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Realschullehrer fordern mehr Hilfe, um wachsendem Extremismus begegnen zu können: „Demokratie-Erziehung in Schulen wichtiger denn je“

MÜNCHEN. Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) hat eine stärkere Unterstützung der Schule bei der Demokratie-Erziehung angemahnt – einer Schlüsselaufgabe, um Extremismus in jeder Richtung vorzubeugen und entgegenzutreten, ob nun politisch oder religiös motiviertem. „Es ist unsere wichtigste Aufgabe, insbesondere den  Heranwachsenden die Grundwerte zu vermitteln, die unsere Gesellschaft ausmachen“, erklärte VDR-Vorsitzender Jürgen Böhm mit Blick auf die zunehmende politische Gewalt in Deutschland. Dies sei eine wesentliche Herausforderung, die auf die Bildungspolitik im neuen Jahr zukomme.

Herzstück der deutschen Demokratie: der Bundestag. (Foto: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger)

Herzstück der deutschen Demokratie: der Bundestag. (Foto: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger)

„Wer unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft bewahren und weiterentwickeln möchte, muss angesichts der aktuellen Situation in unserem Land unbedingt auf demokratisch fundierte Werte, Normen und Verhaltensweisen setzen“, erklärte Böhm.  „Dabei müssen klare demokratische Verhaltensnormen eingefordert werden – extremistischen Bestrebungen und Äußerungen muss auch an den Schulen klar begegnet werden“, sagte der Verbandschef.

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Bereits im vergangenen Jahr hätten die Schulen die mit der Flüchtlings- und Migrantenintegration einhergehenden großen Herausforderungen meistern müssen – die Rahmenbedingungen hierfür müssten dringend verbessert und die Lehrkräfte „ mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ unterstützt werden. Böhm: „Die Lehrer benötigen eine eindeutige gesamtgesellschaftliche Unterstützung bei ihrer Tätigkeit. Die Zukunft unseres Landes hängt wesentlich von einer gelingenden Bildungs- und Erziehungsarbeit ab.“ Hierbei komme den Bereichen der Werte- und Demokratie-Erziehung ein besonders hoher Stellenwert zu. Das Vermitteln demokratischer Normen müsse im Fokus stehen, so die Forderung des VDR-Bundesvorsitzenden, um die Jugendlichen mit entsprechendem Wissen und Fähigkeiten auszustatten, die sie selbstbewusst ihren Lebensweg meistern ließen. „Charakterlich gestärkte und zielorientierte Jugendliche sind weniger anfällig für politischen oder religiösen Extremismus und Gewalttaten“, konkretisiert Böhm.

Die individuelle Förderung der jungen Menschen müsse bei deren Ausbildung immer am wichtigsten sein. Ebenso wichtig seien Wertschätzung und Anerkennung der unterschiedlichen Leistungen der Menschen – zentraler Baustein einer demokratischen Kultur in Deutschland müsse endlich eine Anerkennungskultur werden, die akademische und berufliche Bildung gleich wertschätzte und Erfolge der beruflichen Ausbildung entsprechend berücksichtige.

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„Auf die Herkunft der jungen Menschen bezogen darf es keine Rolle spielen, ob es sich um Kinder oder Jugendliche mit Migrationshintergrund handelt oder um Jugendliche mit deutschen Eltern. Heranwachsende in unserem Land  brauchen Anerkennung, Erfolg, Zukunft und Selbstbewusstsein. Dieses demokratische Selbstbewusstsein, verbunden mit einem klaren  Wertekanon, muss die Basis für unsere moderne, wissensorientierte, freiheitliche Gesellschaft bilden. Dabei dürfen das Geschlecht, die Religion oder die individuelle Einstellung des Einzelnen keine Rolle spielen“, so Böhm, der dann auch noch für die Realschule (und damit für das gegliederte Schulsystem) eine Lanze brach.

Die Bildungspolitik in Deutschland müsse „die kontraproduktiven Schulstrukturreformen beziehungsweise den mitunter wahnwitzigen Reformismus in den Schulen stoppen“ und die Vielfältigkeit des deutschen differenzierten und föderalen Schulsystems anerkennen. Dabei rücke die große Bedeutung der beruflichen Bildung zunehmend in den Fokus. „Der Schlüssel für ein erfolgreiches Berufsleben liegt nicht ausschließlich in einer Akademisierung, einer quantitativen Betrachtung von Schulabschlüssen und dem damit einhergehenden Druck, mit dem viele Jugendliche konfrontiert werden. Er liegt gerade auch in der Vielfältigkeit beruflicher Bildung“, führte Böhm aus.  Letztlich seien im differenzierten Bildungswesen die unterschiedlichen Schulabschlüsse  („ sofern sie mit einer entsprechenden Qualität hinterlegt sind“) das „Sprungbrett für eine vielversprechende Karriere und persönliche Zufriedenheit“. N4t

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