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Auszeichung: Beste bildungsökonomische Doktorarbeit untersucht Folgen des Sitzenbleibens und Frontalunterricht

HANNOVER. Der bildungsökonomische Ausschuss im Verein für Socialpolitik, der Vereinigung der deutschsprachigen Ökonomen, hat Jan Bietenbeck in Hannover für die beste bildungsökonomische Doktorarbeit 2015/2016 ausgezeichnet. Das damit verbundene Preisgeld von 2.000 Euro kommt von der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung.

Für seine Studie analysierte Jan Bietenbeck, heute Dozent an der Universität Lund in Schweden, die Effekte des Sitzenbleibens, moderner Unterrichtsmethoden und des Fachwissens der Lehrer auf die Schüler. “Die Dissertation zeigt in herausragender Weise, wie schulische Faktoren den Lernerfolg von Schülern beeinflussen”, sagt Ludger Wößmann, Vorsitzender des bildungsökonomischen Ausschusses und Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik. “Damit trägt sie dazu bei, die Schulpolitik forschungsbasiert so weiterzuentwickeln, dass es den Kindern und Jugendlichen zugutekommt.”

Bietenbecks Doktorarbeit beschreibt, dass sich das Sitzenbleiben von lernschwachen Schülern zwar zunächst negativ auf den Lernstand der Mitschüler auswirkt, langfristig aber sogar positive Auswirkungen auf deren Lerndisziplin und Schulabschlüsse hat. In einer weiteren Analyse belegt sie, dass traditionelle Lehrmethoden wie der Frontalunterricht sich positiv auf das Fachwissen der Schüler und ihren Lernstand insgesamt auswirken, während moderne Lehrmethoden wie Gruppenarbeit das abstrakte Denkvermögen der Schüler fördern. Schließlich weist die Arbeit auch wichtige Effekte des Fachwissens der Lehrer auf den Lernerfolg der Schüler nach.

56 Kommentare

  1. Heißt das jetzt, dass der kopierwahn wegen des stationenlernens und der ganze Schüler bringen sich alles selbst bei krams vorbei ist? Die ganze digitale Bildung kann man dann auch in die tonne kloppen.

    Mir ist allerdings neu, dass gruppenarbeit das abstrakte denken stärkt.

    Ich fühle mich gerade sehr rückständig…

    • Axel von Lintig

      Spätestens seit der Veröffentlichung der Hattie-Meta-Analyse war klar, dass Gruppenarbeit, Wochenarbeit, Material zentriertes, eigenständiges und selbst gesteuertes Arbeiten ebenso wie Freiarbeit ineffektiv sind.
      Und diese Methoden an Grundschülern auszuprobieren ist eine der schlimmsten Entgleisungen in der Schulpädagogik.
      Im anglo-amerikanischen Raum geht man deshalb ganz andere Wege.
      Es werden die effektiven Lernmethoden angewandt in Verbindung mit einer besseren didaktischen Ausbildung der Lehrer.
      Nur die Deutschen gehen mal wieder einen anderen Weg.

      • Oder anders ausgedrückt: in Deutschland dauert alles etwas ein bisschen länger. Man schaut sich die Nachbarn an, macht das dann nach, selbst wenn die Nachbarn damit vor die Wand fahren, fährt selbst vor die Wand und rudert dann wieder zurück. Während dessen haben sich die Nachbarn schon wieder anderen Dingen zugewandt, die Deutschland in einigen Jahren oder Jahrzehnten einholen.

  2. Wie lautet der Titel seiner Doktorarbeit? Ich kann sie nicht ausfindig machen, auch auf seiner vermeintlichen Internetseite ist davon nichts zu lesen.

    • Axel von Lintig

      Unter http://www.Jan Bietenbeck.com stehen Veröffentlichungen in Englisch, oder einfach Jan Bietenbeck eingeben und unter der Adressen nachschauen und die Arbeiten anklicken.

    • Axel von Lintig

      Aufschlussreich sind auch die Untersuchungen von David Heller-Sahlgren zu den finnischen Schülern der ersten PISA-Studie.
      Diese waren nämlich in ihren ersten 10 Schuljahren ziemlich einheitlich nach einem sehr Lehrer zentrierten Modell unterrichtet worden. Das heißt im modernen, interaktiven Frontalunterricht mit feedback, direkter Instruktion und sehr viel mehr Steuerung durch den Lehrer. Diese Untersuchungen interessieren aber nicht den deutschen mainstream.
      Man ist in Deutschland ein Außenseiter, wenn man die älteren Methoden vertritt.
      Das wird sich aber bald ändern, da der Unterricht an seiner Effektivität gemessen wird.
      Wir durchschreiten im Moment in Deutschland ein Tal der Erkenntnis.

