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Immer öfter bleiben Lehrerstellen unbesetzt – allein in NRW fehlen offenbar hunderte Bewerber

BERLIN. Nur mit Ach und Krach bekommen die Bundesländer in Deutschland ihre vakanten Lehrerstellen noch besetzt – einige schon nicht mehr vollständig. Vor allem Grundschullehrkräfte werden händeringend gesucht. Am Gymnasium herrscht vielerorts dagegen noch ein Andrang.

Vielerorts in Deutschland fehlen Lehrer. Foto: Luis Priboschekin Deutschland fehlen Lehrer - in Bayern, zumindest bei den Lehrämtern Realschule und Gymnasium, gibt's offenbar zu viele. Foto: Luis Priboschek

Vielerorts in Deutschland fehlen Lehrer. Foto: Luis Priboschek

Beispiel Sachsen: Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres seien 765 junge Pädagogen gefunden worden – für 800 freie Stellen, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) einem Bericht der „Dredner Neuen Nachrichten“ zufolge. Die sächsische Kultusministerin zeigte sich optimistisch, dass für die 35 noch offenen Stellen in den kommenden Wochen entsprechendes Personal eingestellt werden könne. Aus der grundsätzlich schwierigen Situation im Schulbereich macht sie keinen Hehl. „Ich hätte niemals geglaubt, dass das geschafft werden kann“, sagte sie. „Lehrer sind Mangelware“, die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt sei aus Arbeitgebersicht reichlich angespannt.

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Beispiel Nordrhein-Westfalen: Bis zum Stichtag 1. Januar 2017 waren in den Schulen einschließlich Schulverwaltung 4329 Lehrerstellen unbesetzt. Dies geht aus einem Bericht der „Rheinischen Post“ unter Berufung auf eine noch unveröffentlichten Kleinen Anfrage der CDU-Fraktion in NRW hervor. Allerdings seien dabei laufende Stellenbesetzungsverfahren noch nicht enthalten. Außerdem sei der aktuelle Stellenbedarf in Schulen geringer als geplant, weil die Flüchtlingszahlen 2016 niedriger ausgefallen seien, als ursprünglich erwartet worden war, so heißt es seitens der rot-grünen Landesregierung. Gleichwohl zieht die Zeitung das Fazit:  „Hunderte Lehrerstellen in NRW unbesetzt“! Tatsächlich hatte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) unlängst angekündigt, verstärkt Seiteneinsteiger und pensionierte Lehrkräfte für den Schuldienst gewinnen zu wollen.

Beispiel Niedersachsen: Das niedersächsische Kultusministerium kann den überwiegenden Teil der 1300 zum 1. Februar ausgeschriebenen Lehrerstellen besetzen. Insgesamt seien für 1204 Stellen die passenden Bewerber ausgewählt worden – darunter 84 Seiteneinsteiger, so teilte das Kultusministerium mit.

Beispiel Thüringen: Mit Ende der einwöchigen Winterferien werden mehr als 200 neue Lehrer an Thüringer Schulen ihren Dienst antreten. Nach Angaben des Bildungsministeriums sollten an diesem Montag 237 Stellen neu besetzt werden. Wie viele Lehrkräfte tatsächlich vor den Klassen stehen werden, steht aber noch nicht fest. „Dazu kann erst Ende Februar nach dem Abschluss des Nachrückverfahrens eine eindeutige Aussage getroffen werden“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es komme in Einzelfällen vor, dass Lehrer kurzfristig absagten, weil sie sich für einen Job in einem anderen Bundesland entschieden hätten.

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Der Bedarf in den verschiedenen Schularten sei unterschiedlich hoch, sagt die Thüringer Bildungsstaatssekretärin Gabi Ohler. „Im Bereich der Regelschulen brauchen wir jeden Kopf, bei den Gymnasien können wir dagegen nicht allen Bewerbern ein Angebot machen.“ An den sogenannten Regelschulen, wo die Schüler einen Abschluss am Ende der zehnten Klasse anstreben, waren 56 Stellen neu zu besetzen, an Grundschulen 52. Für Gymnasien suchte das Ministerium nach eigenen Angaben 44 neue Lehrer. Die wenigsten freien Stellen gab es mit 24 an Berufsschulen.

Wie begehrt der Lehrerberuf an Gymnasien ist, zeigen die Zahlen des Thüringer Bildungsministeriums für die Lehramtsanwärter, die nun ebenfalls ihren Vorbereitungsdienst antreten. Für Gymnasien lagen 325 Bewerbungen vor – 100 solcher Plätze waren nur zu vergeben. An Grund- und Regelschulen habe jeder Bewerber einen Platz bekommen. Nach Angaben des Sprechers holt Thüringen jedes Jahr 500 künftige Lehrer an die Schulen, 333 sind es zu dem Einstellungstermin im Februar. Das Referendariat komplettiert die Lehrer-Ausbildung nach dem Studium. News4teachers / mit Material der dpa

2 Kommentare

  1. … so wie Weihnachten immer ganz plötzlich kommt, verhält es sich auch mit den Pensionierungswellen bei Lehrern. Planungskompetenz in den Kultusministerien? – Fehlanzeige!!!

  2. Nee, das ist nicht das Problem. NRW hat schon immer Referendare und Lehramtsanwärter über Bedarf ausgebildet. Auch an den Hochschulen stehen genügend Studienplätze für Lehramtsstudenten zur Verfügung. – Nur die Zahl derjenigen, die Lehramt studieren wollen ist rückläufig. Die Zahl der Absolventen reicht nicht aus, um die in den Ruhestand ausscheidenden Kollegn zu ersetzen.

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