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Seehofer sorgt sich um Wählerstimmen – und versichert: Neunjährige Züge am Gymnasium kommen (wie, das weiß aber noch keiner)

MÜNCHEN. Auch wenn es in der CSU-Fraktion nach wie vor gewisse Widerstände gibt: Die reinen G8-Zeiten an den bayerischen Gymnasien sind vorbei. In den kommenden Monaten sollen nun die Details festgelegt werden.

Details zu G9 überlässt er seinem Kultusminister: Ministerpräsident Horst Seehofer. Archivfoto: blu-news.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Details zu G9 überlässt er seinem Kultusminister: Ministerpräsident Horst Seehofer. Archivfoto: blu-news.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich klar zur geplanten Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium bekannt. Die Zusage, dass es künftig acht- und neunjährige Züge bis zum Abitur geben werde, stehe, sagte Seehofer in München. «Wer will, kann sich mehr Zeit zum Lernen nehmen. Das ist ein Beitrag zur Entschleunigung. Politik muss nicht immer nur das Schneller, Höher, Weiter formulieren, sondern die unterschiedlichen Lebensumstände berücksichtigen», betonte er.

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Wer will, soll das Abitur nach den Worten Seehofers aber auch weiterhin nach acht Jahren Gymnasium ablegen können. «Es wird einen gewissen Prozentsatz von Schülern geben, um die 30 Prozent meiner Meinung nach, die schneller ans Ziel wollen. Und die können das auch», sagte er. «Bildung auf die einzelnen Personen und ihre unterschiedlichen Talente auszurichten, das ist der große Gedanke dahinter. Das wird so kommen. Wie wir es organisieren, ist Sache des Kultusministers.»

Das Kabinett hatte im vergangenen Sommer beschlossen, dass es künftig ein Nebeneinander von acht- und neunjährigen Gymnasien in Bayern geben soll. Demnach sollen die einzelnen Schulen völlig frei entscheiden dürfen, ob sie vom Schuljahr 2018/19 an oder auch später bei der achtjährigen Dauer bleiben, auf ein neunjähriges Modell wechseln oder im Einzelfall auch beide Varianten parallel anbieten.

Die konkrete Ausgestaltung ist jedoch noch unklar. Darüber soll nach Abschluss der laufenden Dialogphase von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) mit Verbänden und anderen Beteiligten entschieden werden.

Glühende G8-Befürworter, die es in der CSU nach wie vor gibt, werden neunjährige Varianten am Ende wohl nicht verhindern können. «Denen sage ich, ihr müsst mal schauen, was seit der überstürzten Einführung des G8 passiert ist, welche Folgen eingetreten sind», erklärte Seehofer und fügte warnend hinzu: «Beim Verlust der absoluten Mehrheit 2008 war auch der Streit ums G8 ein Faktor.»

Spaenle wollte sich zuletzt nicht auf ein konkretes Modell festlegen – die Entscheidung darüber liege bei der Fraktion, betonte er. Gleichwohl stünden eine Reihe von Eckpunkten fest. «Wir wollen EIN bayerisches Gymnasium», sagte er. Klar sei zudem, dass nach der zehnten Jahrgangsstufe der mittlere Abschluss erreicht werden solle. Und Spaenle stellte klar: «Es wird an jeder Schule in Bayern möglich sein, nach acht Jahren das Abitur zu machen.» Hier habe die Dialogphase bereits konkrete Ergebnisse gebracht, betonte er.

Diese Phase soll nach Worten Seehofers und Spaenles in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Am Ende soll es voraussichtlich eine Art Runden Tisch in der Staatskanzlei geben, bevor die Entscheidungen in Kabinett, Fraktion und Landtag anstehen. Die Grundlagen – auch der Entwurf für eine Stundentafel – sollten bis Ende Juli klar sein, sagte Spaenle. Ziel ist demnach, dass die Gymnasien im Schuljahr 2017/18 Zeit haben, zu entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen. dpa

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4 Kommentare

  1. Ich selber leide ebenfalls unter permanentem Zeitdruck.
    Daher habe ich die folgende Seite erstellt:
    Instagram @pro.g9
    http://instagram.com/pro.g9

    • – Sind Sie Schüler oder Lehrer? Falls Sie Lehrer sind, können Sie den Rest überspringen und Sie mögen mit das Duzen verzeihen.
      – In welcher Stufe bist Du?
      – In welchem Bundesland wohnst Du?
      – Wie waren Deine Grundschulnoten?
      – Was machst Du noch neben der Schule?
      – Bekommst Du Druck von Deinen Eltern?

  2. Die Zeitnot hat meiner Meinung nach eher etwas mit den vielen außerunterrichtlichen Veranstaltungen zu tun und dem nicht geringen Ausfall, mitunter auch an einfach zu viel Stoff und spaßigen, aber aufwändigen Lehr- und Lernmethoden.

    Viel Zeit geht auch durch Unterrichtsstörungen verloren. Darüber spricht irgendwie keiner.

    Im Osten haben wir das Abitur auch nach 12 Schuljahren geschafft und wie man heute oft hört, haben die Kinder früher mehr gelernt als heute – im Westen übrigens auch (Gründe siehe oben).

  3. In NRW ist es besser auf G9 umzustellen,da die Schüler gar nicht richtig auf die Anforderungen der weiterführenden Schulen vorbereitet sind. Es wird viel zu viel Zeit vergeudet mit dem eigenständigen Schriftspracherwerb durch viel zu frühes eigenständiges Lernen ohne direkte Instruktion.
    Hier im Münsterland, und da ist die Bezirksregierung auch noch stolz drauf (O-Ton der Pressesprecherin der BzRg) , wird überwiegend mit der Rechtschreibwerkstatt des Norbert Sommer-Stumpenhorst und dem Tinto von Rüdiger Urbanek gearbeitet. Das erfährt man von Grundschullehrern Lehrern und Vertretern anderer Buchverlage.
    Es erfolgt keine ziellgerichtete ,strukturierte Vermittlung der wichtigsten Grapheme. Es wird viel zu lange mit der Anlauttabelle als Stütze im Schriftspracherwerb gearbeitet und durch die hohe Fehlertoleranz bis zum Ende der zweiten Klasse hinein , erfolgt eine viel zu späte Gegenregulation.
    Die Umstellung ist entsprechend schwer für die Schüler, da auch die Ansprüche an diese in den NRW-Grundschulen zu niedrig sind.

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