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Hessen richtet Fortbildung für Lehrer neu aus, um ihnen das Erziehen beizubringen – aber: Unterricht darf dafür nicht ausfallen

WIESBADEN. Das Kultusministerium ändert die Fortbildung der Pädagogen, damit diese künftigen Aufgaben besser gewachsen sind. Unterricht soll wegen der Neuerung nicht ausfallen.

 "Der Lehrerberuf ist von der Notwendigkeit gekennzeichnet, ständig am Ball zu bleiben´" - sagt der hessische Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Fabio Gismondi / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

„Der Lehrerberuf ist von der Notwendigkeit gekennzeichnet, ständig am Ball zu bleiben´“ – sagt der hessische Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Fabio Gismondi / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Fortbildung der etwa 60.000 hessischen Lehrer wird neu ausgerichtet. Sie solle sich in Zukunft enger an den Anforderungen der Wissens- und Informationsgesellschaft sowie an der Vermittlung sozialer Kompetenzen orientieren, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. «Auf den Lehrer kommt es an, wie gut der Unterricht ist», stellte er fest.

Nach Einschätzung des Kultusministers sind die Herausforderungen für Lehrer in den vergangenen Jahren gestiegen. So sei die Schülerschaft sehr unterschiedlich. Es gebe eine große Bandbreite an ethnischen, religiösen und kulturellen Hintergründen. Zudem könne man nicht mehr davon ausgehen, dass Schulkinder grundlegende Sozialkompetenzen mitbringen würden. «Der Lehrerberuf ist von der Notwendigkeit gekennzeichnet, ständig am Ball zu bleiben», fasste Lorz zusammen.

Die Pädagogen sollen demnach vor allem für die Vermittlung von Basiskompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen), digitale Medienbildung, Inklusion, Integration von nichtdeutschen Schülern, Berufsorientierung und im Bereich der Ganztagsschulen fortgebildet werden. Organisiert wird die Neuausrichtung von der 2015 gegründeten hessischen Lehrkräfteakademie, die zudem auch die Schulüberprüfung in Hessen neu gestalten wird.

Die sogenannte Schulevaluation, die die bisherige Schulinspektion ersetzt, wird in drei Bausteine unterteilt. Schulen können sich von Mitarbeitern der Lehrkräfteakademie beraten lassen, wie sie ihre Entwicklung optimal steuern und überprüfen können. Bei Bedarf dürfen Schulleitung, Schulkonferenz oder Schulaufsicht externe Berater hinzuziehen. Für die individuellen Beratungsangebote stehen 20 hauptamtliche Schulberater zur Verfügung, wie Andreas Lenz, Präsident der Lehrkräfteakademie, ausführte.

Für externe Fortbildungen stehen pro Lehrer auch weiterhin 40 Euro im Jahr zur Verfügung. Lorz wies jedoch darauf hin, dass dies nur ein Teil der Unterstützung sei. Die internen Angebote von Akademie und Schulämtern würden einen «erheblichen Millionenbetrag» ausmachen, ergänzte Lenz. Derzeit sind etwa 3700 Fortbildungsveranstaltungen buchbar.

Eine Überwachung, welcher Lehrer sich wie oft fortbilde, soll es nicht geben. «Ich setze auf die Eigenverantwortung der Lehrer», sagte der Kultusminister, der zudem ankündigte, dass durch die neue Fortbildung kein Unterricht ausfallen werde. Im Hessischen Lehrerbildungsgesetz steht, dass die Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden soll. dpa

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