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Biologie: Wissenschaftler halten erstmals Bärtierchen-Sex im Video fest – wir zeigen’s hier! (Jugendfrei!)

GÖRLITZ. Mit ihren acht Stummelbeinchen am gedrungenen Körper wirken die Winzlinge plump und empfindlich – in der Kunst des Überlebens sind Bärtierchen jedoch einsame Spitze. Auch ihr Liebesleben kann sich sehen lassen.

Langes Vorspiel und auch danach viel Ausdauer: Die winzigen Bärtierchen erweisen sich als Meister des Liebesspiels. Wissenschaftler haben erstmals die Fortpflanzung der faszinierenden Tiere dokumentiert, wie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am Freitag mitteilte. Die Videoaufnahmen zeigen, dass sich die achtbeinigen Tiere nach einem komplexen Vorspiel bis zu eine Stunde lang paaren.

Für das Weibchen ist das zum Aus-der-Haut-Fahren: Schon während der Paarung legt es seine Eier in einem sogenanntem Häutungshemd ab und steigt zuletzt aus seiner alten Haut heraus. «Die Befruchtung findet daraufhin außerhalb der Bärtierchenkörper im Häutungshemd statt», erklären die Forscher. «Taucht zum passenden Zeitpunkt kein Männchen auf, häutet sich das Weibchen, ohne die Eier abzulegen.»

Mikrofoto des Bärtierchens. (Foto: Frank Fox/Wikimedia CC BY-SA 3.0 DE)

Mikrofoto des Bärtierchens. (Foto: Frank Fox/Wikimedia CC BY-SA 3.0 DE)

Die Forscher aus dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz hatten in Kooperation mit der Universität Stuttgart das Sexualverhalten der Bärtierchen-Art Isohypsibius dastychi untersucht. Mehr als 30 Paare der winzigen Tiere wurden während der Fortpflanzung beobachtet. Zum Vorspiel gehört demnach unter anderem, dass sich das Männchen um den Kopf des Weibchens legt und von diesem anregend gestupst wird. Die Analyse ist im Fachjournal «Zoological Journal of the Linnean Society» veröffentlicht.

Die kaum einen Millimeter großen Bärtierchen wirken geradezu niedlich rundlich und tapsig, sind aber wahre Überlebenskünstler. Sie gelten als quasi unzerstörbar und überleben als einzige bekannte Tierart selbst im Vakuum des Alls. Die auch Wasserbären genannten Winzlinge kommen weltweit im Meer, in Süßwasser und in feuchten Landlebensräumen wie Mooskissen vor. Auf den Bergen des Himalaya leben sie ebenso wie in der Tiefsee und der Antarktis.

Aktiv sind die drolligen Tierchen nur, wenn sie mit einem Wasserfilm bedeckt sind. In einem todesähnlichen Zustand, der Kryptobiose, können sie Trockenperioden und Kälteeinbrüche ebenso überstehen wie starke Schwankungen im Salzgehalt oder Sauerstoffmangel. dpa

 

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