      • Was mit Finnland passierte, nachdem der Unterricht schülerzentrierter wurde, hat man hier bei n4t schon oft genug gelesen …

  3. Aber diese Ergebnisse sollten wir auch nicht übersehen:

    Zitat: “… In einer weiteren Analyse belegt sie, dass traditionelle Lehrmethoden wie der Frontalunterricht sich positiv auf das Fachwissen der Schüler und ihren Lernstand insgesamt auswirken …”

    • Axel von Lintig

      Genau das sehe ich auch so.
      Warum wird denn der Stoff nicht in direkter Interaktion mit der Klasse erarbeitet. Diese Arbeitsweise ist doch viel interessanter als ein rein Material zentrierter Unterricht.
      Und je offener der Unterricht gestaltet wird, um so mehr muss ich meine Schüler auch instruieren, damit diese auch verstehen , wie sie ein Thema bearbeiten sollen.

      • Für mich gibt es kein Entweder – Oder. Ich nutze die Unterrichtsmethoden, die mir für den Stoff, die Schüler am besten erscheinen und die Vermittlung optimieren. Dennoch sollte dies keine einzige Methode sein, sondern es sollte auf eine Methodenvielfalt geachtet werden. In der Schule wird nicht nur das Nachvollziehen bzw. Verstehen und Verinnerlichen von Wissen gefordert, sondern es muss auch selbstständiges Denken und eigenständiges, reflektiertes Arbeiten angebahnt werden. So übt jede Methode andere Varianten des Umgangs mit Wissen. Außerdem sollte es auch eine methodische Rhythmisierung geben, sonst wird es langweilig bzw. die Schüler ermüden. Eine Lehrkraft sollte also gut methodisch geschult sein.
        In dem lesenswerten Ausschnitt aus dem Buch von Jürgen Wiechmann: Unterrichtsmethoden – Vom Nutzen der Vielfalt (kann man ergoogeln) wird nochmals deutlich, worum es bei der Methodenvielfalt geht.
        Zur Verdeutlichung: Ich spreche hierbei von zeitlich abgrenzbare Methoden, die unterschiedlich im Unterricht eingesetzt werden, nicht von einer generellen Leselernmethode, das ist etwas anderes.

        • Nachtrag:
          “In einer weiteren Analyse belegt sie, dass traditionelle Lehrmethoden wie der Frontalunterricht sich positiv auf das Fachwissen der Schüler und ihren Lernstand insgesamt auswirken, während moderne Lehrmethoden wie Gruppenarbeit das abstrakte Denkvermögen der Schüler fördern… Schließlich weist die Arbeit auch wichtige Effekte des Fachwissens der Lehrer auf den Lernerfolg der Schüler nach.”
          Das unterstützt die Methodenvielfalt. Wir wollen nicht nur das Nachvollziehen von Fachwissen, sondern auch abstrakte und selbstständige Denkweisen. Beim selbstständigen Erarbeiten werden Ergebnisse zusammengetragen und unter der fachkundigen Moderation der Lehrkraft diskutiert und fachgerecht fixiert.
          Was man aber bei allen Methoden nicht vergessen sollte: Nach dem Erarbeiten muss öfter wiederholt bzw. geübt werden, das sagt schon unsere Gedächtnisstruktur. Dazu kann man ebenfalls eine Methodenvielfalt nutzen.

      • Antworten:
        “Warum wird denn der Stoff nicht in direkter Interaktion mit der Klasse erarbeitet.”
        Weil es “die Klasse” als solche gar nicht gibt und viele SuS in gleicher Zeit nicht gleiches Lernen können. Man kann Grundsätzliches mit vielen SuS erarbeiten, während in dieser Zeit Kinder mit Unterstützungsbedarf, Alphabetisierungsbedarf oder anderen Notwendigkeiten anderes bearbeiten.

