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Philologenverband Baden-Württemberg: Lob für Aufstockung des Bildungsetats um 360 Millionen – Kritik an geplanten Stellenstreichungen

STUTTGART. Anerkennend nimmt der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) die Aufstockung des Bildungsetats um 360 Millionen Euro zur Kenntnis. Bernd Saur, Vorsitzender des PhV BW erklärt: „Wir wissen, wie sehr die Kultusministerin dem Druck der Haushaltskonsolidierung ausgesetzt ist. Sie ist sich aber im Klaren darüber, dass es nicht zuletzt auch angesichts der ernüchternden Ergebnisse der bundesweiten IQB-Vergleichsstudie keine Verschlechterung der Unterrichtsversorgung geben darf. Wir anerkennen ihr Eintreten gegen die Streichung von Lehrerstellen nach dem Rasenmäherprinzip: Durch ihren persönlichen Einsatz hat sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit einen Teil des Streichungsvolumens verhindern können.“

Die Kultusministerin hat das Gebot der Stunde erkannt und einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Der PhV BW ermutigt sie mit Nachdruck, diesen Weg bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für guten Unterricht konsequent weiter zu gehen. Das Ziel muss lauten: „Mehr Zeit für Bildung!“, denn die Lehrkräfte müssen die notwendige Zeit bekommen, die sie brauchen, um sich dem einzelnen Kind und Jugendlichen verstärkt zuwenden zu können.

„Hier sehen wir noch deutlich Luft nach oben, zumal alle vorliegenden Arbeitszeituntersuchungen zeigen, dass die Arbeitsbelastung gerade gymnasialer Lehrkräfte weit über dem Soll liegt“, so Bernd Saur weiter. Gezielte individuelle Förderung geht nur mit kleineren Klassen, einer Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung, einer Rücknahme der Kürzung von Anrechnungsstunden sowie der Kürzung der Altersermäßigung für ältere Lehrkräfte.

Schlimm genug, dass für das Schuljahr 2014/15 die Unterrichtsversorgung auf Kosten der Gesunderhaltung der älteren Lehrkräfte erkauft wurde. Dass diese Stellen nunmehr gestrichen werden sollen, ist völlig inakzeptabel. Das bedeutet, dass man hoch belastete ältere Lehrkräfte zum Zwecke der Sanierung des Landeshaushalts bewusst noch stärker belastet. Alle Erkenntnisse zur Gesundheitsprävention werden damit einfach ignoriert.

„Die notwendigen zahlreichen bildungspolitischen Vorhaben für die kommenden Jahre sind nicht realisierbar, wenn gleichzeitig Stellenstreichungen realisiert werden sollen. Das müsste auch und gerade einer Landesregierung klar sein“, so Bernd Saur abschließend.

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