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Engagement für ein längeres Leben – Wer im Alter für seine Mitmenschen da ist, lebt länger

BASEL. Mit den Enkelkindern spielen oder emotionalen Beistand leisten: Wer sich im Alter um andere Menschen kümmert, lebt einer Studie zufolge länger. Das kann mehrere Jahre zusätzliche Lebenszeit bringen, wie ein internationales Forscherteam um Sonja Hilbrand der Universität Basel in der Fachzeitschrift «Evolution and Human Behavior» berichtete. Beteiligt waren auch Berliner Wissenschaftler der Humboldt-Universität und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

Die Forscher verglichen bestehende Daten von 500 Menschen im Alter zwischen 70 und 103 Jahren aus der sogenannten Berliner Altersstudie von 1990 bis 2009. Sie bezogen dabei gezielt keine Daten ein, die mit intensiven Pflegeaufgaben wie Vormundschaften innerhalb der Familie verbunden waren.

Demnach lebte rund die Hälfte der sich um ihre Enkelkinder kümmernde Großeltern noch etwa zehn Jahre nach dem ersten Interview 1990. «Auch wenn man den Gesundheitszustand der Teilnehmer zu Studienbeginn berücksichtigt, bleibt der Effekt bestehen», erklärte Ralph Hertwig, Mit-Autor der Studie und Direktor des Forschungsbereichs «Adaptive Rationalität» am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Zwei Kinder sind für die meisten Familien in Deutschland genug. Foto: Peter Voerman / flickr (CC BY-NC 2.0)

Der Volksmund wusste es schon immer – jetzt bestätigen es die Forscher – Enkelkinder halten jung. Foto: Peter Voerman / flickr (CC BY-NC 2.0)

Hilfsbereitschaft außerhalb der Familie zahlt sich laut der Analyse auch aus, aber laut Hertwig «in etwas abgeschwächter Form». Von den kinderlosen älteren Erwachsenen, die anderen Menschen Beistand leisteten, lebte die Hälfte noch sieben weitere Jahre. Von den Kinderlosen, die sich nicht entsprechend engagierten, lebte die Hälfte dagegen noch vier Jahre.

«Man sollte das Sorgen um andere jedoch nicht als Patentrezept für ein längeres Leben verstehen», schränkte Hertwig ein. Zu viel Engagement könne zu Stress führen und dieser wirke sich negativ auf die Gesundheit aus. Die Forscher vermuten mehrere Gründe für den positiven Effekt. «Helfen könnte das psychische Wohlbefinden steigern, was sich wiederum auf die Gesundheit auswirkt – es sind aber auch andere Mechanismen denkbar.» Diese herauszufinden, sei der nächste Schritt. dpa

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