        “Diese Arbeitsweise ist doch viel interessanter als ein rein Material zentrierter Unterricht.”
        Das kommt darauf an. Beide Methoden können nachteilig, ermüdend und langweilig sein. Ebenso können beide Methoden so gestaltet sein, dass sie an den SuS vorbei gehen, weil die Anforderungen zu hoch oder zu niedrig sind und SuS abschalten, träumen, sich ablenken. Lernen findet dann nicht statt.

        “Und je offener der Unterricht gestaltet wird, um so mehr muss ich meine Schüler auch instruieren, damit diese auch verstehen , wie sie ein Thema bearbeiten sollen.”
        Stark geöffneter Unterricht kommt ohne Instruktionen aus und fordert die SuS sehr stark in Eigeninitiative und Methodik (robischon, Freie Schulen)
        Offener Unterricht mit gutem Material kann so von der Lehrkraft gestaltet sein, dass das Material selbsterklärend ist und die SuS selbstständig an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten. Dabei benötigen die SuS dann nur wenige Instruktionen, das meiste schaffen sie allein.

        Ansonsten sehe ich es wie ysnp: die Mischung macht´s!

  4. Ja, die Mischung macht`s, vor allem, wenn man beachtet, ob der Focus auf Übung oder Einführung eines Themas liegt. Aber hier wird meistens vermittelt, dass die Grundschulen nur noch offen und ohne jeglichen Frontalunterricht arbeiten würden.

  5. In einem Fach lasse ich die Schüler gerade seit inzwischen 3 Unterrichtsstunden in Gruppenarbeit Themen erarbeiten.

    Der leistungsstärkste Schüler der Klasse kommt jedes Mal nach der Stunde zu mir und sagt, er mag keine Gruppenarbeit. Er ist immer mit Schülern in einer Gruppe, die nichts machen (wollen) und er muss immer alles bzw. den Hauptteil alleine machen.

    • Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass Gruppenarbeit die Gruppenmitglieder immer zum Faulenzen verführt, weil man darauf setzt bzw. sich darauf ausruht, dass andere die Arbeit machen.

    • Vielleicht liegt es auch an der Altersgruppe. Natürlich sollte Gruppenarbeit von allen Schülern ernst genommen werden.
      In der Grundschule kann man noch gut dagegensteuern. Die Gruppenergebnisse werden so präsentiert, dass jeder seinen Anteil bekommt. Die Gruppenarbeit wird reflektiert (Mache ich jedes Mal.). Man verteilt Rollenkarten, damit jeder eine Spezialaufgabe hat und dadurch gezwungen ist, sich zu beteiligen. Das birngt nach meiner Erfahrung einiges. Wichtig ist auch ein gewisses Zeitlimit für eine Gruppenarbeit. Bei uns steht im Zeugnis, wie man im Team zusammenarbeitet. Es gibt durchaus ruhige Schüler, die sich nicht trauen in der Grundschule. Da haben die etwas souveräneren Schüler, die Aufgabe, diese mit einzubeziehen. Außerdem gibt ganz es einfache “Kontrollmöglichkeiten”, wenn alles nichts hilft. Wer wiederholt nicht mitmacht und dazu noch stört, erarbeitet das Thema alleine. Ergebnisse müssen von einzelnen Schülern (könnte auch der Lehrer anschließend auswählen) präsentiert werden und werden benotet.
      Zu den wissenschaftlichen Untersuchungen: Wer weiß, welche Art der Gruppenarbeit die Wissenschaftler gesehen haben. Wie man Gruppenarbeit machen kann, hat sich zwischen dem, was ich in meinem Studium erfahren habe und welche Möglichkeiten man jetzt hat, um einiges weiterentwickelt.

  6. @sofawolf: Na dann ist es Zeit, die Aufgabe des Lehrers zu erfüllen und die Problematik zu thematisieren. Im späteren Berufsleben steht Teamfähgkeit mit an oberster Stelle.

    • Ich lache. Berufsleben ist in erster Linie von Egoismus geprägt. Kollegialität und teamfähigkeit sind in Wirklichkeit Gegensatzpaare.
      Echte Teamarbeit war ein Markenzeichen von Kumpeln unter Tage. Gedingezulagen gab es entweder für die gesamte Ortsbelegung (Mannschaft) oder nicht. Vergleichen sie das einmal mit den heutigen Teams in wirtschaft und Verwaltung.

