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Wegen Scheinselbstständigkeit: Goethe-Institut entlässt 80 Prozent seiner Mitarbeiter – alles Lehrer

BIELEFELD. Das Goethe-Institut hat sich nach Informationen des „Westfalen-Blatt“ in dieser Woche von einem Großteil seiner Mitarbeiter getrennt. Es handelt sich um die Honorarkräfte, die insgesamt etwa 80 Prozent der Mitarbeiter stellen sollen. Hintergrund ist, dass es sich nach Auffassung der Deutsche Rentenversicherung bei den Honorarkräften nicht um echte freie Mitarbeiter handeln soll und man eine Sozialversicherungspflicht sieht. Das Goethe-Institut hat den Honorarkräften mitgeteilt, es werde vorläufig keine weiteren Verträge mit ihnen abschließen. Diese Verträge, zum Beispiel für Lehrer, die Deutsch als Fremdsprache vermitteln, haben oft eine Laufzeit von vier Wochen. Vom Goethe-Institut war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

3 Kommentare

  1. Allen die Vertragslaufzeit von 4 Wochen ist eine Frechheit (wenn der Kurs eigentlich länger geht)!

    Und dabei soll das Goethe-Institut noch vergleichsweise gute Honorare gezahlt haben!

  2. Lehrkräfte des Goethe-Instituts, das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte sowie die GEW sind dabei, Proteste zu organisieren. Schließt euch an:

    http://www.dafdaz-lehrkraefte.de

  3. Die aktuelle Situation ist insofern nur die Spitze des Eisbergs, als die Personalpolitik der Goethe Institute Inland bezüglich seiner Lehrkräfte seit Anfang der 90er inkonsequent, verlogen und unprofessionell angegangen wurde.
    Man verzichtete seit damals auf Festanstellungen, stellte immer mehr freie Mitarbeiter -Innen ein um zu sparen und erzeugte damit massenweise Scheinselbständigkeit. Management und Lehrkräfte hofften gleichermaßen, dass es irgendwie immer so weiter gehen könne. – Was jetzt passiert ist, ist also nur die Folge einer Jahrzehnte währenden fragwürdigen Personalpolitik und den freien Mitarbeitern gegenüber ebenso unfair wie unverantwortlich.
    Es berührt mich sehr und ich fühle mit diesen Lehrkräften. Da geht es nicht nur um die Existenz, sondern auch um verletzten Stolz und Herabwürdigung!
    Gern beteilige ich mich an Protesten.
    Ulli Reinke, ehemalige Mitarbeiterin des Goethe- Instituts 1998 – 2008 in verschiedenen Funktionen

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