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Eine Viertelmilliarde Euro steht bereit: Wanka baut Kulturprogramm für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus

BERLIN. Wie bringt man Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern mit Kultur-Angeboten in Berührung? Seit 2013 gibt es dafür ein Bundesprogramm mit fast einer Viertelmilliarde Euro. Es soll weitergehen – mit noch etwas mehr Staatsgeld.

Das Programm soll Kinder aus bildungsfernen Familien auch das Theater nahebringen. Foto: Schauspiel Essen

Das Programm soll Kinder aus bildungsfernen Familien auch das Theater nahebringen. Hier: Frankenstein im Grillo-Theater Essen. Foto: Schauspiel Essen

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will auch in den nächsten Jahren mit dem Förderprogramm «Kultur macht stark» Hunderttausende sozial benachteiligte junge Menschen außerhalb der Schulen erreichen. «Wenn in Deutschland ein Kind ein Musikinstrument lernen will, dann geht das – auch wenn dafür eigentlich nicht das nötige Geld da ist», sagte Wanka auf Anfrage. «Dafür haben wir das Programm eingerichtet – damit Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern mit kulturellen Angeboten in Berührung kommen.»

Von 2013 bis 2017 standen für Projekte der außerschulischen kulturellen Bildung 230 Millionen Euro zur Verfügung, von 2018 bis 2022 sollen es 250 Millionen Euro sein. Das Programm sei inzwischen für Flüchtlinge bis 26 Jahre erweitert worden – «das führen wir auch fort», so Wanka. Angesichts der Bedeutung von Bildungsgerechtigkeit in Deutschland sei für sie «das erfreulichste Ergebnis: Gerade in Regionen, in denen ein hohes Risiko für Bildungsbenachteiligung besteht, wurde überproportional viel erreicht».

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Nach einer internen Auswertung des Programms bis Ende 2015 wurden in gut 6300 Maßnahmen der kulturellen Bildung – von Tanzgruppen über Malen und Museenbesuche bis Theater – etwa 192.000 Kinder und Jugendliche sowie 24.000 Angehörige erreicht. Jüngsten Zahlen des Ministeriums zufolge wuchs diese Teilnehmerzahl mittlerweile auf insgesamt etwa 360.000 Kinder, Jugendliche und Angehörige an.

Am besten kamen die Angebote in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mit 63 beziehungsweise 62 Teilnehmern pro 1000 Kinder und Jugendliche an, vor Sachsen-Anhalt (46), Brandenburg (42) und Hamburg (38). Der bundesweite Teilnehmerdurchschnitt lag bei 19 von 1000. 55 Prozent der Teilnehmer waren Mädchen, 45 Prozent Jungen.

Zu hoher bürokratischer Aufwand

Die Evaluierung der Prognos AG im Auftrag des Ministeriums ergab zudem, dass es gelungen sei, «Maßnahmen der kulturellen Bildung in die Fläche zu tragen». In 95 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte seien Maßnahmen des Programms umgesetzt worden. «Die Bündnisse für Bildung bieten die Chance für nachhaltige lokale Kooperationen bei der kulturellen Bildung», lautet ein Fazit.

Kritik wurde wegen des Verwaltungsaufwandes beim Förderverfahren für «Kultur macht stark» laut: «Die Bündniskoordinatoren (insbesondere von Verbänden) bewerten den Aufwand für die Antragstellung, das Nachweisverfahren sowie die Abrechnung als hoch.» dpa

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Ein Kommentar

  1. Bei 2 Mio Kindern mit Hartz IV entspräche das 125€ pro Kind, was 10€ pro Monat entspräche. Wenn die genannten 250 Mio € für den gesamten Zeitraum 2018-2022 gemeint sind, sogar nur noch 2€ pro Monat und Kind. Als betroffener Elternteil wüsste ich nicht, was ich mit dem Vermögen anfangen soll und erst recht nicht, ob die bürokratischen Hürden des Antrags das bisschen Geld überhaupt wert sind.

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