    • Axel von Lintig

      Teamfähigkeit steht perse nicht an erster Stelle im Berufsleben.
      Es herrscht Arbeitsteilung und konferriert wird bei Besprechungen miteinander. Ansonsten gibt es die hierarchischen Gliederungen und die übliche Arbeitsteilung. allerdings bespricht man sich mit Kollegen über die einzelnen Fälle, die weitere Vorgehensweise. Und auch hier zeigt sich, wie einfach es sich einzelne Personen machen, indem diese bestimmte Tätigkeiten von anderen erledigen lassen.
      Und Teamfähigkeit erlernt man auch nicht durch Gruppenarbeit in den Schulen.
      Wie Sofawolf schon schrieb, sind es doch meistens einzelne Schüler, welche die Hauptarbeit erledigen oder auch mal ganz selbstbewusste, die dominant das Thema an sich reißen und versuchen ohne eine Absprache ihr Ding durchzusetzen.

  7. @dickebank: Zeit, dagegen zu steuern.

    • Warum, sollen sich andere drum kümmern. Als lehrkraft stehe ich die paar Jährchen ohnehin allein vor der Klasse. Und auf multiprofessionelle teams an Schulen werde ich bis zu meiner Verrentnung nicht mehr stoßen.
      “Freitag ab ein macht jeder seins!” – Wie schon das kollektive Motto im Beitrittsgebiet bis 1990 hieß, als Team noch als Arbeitsollektiv bezeichnet worden ist.

      Das letzte, was ich brauchen könnte, wäre, dass die Schule, an der ich eingesetzt bin, Teamschule wird …
      (Fürchterliche zeitverschwendung!)

      • *grins* Beitrittsgebiet … Freitag ab eins … 🙂 Sagte man das im Westen nicht?

        Ansonsten muss ich Ihnen mal wieder zustimmen. Ich möchte auch nicht so arbeiten müssen, wie die meisten meiner Kollegen es tun.

        • Beitrittsgebiet – brauch ich nur auf meinen Rentenbescheid zu schauen.
          btw, die von Frau Nahles initierte Angleichung der “Ostrenten” – aka Renten im Beitrittsgebiet – betreffen doch nicht nur “Ossis”. Da ich als gebürtiger “Wessi” nach 1990 für einen “ostdeutschen Arbeitgeber” (selbständige Niederlassung eines westdeutschen Unternehmens) gearbeitet habe, war ich Angestellter im Beitrittsgebiet und habe genauso wie meine Kollegen, die im Osten beheimatet waren und in der gleichen Firma arbeiteten, entsprechende Beiträge in die Sozialversicherungen entsprechend des Beitragssatzes Ost abgeführt. Diese Zeiten werden in meinem Rentenbescheid gesondert ausgewiesen, genauso wie für “Ossis”, die im Westen für eine “Westfirma” gearbeitet haben und weiterhin ihren Erstwohnsitz im Osten beibehalten haben.

          PS Der Freitagsspruch ist eindeutig im sprachlichen Verbreitungsgebiet der “Broiler” zu suchen.

  8. Ehrlich gesagt, als Schülerin habe ich Gruppenarbeit gehasst. Mit meinen SuS findet sie oft spontan statt, wenn welche fragen, ob sie z.B. die Lernwörter zusammen üben dürfen und sie suchen sich einen Platz (hab einen Nebenraum), in dem sie sich diese diktieren. Keine große Leistung und ob das Gruppenarbeit ist? Allerdings arbeiten sie alle 14 Tage für 2 Stunden an selbstgewählten Themen, die dann präsentiert werden. Da suchen sie die Gruppe aus und wenn einer nichts tut, beschweren sie sich bei demjenigen selbst. Manchmal tut aber die ganze Gruppe zu wenig. Das melden dann die anderen aber bei der Präsentation zurück.
    Im Zuge der Inklusion kommen wir in der GS nicht an Teamarbeit vorbei als Lehrer/innen.

    • Ich stelle fest, dass es oft die Leistungsstarken waren / sind, die Gruppenarbeit nicht mögen.

