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„Refugees welcome on stage“ – Kölner Schüler bringt zum zweiten Mal Flüchtlinge auf die Bühne und verwirklicht eine Vision

KÖLN. Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen? Der 19-jährige Sebastian Sammeck beweist das Gegenteil und tut dabei Gutes. Zum zweiten Mal findet am kommenden Freitag in der Aula des Gymnasiums Kreuzgasse in Köln der von Sammeck initiierte multikulturelle Konzertabend „Refugees welcome on stage“ statt. News4teachers sprach mit dem Kölner Abiturienten über das Konzert und über seine Visionen für die Zukunft.

Bereits zum zweiten Mal bringt der Kölner Schüler Sebastian Sammeck (Mitte) Flüchtlinge auf die Bühne.

Bereits zum zweiten Mal bringt der Kölner Schüler Sebastian Sammeck (Mitte) Flüchtlinge auf die Bühne. Bild: Musikbrücke e.V.

Hallo Sebastian, als wir uns das letzte Mal zum Interview getroffen haben, warst Du noch voll im Vorbereitungsstress und man konnte noch nicht sagen, ob es mit dem Konzert etwas werden wird. Die Atmosphäre am Abend war dann nahezu euphorisch. Die Aula war rappelvoll und die Leute sind voll aus sich rausgegangen. Wie hast Du Dich denn gefühlt, an dem Abend?
Während des Konzerts, am Anfang, als ich realisiert hatte, das alles ausverkauft war, konnte ich es gar nicht glauben. Es hat sich wie im falschen Film angefühlt. Aber es war auch eine ziemliche Genugtuung, nach der dreimonatigen Kamikaze-Aktion auch belohnt zu werden. Im Nachhinein muss ich leider sagen, dass ich den Abend gar nicht richtig genießen konnte, weil ich immer noch zu sehr im Stress war um das Alles richtig zu realisieren. Aber es war trotzdem sehr schön auf jeden Fall.

"Sehr schön auf jeden Fall." Eindruck vom Konzert 2015. Bild: Musikbrücke e.V.

„Sehr schön auf jeden Fall.“ Eindruck vom Konzert 2015. Bild: Musikbrücke e.V.

Was hast Du denn noch gemacht an dem Abend nach dem Konzert?
Als das Konzert vorbei war saß ich erst noch ein bisschen in der Aula rum. Und dann bin ich direkt nach Hause – völlig fertig. Und dann habe ich schön entspannt erstmal das ganze Geld gezählt, das wir eingenommen haben, durch Getränke, Eintrittsgelder und Spendenboxen. Das hat fast zwei Stunden gedauert – glaube ich. Dabei war es natürlich eine sehr, sehr große Freude, als ich die ganzen Scheine gesehen habe. Und es war eine sehr große Erleichterung, weil ich ja auch finanziell ins Risiko gegangen war mit dem Projekt.

Und jetzt im Rückblick? Haben Begeisterung und Erleichterung angehalten?
Diese Zeit, das ganze Projekt, war so intensiv und ich habe so viele neue Sachen kennengelernt: Ich weiß nicht, ob ich noch mal so etwas erleben werde in meinem Leben. Ich glaube ich habe quasi eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann in drei Monaten gemacht; plus gelernt, wie man einen Verein organisiert, plus eine halbe Ausbildung zum Sozialarbeiter. So war es – wenn ich zurückblicke – eine sehr ergiebige Zeit, eine sehr emotionale Zeit, auch eine sehr schwierige Zeit, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Und das Konzert war wirklich etwas Besonderes. Ich wurde danach auf einige Benefizkonzerte eingeladen und es war einfach nicht vergleichbar mit dem, was da stattgefunden hat. Es war ja sehr emotional. Die Atmosphäre war unfassbar. Viele haben geweint – die Zuschauer und auch auf der Bühne – und das war etwas ganz Besonderes. Was mir übrigens Leute auch heute immer noch sagen.

Am kommendenFreitag findet der Musikabend statt. Bild: Musikbrücke e.V.

Am kommenden Freitag findet der Musikabend statt. Bild: Musikbrücke e.V.

