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Wandel des Arbeitsmarkts fördert Interesse von Unternehmen an Schulen

ERFURT. Dass Schulen gezielt mit Unternehmen kooperieren ist mittlerweile wohl in ganz Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Gezielte Initiativen dazu gibt es in ganz Deutschland, in Thüringen etwa die seit 25 Jahren tätige Landesarbeitsgemeinschaft «SchuleWirtschaft». Bei allem Nutzen, den Schüler aus die Zusammenarbeit der Praktiker ziehen können, ist dabei von den Schulen zu Recht eine besondere Sensibilität gefordert. Dabei steht zu erwarten, dass Unternehmen in Zukunft anstreben werden, die Kooperation mit Schulen noch zu verstärken.

Thüringens Wirtschaft setzt zunehmend auf enge Kontakte mit den Schulen. «Kooperationen sind wichtiger denn je», sagte die Geschäftsführerin des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft, Anette Morhard. «Wenn wir den Status quo halten, dann haben wir echt etwas gekonnt.» Nach ihrer Einschätzung sind die Angebote zur Berufsorientierung an Thüringer Schulen gut. Allerdings könnten noch mehr Schulen Kooperationsverträge mit Betrieben abschließen. «Das hätte mehr verbindlichen Charakter.»

Die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen oder -institutionen kann die schulische Berufsorientierung erheblich verbessern. Schulen müssen jedoch aufpassen, nicht als Recruitement-Dienstleister missbraucht zu werden. Foto: Dirk Vorderstraße / flickr (CC BY 2.0)

Die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen oder -institutionen kann die schulische Berufsorientierung erheblich verbessern. Schulen müssen jedoch aufpassen, nicht als Recruitement-Dienstleister missbraucht zu werden. Foto: Dirk Vorderstraße / flickr (CC BY 2.0)

Seit 25 Jahren bringt die Landesarbeitsgemeinschaft «SchuleWirtschaft» Schulen und Unternehmen zusammen. Landesweit gebe es 18 Arbeitskreise, erklärte Morhard, die auch für das Netzwerk spricht. Vermittelt werden etwa Praktika. Jedes Jahr gebe es mehr als 80 Veranstaltungen, über die etwa 2000 Schüler erreicht würden. Solche Initiativen gibt es bundesweit seit 1953. In Thüringen wurde sie unter dem Dach des Verbands der Wirtschaft gegründet.

«Die Berufsorientierung ist heute präsenter geworden», betonte Morhard und verwies darauf, dass Unternehmen mitunter lange suchen müssten, um offene Stellen zu besetzen. Der Druck sei größer geworden. Nach Angaben des Arbeitsministeriums braucht Thüringen bis 2035 etwa 280 000 Fachkräfte zusätzlich, um Beschäftigte zu ersetzen, die in Rente gehen. Das Bildungsministerium gibt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als elf Millionen Euro dafür aus, damit sich Schüler ab Klasse sieben frühzeitig über Möglichkeiten im Berufsleben informieren können.

Das Ministerium und die Landesarbeitsagentur hatten kürzlich einen Ausbau bei der Berufsberatung vereinbart. Demnach sollen etwa die Berufsberater der Arbeitsagenturen Räume in Schulen bekommen, um dort Sprechstunden anbieten zu können. (dpa)

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