für die Zeit bis Schuljahresende wie angekündigt 75 Vollzeit-Sprachlehrer zusätzlich zu den 50 festeingestellten weiterbeschäftigen wolle, bedeute das für mehr als 100 das Aus.

Zudem sei unklar, wie das Auswahlverfahren und die Verteilung an den Schulen laufen solle, betonte Lippmann. Die Zeit dränge enorm. Mit dem Wegfall von mehr als 100 Sprachlehrern entstehe ein großes Loch. Sie sind nicht nur in der Sprachförderung, sondern auch im Regelunterricht eingesetzt. Aktuell liege die Unterrichtsversorgung im Land schon bei unter 100 Prozent. «Es gibt keine Reserven», sagte Lippmann.

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Angela Kolb-Janssen, teilte mit: «Über die konkreten Zahlen wird noch zu reden sein, aber es ist gut, dass das Bildungsministerium nun Verlängerungen bis zum Ende des Schuljahres plant.»

Das Land hatte als Reaktion auf die hohe Zahl von Kindern ohne Deutschkenntnisse befristet bis Ende 2016 Sprachlehrer eingestellt. Dass 185 Kräfte wegfallen sollen, war immer wieder kritisiert worden, darunter von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Etwa 2500 Schüler haben im zweiten Schulhalbjahr 2016/17 noch Anspruch auf eine Sprachförderung.

Dem Bildungsminister gehe es um eine Verlängerung der Sprachlehrer-Stellen bis zum Ende des Schuljahres. Danach müsse die Einstellung regulärer Lehrer Vorrang haben, sagte Tullner. dpa

 

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