Du hattest letztes Jahr angedeutet, Deine schulischen Leistungen würden möglicherweise etwas leiden. Hast Du denn am Ende den einen oder anderen Notenbonus bekommen?
Auf jedem Fall von meinem Musiklehrer. Aber leider nicht in anderen Fächern. Da sind die Lehrer knallhart geblieben. Ich hab es zum Glück am Ende noch geschafft, sogar ohne ein Defizit. Dieses Jahr sieht’s ein bisschen anders aus mit den Noten. Was aber gar nichts mit dem Konzert zu tun hat, weil es um einiges stressfreier ist: Ich habe schon Kontakte und Flüchtlinge schreiben mir zum Teil von selbst, dass sie auftreten wollen. Das heißt die Situation ist beinahe umgekehrt zum letzten Jahr: Die Leute kommen auf mich zu und ich muss weniger nachfragen und rumrennen. Naja, hoffen wir mal, dass es wie letztes Jahr klappt.

Gab es bei der Organisation denn neue Schwierigkeiten?
Neue Schwierigkeiten eigentlich nicht, aber im Voraus habe ich gedacht, es wird sehr schwierig, die Aula noch einmal voll zu kriegen. Viele haben mir gesagt, dass das Thema so ein bisschen ausgelutscht ist. Aber im Moment sieht es aus, dass es wieder voll wird. Das war eigentlich die Herausforderung für mich. Ich wollte auch künstlerisch noch ein bisschen mehr Abwechslung reinbringen: Wir werden dieses Jahr Poetry haben und, HipHop und das macht den ganzen Abend dann noch ein bisschen bunter.

„Refugees welcome on stage“ – Kölner Schüler bringt Flüchtlinge auf die Bühne

Auf Facebook sieht es mit den Zusagen und den Vielleicht-Anzeigen auf jeden Fall wieder nach einer vollen Hütte aus. Werden denn auch „alte“ Künstler noch mal auftreten?
Es wird eigentlich nur neue Künstler geben. Wir haben etwa 15 „Acts“, die auftreten werden, mal drei, mal fünf und mal zehn Minuten, Die meisten sind neu. Was mich ganz besonders freut ist, dass der Schahreyar mit der Rubab aus Afghanistan auftreten wir, die er ja letztes Jahr noch nicht hatte.
Man könnte ihn fast ein Vereinssymbol nennen, denn seine Geschichte stellt genau das dar, was der Verein möchte: Wie möchten Leute auf die Bühne bringen und ihnen die Möglichkeit geben wieder zu musizieren. Das hat jetzt bei ihm wunderbar geklappt, denn nach vielem Hin und Her konnte ich ihm im Februar das Instrument endlich übergeben.
Ich bin ich sehr froh, dass die Leute daran auch sehen werden: „O.K. der Verein hat etwas gemacht mit dem Geld. Der Verein hat etwas bewegt und bewegt weiterhin Dinge. Deshalb wird das für mich ein besonderer Auftritt werden.

Der Verein bewegt etwas: ShahreyarKhan, Sebastian Sammeck mit der Rubab. Bild: Musikbrücke e.V.

Der Verein bewegt etwas: ShahreyarKhan, Sebastian Sammeck mit der Rubab. Eine schwierige Geschichte (nachzulesen auch im Interview aus dem letzten Jahr. Bild: Musikbrücke e.V.

Was hat denn der Verein mit den Einnahmen konkret gemacht?
Für den Afghanen habe ich ja zum Beispiel diese Rubab gekauft, die sehr teuer war. Rubabs bekommt man nur aus Afghanistan selbst. Die sind alle handgemacht und der Transport allein kostet schon 250 Euro. Aber es war eine Herzensangelegenheit für mich, nachdem wir so ein Drama hatten.
Sonst machen wir jetzt wöchentlichen Gitarrenunterricht, für den wir natürlich auch die Gitarren finanziert haben. Insgesamt habe ich jetzt schon zehn Gitarren gekauft. Fünf davon sind in einer Flüchtlingsunterkunft in Rodenkirchen, selbst mach ich unseren Unterricht in der Musikschule Köln. Ich bin da Schüler seit zweieinhalb Jahren und jetzt bin ich eben Lehrer einer Gruppe von sechs Leuten, die meisten aus dem Irak und Syrien. Die machen gute Fortschritte. Ich muss sie ab und zu auch mal in den Hintern treten, aber es macht auf jeden Fall viel Spaß.

Die sprachliche Verständigung ist kein Problem und die Jugendlichen Gitarrenschüler machen gute Fortschritte. Bild: Musikbrücke e.V.

Die sprachliche Verständigung ist kein Problem und die Jugendlichen Gitarrenschüler machen gute Fortschritte. Bild: Musikbrücke e.V.