      • Wenn sie das Gefühl haben, dass sie für alle anderen die Arbeit machen, dann ist das voll nachvollziehbar. Als Lösungsmöglichkeit sehe ich kooperative, moderne Gruppenarbeitsformen, z.B. nicht unbedingt ein Plakat erarbeiten lassen (lasse ich oft nur arbeitsteilig zu zweit, wenn es in ein Referat münden soll), sondern einmal Thema diskutieren lassen bsw. nach einem Placematverfahren oder eine klare Rollenverteilung in der Gruppe festlegen, da ist dann festgelegt, wer schreibt, wer die Aufgaben vorliest, wer darauf achtet, dass man beim Thema bleibt usw. Da kann man ganz viele Rollen festlegen. Geht das bei den Sekundarstufenschülern nicht?

      • Wenn man die Leistungsstarken IMMER in Gruppen setzt, in denen sie die Ahnung haben und den anderen etwas beibringen sollen, und wenn sie sonst im Unterricht IMMER, wenn sie selbst die Aufgaben erledigt haben, denen helfen sollen, die es noch nicht verstanden haben, dann sind sie früher oder später genervt.

        Wenn man Gruppenarbeiten genau plant und überlegt – und damit ist nicht ein gegenseitiges Diktat gemeint – dann hat man seine SuS im Blick und begleitet auch die Gruppenfindung oder gibt auch Zusammensetzungen vor.
        Man steuert die Aufgabenverteilung – wie ysnp es darstellt ist es in GS stark verbreitet – oder setzt bei geeigneten Themen auch mal homogene Gruppen ein, in denen die Leistungsstärkeren sich anders mit den Themen auseinandersetzen oder die schwierigeren Inhalte erhalten.

        Ansonsten lässt sich feststellen, dass Leistungsstärkere häufiger meckern, wenn ihre sozialen Kompetenzen nicht ausreichen, und dass Schwächere sich in heterogenen Gruppen dann zurückziehen, wenn sie der Meinung sind, nichts beitragen zu können. Letzteres ist m.M.n. ebenfalls durch die Aufgabenstellung in großen Teilen aufzufangen.

        Es ist die methodische Kompetenz der Lehrkraft die die Gruppenarbeiten fördert. Dazu kommt, dass auch das Beherrschen dieser Arbeitsform nicht vom Himmel fällt. Ebenso, wie man Einmaleins und Abschreiben üben muss, muss man auch kooperative Lernformen üben, wenn man darauf in verschiedenen Situationen zurückgreifen will. Und sehr viele SuS brauchen auch in der Sek I. Begleitung und erneute Übung, um weiterhin das Einmaleins abrufen zu können oder weiterhin in einer Gruppe zu ARBEITEN.

        • Axel von Lintig

          Palim

          Gruppenarbeit ist eben laut Hattie-Meta-Analyse ineffektiv.
          Es halten sich, genauso wie im Frontalunterricht, viele Schüler aus der Arbeit einfach heraus und lassen andere Schüler die Arbeit machen.
          Außerdem ist Gruppenarbeit sehr zeitaufwändig und bringt für die Vermittlung von Wissen sehr wenig.
          Was sie fördern soll , ist nach ihrem völkisch-nationalen Erfinder Peter Petersen, der Guppenzusammenhalt und nicht die Vermittlung von Faktenwissen. Die Schüler sollten sich nach dieser Ideologie nur mit einfachem Wissen beschäftigen. Mit selbst gewählten Themen und diese ausarbeiten. Den Inhalt der Themen dieser Jahre 1933-1945 gar sich jeder selbst denken.

          Es ist aus meiner Sicht besser, den Kindern selbstständiges Arbeiten beizubringen. Das gelingt aber nicht durch Gruppenarbeit.
          Für selbstständiges Arbeiten müssen die Schüler aber erst automatisiert schreiben und lesen können.
          Oder können sie sich ein Orchester vorstellen, in dem jeder sich selbst sein Instrument selbst beibringt und anschließend lässt man die dann auch noch zusammen auftreten und spielen. Das funktioniert so nicht.
          Ohne automatisierte Einübungen gelingt wenig und alles viel zu bruchstückhaft. Und das gilt auch für ihre Grundschüler.

