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Nach Protesten reagiert Ministerin Kurth prompt – Sachsens Schüler sollen ab sofort entlastet werden

Sachsens Schüler sollen beim Abitur ab sofort entlastet werden. «Ich habe die massiven Wünsche der Schüler und Eltern sehr wohl wahrgenommen und kann diese gut verstehen», sagte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) der «Leipziger Volkszeitung».

Deshalb habe sie sich entschlossen, die «neue Einbringungspflicht» auch denjenigen Schülern zu ermöglichen, die bereits in der gymnasialen Oberstufe seien.

Mahnt: Sachsens Schulministerin Brunhild Kurth. Foto: Dr. Bernd Gross / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)

Reagiert: Sachsens Schulministerin Brunhild Kurth. Foto: Dr. Bernd Gross / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)

Ursprünglich waren die Lockerungen für Schüler der Oberstufe an Sachsens Gymnasien erst ab dem Schuljahr 2017/18 geplant. So müssen künftig nur 40 statt derzeit 52 Kurshalbjahresergebnisse für die Gesamtqualifikation eingebracht werden. Zudem ist vorgesehen, dass die Schüler dann eine Naturwissenschaft oder eine Fremdsprache weniger belegen müssen.

Der Landesschülerrat begrüßte den Schritt. Er hatte am Donnerstag eine öffentliche Petition für eine sofortige Entlastung gestartet. Wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage sagte, traf Kurth die Entscheidung bereits am Mittwoch. dpa

8 Kommentare

  1. Immer schön weiter das Niveau senken. Die Unis bedanken sich heute schon.

    • Wie viele Kurshalbjahresergebnisse muss man eigentlich in anderen Bundesländern einbringen?

      • Schüler/innen in NRW bringen 35-40 Kurse in die Gesamtqualifikation ein, wobei LKs doppelt zählen, d.h. 43-48 Kurse so gesehen.

        Jeder muss mindestens 35 (bzw. 43 weil LKs doppelt) Kurse einbringen. Wenn er/sie dann noch Kurse hat, die über dem Durchschnitt liegen, können noch bis zu 5 weitere Kurse rein.

        Da die Schüler/innen eine unterschiedliche Anzahl an Kursen einbringen, werden alle Ergebnisse noch durch eine lustige Formel geschickt.

        • Die formeln sind so lustig, dass die Schüler die anzahl defizite deutlich überschreiten darf und trotzdem zur abiturprüfung zugelassen werden kann.

  2. Diese Senkung der Einbringungspflicht in anderen Bundesländern erlebe ich gerade am eigenen Leib: Da sitzt die Hälfte der Schüler im Kurs da, die schreiben nicht einmal mit oder passen auf, schreiben 0-2 Punkte in der Klausur und bekommen ebensolche Noten im Zeugnis und es interessiert sie nicht. Da macht das Arbeiten mal so richtig Spaß.

    • Ja und, Ist Schule Vorlieferant der Hochschule? Die Hochschulen müssen vielleicht mal etas an ihren didaktischen Konzepten arbeiten. Da die sich ihre Studis eben nicht selbst backen können, müssen sie mt denen arbeiten die da sind. Es hatte ja Gründe, warum zunächst angedacht war, lediglich ein Drittel der Bachelor-Absolventen den Zugang zum Master-Studium zu gewähren. Nur an der Stelle spielen die Arbeitgeber nicht mit. Die wollen nämlich einen betriebsnah ausgebildeden Master, der ohne Einarbeitung nach dem Studium im Betrieb arbeiten kann, beschweren sich zeitgleich aber darüber, dass die nicht wissenschaftlich ausgebildet sind. – Ja was will man denn jetzt?

      • Bernhard Färber

        Natürlich sind weiterführende Schulen auch Zulieferer der Universitäten, was denn sonst.
        Nicht umsonst ist das Hauptziel des Gymnasium die allgemeine Hochschulreife.
        Dass die Einführung des BA/MA-Systems gescheitert ist, liegt nicht an den bösen Arbeitgebern, sondern daran, dass hier dem deutschen Bildungssystem etwas im Schnellverfahren aufoktroyiert wurde, was von Anfang an hinten und vorne nicht passte.
        Bis heute ist es beispielsweise nicht gelungen, das BA/MA-Modell mit der Lehrerbildung so richtig kompatibel zu machen.
        Ein Bachelor in den Naturwissenschaften ist deshalb so wenig wert, weil die Abnehmerseite genau weiß, welche Defizite die mit sich rumschleppen und nicht, weil die so unflexibel sind.

        • Ja, aber nur dahin gehend, dass sie die Allgemeine Hochschulreife nach schuleigenen Kriterien vergeben. Wenn die Hochschulen etwas Anderes möchten, dann müssen sie Aufnahmeprüfungen gegenüber der Politik und den potentiellen Studierenden durchsetzen.

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