Du hattest über das Jahr ja auch weitere Auftritte organisiert für einige der Künstler. Gibt es da schon Karrieren?
Ja. also der Afghane, von dem ich erzählt habe, der hat mittlerweile sogar schon einmal bei einer Hochzeit gespielt und er macht mit einem Kumpel in Köln kleine Konzerte im Wohnzimmer. Ich glaube aber, dass das Instrument für die Menschen sehr wichtig ist, unabhängig von eine Bühenkarriere.
Ich habe das ganz konkret bei dem Afghanen erlebt: Als ich ihn kennengelernt habe, war er Nichtraucher und sah relativ gesund, jedenfalls ganz gut genährt aus. Ein halbes Jahr später war er plötzlich ziemlich dünn geworden und hat sehr, sehr viel geraucht. Und er hat mir gesagt, das sei, weil er soviel Sorgen hat: Er weiß nichts über seine Familie. Er weiß nicht, wie lange er noch in Deutschland bleiben darf, das ist ja gerade für die Afghanen im Moment sehr kritisch. Manchmal käme es ihm vor, als ob sein Kopf explodiere. Aber er erzählt auch, dass das Instument ihm unglaublich hilft in Situationen, wenn es ihm schlecht geht. Die Rubab hat einen sehr beruhigenden Klang, geradezu meditativ. Er raucht viel weniger jetzt. Trotzdem habe ich ihm gesagt; „Junge, Du hast Dein Instrument. Lass doch die Zigaretten. Lass doch den Scheiß und spiel auf Deinem Instrument. Er nimmt sich das auch zu Herzen. Wenn ich ihn das nächste mal sehe – beim Konzert – hoffe ich jedenfalls, dass ich keine Zigaretten mehr sehe in seiner Jackentasche.

Wie geht’s denn mit Deinen Eltern? Die waren ja im letzten Jahr nicht sehr glücklich darüber, dass Du Dir soviel Arbeit aufgehalst hast.
Im Nachhinein waren natürlich alle begeistert. Wer dabei war, der kann auch eigentlich nichts anderes sagen. Man kann das eigentlich nicht in Worten wiedergeben, was passiert ist an dem Abend. Ich zitiere immer wieder gern eine Frau, die beim Konzert war und die gesagt hat – zu meinem Gitarrenlehrer – sie lebe seit fünf Jahren in Köln und das sei der schönste Moment gewesen, den sie seitdem erlebt habe. Das sagt doch sehr viel aus über das Konzert und zeigt, dass es wirklich etwas Besonderes war.
Zu meinen Eltern: Mittlerweile ist es ein bisschen entspannter, weil sie halt dieses Jahr merken, dass es mich nicht mehr so in Anspruch nimmt und ich routinierter und professioneller herangehen kann.

"Man kann das eigentlich nicht in Worten wiedergeben, was passiert ist an dem Abend." (Eindruck vom letzten Jahr). Bild: Musikbrücke e.V.

„Man kann das eigentlich nicht in Worten wiedergeben, was passiert ist an dem Abend.“ (Eindruck vom letzten Jahr). Bild: Musikbrücke e.V.

Du stehst ja jetzt kurz vor dem Abi. Willst Du danach weiter im Verein aktiv bleiben?
Ich will in Zukunft sogar den Verein auf ein neues Level bringen und weiter ausbauen, verbessern in vielen Bereichen. Wir arbeiten gerade an einer Website. Wir wollen einen eigenen Shop einrichten. Wir wollen den Ticketverkauf für kommende Konzerte selber bereitstellen. Wir wollen den Verein auf jeden Fall weiter professionalisieren, damit wir mehr Spenden generieren können – beziehungsweise ich will: Das ist ja immer noch eine Ein-Mann-Armee. Es gibt zwar viele Unterstützer, kurz vor dem Event und während des Events. Auch Gerd Buurmann unser Moderator unterstützt mich. Aber ich hab natürlich die Verwaltung und Alles. 90 Prozent liegt bei mir.
Das Endziel ist ja sowieso ein Vereinsheim, wo man ein kleines Tonstudio hat, die Instrumente lagern kann, wo Leute hinkommen und sich Instrumente ausleihen können. Mein Traum ist, das wir ein Netzwerk haben von Künstlern aus verschiedenen Bereichen und das Flüchtlinge kommen können, die zum Beispiel – will jemand Poetry machen, möchte jemand Hip Hop machen, möchte jemand ein Instrument lernen, möchte jemand malen, egal was es ist. Ich möchte Kontakte in die Kunstszene herstellen, Talente auf die Bühne bringen und ich möchte den Leuten dadurch den Start hier erleichtern, ihnen Einstiegschancen in die Gesellschaft bieten. Daran arbeite ich.