          Laufen lernt man auch durch Fehlerkorrektur. Man fällt um, wenn man die Muskeln und die Gelenke falsch stellt. Und so lernt man sukzessive über Fehler und eine Gegenkorrektur das Laufen und Klettern. Da braucht man keine Hilfe von außen.
          Aber bei den Kulturtechniken ist es etwas vollkommen anderes. Man braucht für die Erlernung der Kulturtechniken in den ersten zwei Jahren eine sehr genaue, intensive Instruktion durch einen linguistisch sehr gut ausgebildeten Lehrer und der die Rechtschreibregeln beherrscht unter der vermittlung der Hauptgrapheme, mit Fehlerkorrekturen, gezielten Einübungen von Regeln und Automatisierungen mit der korrekten Vorgabe der Wörter.
          Es darf keine Vermittlung des “so schreiben die Erwachsenen”. Als gäbe es mehrere Schreibweisen im Deutschen.
          Und falsche Schreibungen mit Smilies zu unterstützen ist eine Verstärkung der Fehler, welche den weiteren Lernprozess verlangsamen und diese Methode ist deshalb abzulehnen.
          Und Eltern weiterhin zu sagen, sie dürften Fehlschreibungen ihrer Kinder nicht verbessern, werden sind genauso katastrophal wie eine unterlassene Anleitung durch die Lehrer auswirken.
          Sonst kommt das heraus , was wir hier so täglich sehen, von Eltern immer wieder hören, diese beklagen und selber beobachten.
          Die Fehler werden in den folgenden Jahren noch zunehmen (Thomee) und die Schüler noch unsicherer in ihren Bemühungen des Schreibens werden.
          Es wird zum Spießruten laufen für diese. Und diese benötigen vielfach medizinische und Kinderpsychologische Beratung ,Behandlung und professionelle Nachhilfe durch die entsprechenden Nachhilfeinstitute.
          Und das nur , weil diese kruden Methoden weiter unkritisch praktiziert werden.

          Im übrigen wird Gruppenarbeit in der Wirtschaft nur selten angewendet. Es gibt Arbeitsteilung. Das ist aber keine Gruppenartbeit.
          Wir haben hier Teams, aber jeder hat seine eigene Aufgabe. Das ist doch keine Gruppenarbeit in einem Tätigkeitsfeld.

          • Sehr geehrter Herr Lintig,
            ich verstehe zwar Ihre Ausführungen als Elternvertreter und als betroffener Vater. Allerdings sehe ich darin auch eine Gefahr: Sie nehmen Ihre Erfahrungen mit der LdS Methode heraus und verallgemeinern auf die Gesamtsituation. Dieser Blickwinkel trifft es einfach nicht.
            Über die Ergebnisse der Hattie – Studie kann man sich streiten. Ebenso ist das eine Frage der Interpretation und wo man in der Interpretation die Schwerpunkte sieht. Die Studie sagt nicht, dass Gruppenarbeit keine Effekte hat. Schule ist eben nicht nur eine “Lehranstalt”.
            Ich würde mir wünschen, wenn Sie einfach einmal unsere Praxiserfahrungen mit ganzen Klassen zur Kenntnis nehmen würden oder im idealen Fall – ihnen vertrauen. Wir und viele andere KollegInnen machen diese Erfahrungen, sonst würden wir sie hier nicht aufschreiben.

          • Axel von Lintig

            ysnp

            Nach Angaben der Hattie-Meta-Analyse hat Gruppenlernen nur einen Effekt von 0,4. Das ist nur ein durchschnittlicher Effekt.
            Und was sagen die Schüler zum Lernen in Gruppen?
            Danach sollte man sich auch richten.
            Ich trage hier auch nur die Erfahrungen von betroffenen Eltern und Schülern aus einer entmytologisierten Perspektive Betroffener zusammen.
            In NRW wird vom Schulministerium erwartet, dass alle Methoden angewandt werden, und das macht man dann auch, wenn kontrolliert wird.
            Das Vertrauen wird durch die schlechten Ergebnisse der Schüler beim Wechsel in die weiterführenden Schulen beschädigt.
            Natürlich glaube ich Ihren Praxiserfahrungen. Aber ich sehe auch hier vor Ort Methoden, die einfach schädlich sind.
            Ich kann mich sachlich fundiert mit Ihnen verständigen, allein das gelingt vielen anderen Eltern nicht.Und die Kritik an den Methoden kommt ja auch von führenden Grundschulpädagogen. Das kann man nicht ignorieren.

