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Hamburg will Informatikstandort Nr. 1 werden – und schafft 35 neue Professorenstellen

HAMBURG. Hamburg will in der Informatik in die Spitzenliga aufsteigen. Die Stadt investiert deshalb mehr als 30 Millionen Euro in zusätzliche Professorenstellen. Zudem vernetzt eine neue Plattform mit dem Namen «ahoi.digital» künftig vier Hamburger Hochschulen.

Mit gut einem Drittel mehr Professoren und der Vernetzung mehrerer Hochschulen über die Plattform «ahoi.digital» will Hamburg in der Informatik Top-Wissenschaftsstandort werden. Insgesamt stünden fast 33 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) am Freitag. «Das heißt, dass wir 35 neue Professorenstellen (…) einrichten (…) und wir damit auch 1500 zusätzliche Studienplätze schaffen können.»

Derzeit gebe es 63 Professoren für rund 4000 Informatikstudenten an den teilnehmenden Hochschulen, nämlich Universität, Technische Hochschule Hamburg-Harburg (TUHH), Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) und Hafencity Universität (HCU).

«Digitalisierung ist überall», sagte Fegebank. «Es geht ja eigentlich darum, dass unser ganzes Leben ganz schön auf den Kopf gestellt wird durch das, was neueste Technologien so alles möglich machen.» Seien es Online-Einkäufe im Supermarkt, selbstfahrende Autos oder schlicht papierlose Zeitungen und Bücher. «Die Grundlage aller Digitalisierung ist die Informatik, sie ist die Schlüsselwissenschaft und sie ist der Motor für neue innovative Produkte und Dienstleistungen.» Entsprechend wolle Hamburg in diesem Bereich ganz vorne mit dabei sein. «Das ist Voraussetzung dafür, dass auch in der nächsten Generation Jobs in Zukunftsbranchen in unserer Stadt entstehen.»

Deutschland gehört in Sachen IT nicht zur Weltspitze. Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

Deutschland gehört in Sachen IT nicht zur Weltspitze. Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

Die Finanzierung der neuen Professorenstellen laufe mit gut 23 Millionen Euro bis 2020 über Senat, Bürgerschaft und Hochschulen. «Wir wollen, dass die Hochschulen rund 13,6 Millionen Euro Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen», sagte Fegebank. Die Wissenschaftsbehörde stelle 4,3 Millionen Euro, die Bürgerschaft vier Millionen Euro und die Senatskanzlei 1,4 Millionen Euro. Weitere knapp zehn Millionen Euro sollen über das Bundesprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs kommen. Die ersten Besetzungen der neuen Professorenstellen sollen zum Sommersemester 2018 erfolgen. Die CDU-Opposition kritisierte, dass die an sich schon unterfinanzierten Hochschulen einen solch hohen Eigenanteil leisten sollen.

Die neue Informationsplattform «ahoi.digital» ist nach Angaben der Wissenschaftsbehörde bundesweit einmalig. Interesse an einer Mitarbeit sei auch vom Forschungszentrum DESY und der Helmholtz-Gemeinschaft geäußert worden.

Die Plattform basiere auf den Säulen Bildung, Forschung und Transfer, sagte Andreas Timm-Giel von der TUHH. Schwerpunkte des Konzepts seien vier Kernthemen der Informatik, die hochschulübergreifend bearbeitet werden sollen. Dazu zählt etwa die Frage des Umgangs mit Daten, wie Rainer Noennig von der HCU sagte. Ziel sei, aus den unglaublichen Datenmengen «nützliches Wissen» zu machen, sagte er und verwies als Beispiel auf das Projekt «Finding Places» zur Suche von Standorten für Flüchtlingsheime in Hamburg.

Eine wichtige Frage sei auch: «Wie gewinnen wir Souveränität über unsere Daten», sagte Tilo Böhmann von der Universität. «Das wollen wir technologisch besser gestalten als bisher.» Aber auch die Frage des Umgangs mit den digitalen Assistenten stehe im Zentrum der Arbeit, betonte der Hochschullehrer etwa mit Blick auf die Robotik. dpa

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