Klingt nach doch noch nach viel Arbeit. Hast Du denn schon berufliche Vorstellungen? Du musst ja auch sehen, wo Du bleibst?
Auf jeden Fall werde ich meine Musik-Comedy weiter machen. Ich arbeite gerade an meinem Bühnenprogramm. Ich probiere viel aus. Ich will mich künstlerisch weiter entwickeln und in einem Jahr oder einem halben Jahr ein Soloprogramm haben, mit Gitarre, Klavier und Stand-up-Comedy, mit vielen Improvisationselementen. Ich darf niemals vergessen: Es ist immer noch mein Ursprung: SEBO SAM. Was sich an Dingen entwickelt hat in den letzen Jahren, kommt alles daher, dass ich selbst auf die Bühne gegangen bin. Wenn ich dieses Gefühl nicht so lieben würde und nicht so gut nachvollziehen könnte, was das bedeutet, dann könnte ich nicht mit dieser Leidenschaft Leute auf die Bühne bringen.
Und es hat sich noch was entwickelt: Ich habe einen Song geschrieben der ganz gut ankommt bei den Leuten. Der Song heißt „Geh Duschen!“ und daraus ist die Idee entstanden, ein Haarshampoo bzw. Duschgel oder Zwei-in-Eins-Shampoo auf den Markt zu bringen, das den Titel „Geh Duschen!“ trägt. Ich habe das mit einem Kumpel schon intensiv ausgearbeitet. Wir waren bei Seminaren und nehmen an einem Businessplan-Wettbewerb teil. Auf jeden Fall ist das jetzt das dritte Projekt, das noch dazukommt, das ich mit Vollgas vorantreiben werde, damit ich auch selbst über die Runden komme. Mit der Kunst ist das ja nie so einfach.
Viele sagen mir: „Du musst Dich entscheiden“, „Du sollst studieren“, „Du brauchst eine Ausbildung“, „Du brauchst irgendwas Sicheres“, „Du kannst nicht das machen, das und das auch noch“. Ich sage mir einfach, wenn ich eine Vision, einen Traum habe, dann verwirkliche ich das einfach. Es ist egal, wie viele Projekte noch dazu kommen. Diese Visionen zu verwirklichen, dass ist mein Lebensinhalt. Dafür arbeite ich jeden Tag. Und so wird’s auch weitergehen nach dem Abitur.

Glaubst Du nicht, Du könntest Dich überfordern?
Ich denke, dass man es schaffen kann. Also da ist auf jeden Fall noch Platz. Wenn es so eine Vision ist, die ich habe, dann wird die Vision mir auch die nötige Kraft verleihen, wirklich über meine Grenzen zu gehen, auch wenn ich noch viele andere Sachen am Laufen habe, um das dann tatsächlich auch zu verwirklichen. Wie gesagt, es baut ja alles aufeinander auf. Der Verein hat viel mit meiner Kunst zu tun, die ich selber mache, weil ich selber Künstler bin. Das Shampoo hat auch was mit meiner Kunst zu tun und so baut alles aufeinander auf. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass ich das sehr gut kombinieren kann, das ich also gleichzeitig dafür arbeiten und damit auch etwas erreichen kann.

Kannst Du Dich denn mit Deinen Projekten auch an Deine Lehrer wenden?
Eigentlich nicht so – nee. Ich habe jetzt letztens einem Lehrer davon erzählt. Der fand es cool. Also meine SoWi-Lehrerin, die findet das eigentlich auch ganz gut, so die Idee selber was zu gründen und ein Unternehmen an den Start zu bringen. Sie versteht aber nicht ganz, was wirklich dahinter steckt. Sie versteht nicht ganz, dass es jetzt in meinem Fall also wirklich eine Vision ist, die einfach so in meinem Kopf ist und die ich nicht rational bewerte, sondern von der ich einfach weiß, dass es funktionieren wird. Wie es mit dem Konzert ja genauso war. Und die Lehrerin denkt halt, es wäre eine Entscheidung von mir, mich selbstständig zu machen. Aber das ist nicht die Entscheidung. Ich habe nur diese Vision in meinem Kopf und um diese Vision umzusetzen, muss ich ein Unternehmen gründen. Die Reihenfolge ist nicht: Ich möchte mich auf jeden Fall selbständig machen später; lass mal überlegen, was könnte eine gute Geschäftsidee sein. Es ist halt andersherum. Aber bei mir beruht immer alles auf diesen Visionen. Ich finde eigentlich diese Formulierung sehr schön: Man hat keine Vision, sondern die Vision hat einen, also die Vision hat mich. Genauso fühlt es sich an. Und das kann alles Mögliche sein. Viele haben ja auch gesagt, als ich einen Verein gegründet habe: „Wäre nicht soziale Arbeit was für Dich?“ und so. Aber nein, es macht mir zwar sehr viel Spaß, ich mach es ja jetzt schon. Aber es hätte auch etwas Anderes sein können, kein Verein, Es hätte auch zuerst das Shampoo sein können und der Verein vielleicht 10 Jahre später. Und wer weiß, was als Nächstes kommt. Vielleicht mache ich bald einen Blumenladen auf. Es kann Alles passieren, das ist so, wie ich das Leben sehe.

