Startseite ::: Nachrichten ::: Immer mehr Banken führen Kontogebühren ein – und das spüren auch Schulen. GEW: Wieder werden die Lehrer mit einem Problem allein gelassen

Immer mehr Banken führen Kontogebühren ein – und das spüren auch Schulen. GEW: Wieder werden die Lehrer mit einem Problem allein gelassen

MAGDEBURG. Kostenlose Konten werden immer seltener. Durch die niedrigen Zinsen geraten immer mehr Kreditinstitute finanziell unter Druck und führen Gebühren ein. Und das bekommen jetzt auch die Schulen zu spüren: Viele müssen seit 2017 für jede Kontobewegung Gebühren zahlen, so berichtet die GEW Sachsen-Anhalt. Kosten, auf denen die Schulen sitzen bleiben, wenn sie sie nicht an die Eltern weiterreichen. Ein Ärgernis – meint die Gewerkschaft.

Die Zeit der Gratiskonten ist vorbei. Foto: Ralf Schulze / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)

Die Zeit der Gratiskonten ist vorbei. Foto: Ralf Schulze / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)

Nur wenige Schulen im Land konnten kostenfreie oder günstige Konditionen verhandeln, weiß die Gewerkschaft. Auch der Verwaltungsaufwand steige. Über die Schulkonten laufen die Gelder für Lehr- und Lernmittel, für Schulbücher und für Klassenfahrten. Die Girokonten der Schulen oder der einzelnen Klassen werden durch Lehrkräfte oder Schulleitungen geführt.

Die Schulträger hätten bei der Einführung der Konten in Sachsen-Anhalt 2013 erklärt, nicht zuständig zu sein, so heißt es bei der GEW. Nach einem Erlass des Bildungsministeriums übernehme das Land keine Kontoführungsgebühren. Diese seien aus den bereitgestellten Mitteln zu decken, das heißt unter anderem aus dem Budget für Schulfahrten oder aus den Kostenzuschüssen für Schülerinnen und Schüler. Je nach Schulgröße könne das bis zu 200 Euro jährlich ausmachen –  immerhin. Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, erklärte dazu: „Wenn diese Mittel nicht mehr für pädagogische Zwecke zur Verfügung stehen, tragen die Eltern beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler damit auch die Last der gegenwärtigen Finanzpolitik.“

An sich sei es richtig, dass die Schulen Konten führen dürften. Dies sei aber mit einem steigenden finanziellen und personellen Aufwand verbunden. „Wieder einmal werden die Schulen alleingelassen, sowohl mit den Kosten als auch mit den zusätzlichen Verwaltungsaufgaben für die Konten. Die Arbeit wird bei den Schulleitungen und Lehrkräften abgeladen“, sagte Gerth weiter. Weder Bildungsministerium noch Träger hätten hier Vorsorge getroffen.

 

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