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Niedersachsens Ministerin Heiligenstadt stellt immer mehr Quereinsteiger als Lehrer ein

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) will die Unterrichtsversorgung an den Schulen in Niedersachsen auch mit Hilfe von noch mehr Quereinsteigern verbessern. Aktuelle Zahlen zur Unterrichtsversorgung sollen bis Anfang März vorgelegt werden. «Dabei werden wir voraussichtlich knapp an die 99 Prozent kommen», sagte Heiligenstadt der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag).

Unterrrichtsversorgung bei 99 Prozent, meldet Heiligenstadt. (Foto: PR)

Von den 1300 zum 1. Februar ausgeschriebenen Stellen konnten nach ihren Worten bisher 1135 besetzt werden. Insbesondere die Zahl der Quereinsteiger in den Beruf habe zugenommen, sagte Heiligenstadt. «Wir haben die Einstellung von Quereinsteigern mehr als verdreifacht. Im laufenden Schuljahr sind es bereits 300 und zum Halbjahreswechsel kommen weitere hinzu.»

Bis zur Landtagswahl 2018 soll die Versorgung weiter steigen. «Wir streben landesweit 100 Prozent an und entwickeln uns auch wieder dorthin», sagte die Ministerin. Die Opposition wirft Heiligenstadt seit längerem vor, das Problem ausgefallener Stunden nicht im Griff zu haben. dpa

2 Kommentare

  1. Ja und? Was der Bericht nicht darstellt, in welcher Form die Seiteneinsteiger nachträglich qualifiziert werden, um ihre Lehrberechtigung zu erhalten. Darüberhinaus wird nicht aufgeschlüsselt welche formalen Abschlüsse für den Seiteneinstieg zu grunde gelegt werden und wie die Aufteilung der Seiteneinsteiger aufgegleidert nach den unterschiedlichen Schulformen aussieht.
    Ebenso wird nicht erwähnt, dass gegen die Stimmen des Hauptpersonalrates (HPR) die Chefin der obersten Landesschulbehörde diesen Schritt überhaupt nicht unternehmen könnte. Der HPR hat nämlich großes Interesse daran, dass “grundständige” Lehrkräfte bevorzugt vor Seiteneinsteigern eine Planstelle erhalten. Der Seiteneinstieg ist also nur möglich, wenn nicht ausreichend Absolventen eines Lehramtstudiums zur Verfügung stehen, um die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen.

    • Ich bin mein Leben lang in einer Beschäftigung, komme also nicht “von der Straße”, habe aber dennoch meine Bewerbung für den Quereinstieg vor über einem halben Jahr abgegeben. Ich habe Geschichtswissenschaften und Kunst studiert, den Magister-Abschluß und auch noch zum Dr. phil. promoviert. Ich habe Unterrichtserfahrung mit Praktikanten und Auszubildenen. Die Registrierung erfolgte recht schnell und ich bin mit den Fächern “Geschichte” und “Kunst” angemeldet. Bislang hat sich absolut nichts bewegt. Nimmt man das ein wenig selber in die Hand, wirkt die Landesschulbehörde genervt und die Schulleiter wissen gar nicht, was ich will, wollen eher den Arzt für mich rufen. Viele Stellen im “EIS-ONLINE”, die fachlich für mich gepaßt hätten, wurden nicht besetzt, obwohl ich zur Verfügung stand. Die Schulleiter lassen anscheinend lieber den Unterricht ausfallen, als sich mit Quereinsteigern einzulassen. Grundsätzlich ist das verständlich, der Quereinstieg ist sicher ein Magnet für viele Paradiesvögel, aber niemand will mich auch nur sehen oder sprechen. Mit dem akuten Lehrermangel und dem damit notwendigen Personalmanagement ist das ganze System zwischen Schulbehörde und den Schulen wohl einfach überfordert. Ich glaube, es wird eher politisch und medial beruhigt, denn in der Realität gibt es offenbar nur ganz selten eine wirkliche Bereitschaft für Quereinsteiger.

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