"Es kann Alles passieren." Eindruck vom Konzert 2015. Bild: Musikbrücke e.V.

„Es kann Alles passieren.“ Eindruck vom Konzert 2015. Bild: Musikbrücke e.V.

Abschließen möchte ich doch noch einmal auf das Konzert zurückkommen. Wie viele Karten habt Ihr denn bisher schon verkauft?
Also es sieht sehr, sehr gut aus. Wir haben jetzt schon 150 Tickets verkauft. Das ist dreimal soviel, wie letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt. Die meisten Tickets werden jetzt kurz vor dem Konzert noch weggehen. Die Abendkasse wird wieder 80 bis 85 Prozent machen ausmachen.
Dieses Jahr werden wir zwei Kameras haben, zwei Professionelle, die das ehrenamtlich machen. Das heißt wir werden richtig coole, professionelle Aufnahmen haben. Es verspricht wieder ein sehr, sehr schöner und emotionaler Abend zu werden!

Hast Du denn schon einen Plan, was Du diesen Abend nach dem Konzert machst? Glaubst Du, Du kannst den Abend dieses Mal stärker genießen?
Ich werde das Konzert auf jeden Fall genießen, Ich werde vielleicht ein paar mehr Späße machen bei der Moderation. Ich werde auf jeden Fall dieses Jahr entspannter sein. Ich freue mich auch darauf, wieder mit den Technikern von der Aula zusammen zu arbeiten und dann schön eine Pizza zu essen in der Mittagspause, dass wir als Team etwas Cooles reißen werden. Ja ich kann nur allen sagen „Vorbeikommen“!
Ich wünsche mir auch immer wieder, dass sich auch der eine oder andere AfD-Wähler oder jemand, der mit Flüchtlingen ein Problem hat, zu dem Konzert kommt. Es ist ja so: Die Leute, die zu dem Konzert kommen, die haben nichts gegen Flüchtlinge, sonst wären sie nicht da. Was ich mir wünsche, ist, dass sich wirklich Leute einfach mal einen Ruck geben, die sagen „Ich habe ein Problem mit der aktuellen Flüchtlingspolitik. Ich bin dagegen, dass so viele Leute zu uns kommen. Ich habe allgemein etwas gegen Flüchtlinge.“, nach dem Motto: „O.k. das ist eine interessante Veranstaltung. Ich gucke mir das mal an. Danach kann ich immer noch die Meinung vertreten, die ich vorher hatte.“ Ich bin mir sicher: Jeder, der so über die Flüchtlingssituation denkt und der in das Konzert geht, wird danach ein anderes Bild haben. Daher hier noch mal mein Aufruf: Es freut mich am meisten, wenn nach dem Konzert einer zu mir kommen würde und sagte: „Ey, ich sehe das echt kritisch, Alles, aber jetzt sehe ich das mit anderen Augen“. Das ist auch ein Ziel, dass ich mit meinem Verein verfolge. (zab)

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Veranstaltungsdaten:

„Refugees welcome on stage“
am
16.12.2016
um
20:00 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
in der
Aula des Gymnasiums Kreuzgasse
Vogelsanger Straße 1, 50672 Köln

Tickets über kölnticket (0221-2801) oder an der Abendkasse

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2 Kommentare

  1. “ Aber leider nicht in anderen Fächern. Da sind die Lehrer knallhart geblieben.“ …was hat er denn erwartet? Das der Physiklehrer ihm im Bereich Optik eine 1 gibt, weil er ein Konzert organisiert hat?

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