          • @AvL
            “Und die Kritik an den Methoden kommt ja auch von führenden Grundschulpädagogen.”
            Wenn wir einmal LdS weglassen, was ja eine Leselernmethode ist, welche führenden Grundschulpädagogen sollen das sein? Ich kenne da keine soliden, die kooperative Unterrichtsmethoden ablehnen. Das wäre auch äußerst ungewöhnlich. Bei uns in Bayern werden vom Lehrplan, von Fortbildungen und Evaluationsteams Methodenvielfalt, insbesondere kooperative Methoden eingefordert.

          • Axel von Lintig

            yspn

            Die Aussage bezog sich auf Methoden des Anfangsunterrichts in Grundschulen. Aber welchen Sinn macht Gruppenarbeit in Grundschulen, wenn der gegenseitige Respekt für einander fehlt.
            Gruppenarbeit in weiterführenden Schulen kann man sich eher dann vorstellen, wenn die Aufgaben untereinander aufgeteilt werden.

          • “Aber welchen Sinn macht Gruppenarbeit in Grundschulen, wenn der gegenseitige Respekt für einander fehlt.”
            Diese Aussage verstehe ich nicht. Es ist doch gerade die Aufgabe des Lehrers, wenn es zu Problemen kommt, da einzuschreiten und zur sozialen Kompetenz zu erziehen. Das wird doch nicht besser, wenn die Schüler älter werden, oft ist das Gegenteil der Fall. Bei Gruppenarbeiten geht es in den meisten Formen nicht um eine Aufteilung der Aufgaben, sondern in der Regel um ein gemeinsames Erarbeiten eines Problems, dessen Lösungen dann der Klasse vorgestellt werden und durch mithilfe des Lehrers dann richtig ein- bzw. zugeordnet werden. Das kann in allen Fächern sein – von Deutsch über Mathe bis hin zu Fächern wie Sachkunde und Musik. Auch in Musik lasse ich die Schüler auch mal etwas in Gruppen “ausdenken” – da ist es etwas im kreativen Bereich.

          • Axel von Lintig

            Bei meiner zweitältesten Tochter wurde Gruppenarbeit ab der vierten Klasse in der Grundschule umgesetzt. Aber bestimmte Charaktere arbeiteten eben nicht besonders gut zusammen. Da gibt es eben einzelne, die sich durchsetzen wollen, andere arbeiten nur mit ihren Freunden zusammen und nicht jeder hört dem anderen zu.
            Die Gruppen mussten sich dann noch finden.

          • kurz und knapp:
            1. Gruppenarbeit gibt es nicht nur bei Peter Peterssen.

            2. Man kann von der Reformpädagogik lernen.

            3. Man sollte reformpädagogische Ansätze von der Zeit her betrachten, ABER man kann m.E. Ansätze der Reformpädagogik von den ideellen Strömungen, in denen sie entstanden sind, ablösen. Wer nach Maria Montessori unterrichtet oder ihre Materialien einsetzt, muss ja nicht ihre kosmische Erziehung einsetzen und dem katholischen Glauben abschwören.

            4. Schule besteht aus mehr als Lesen und Schreiben lernen.

          • Axel von Lintig

            Palim

            Je suis d’accord.

          • Axel von Lintig

            Palim

            Die Reformpädagogik ist aber nicht als eine einheitlich Strömung zu sehen. Es gibt Vertreter, wie Hattie und Zierer, welche sehr wissenschaftlich arbeiten.
            Andere , wie von Hentig, Gerold Becker, Brügelmann und Brinkmann sehe ich sehr kritisch wegen ihrer unwissenschaftlichen Methoden.

          • Ja, ysnp, ich mache es wie du.

            Im übrigen bin ich der Meinung, dass man gut daran tut, die sozialen Aspekte so früh wie möglich zu unterstützen, dann kann man nämlich im 4. Schuljahr auf die Querelen verzichten: der soziale Rahmen ist bis dahin längst abgesteckt, die Regeln bekannt und die Methode wird von nahzu allen SuS beherrscht.
            Innerhalb einer Klasse kann so ziemlich jeder mit jedem arbeiten (ESE-Kinder ausgenommen), man muss nicht “beste Freunde” sein, aber eine Aufgabe gemeinsam lösen und dazu die notwendige Professionalität an den Tag zu legen, das kann man als Lehrkraft über Jahre erarbeiten. Ein Methodencurriculum hilft, die Fähigkeiten Jahr für Jahr zu erweitern. Selbst wenn man Gruppenarbeit dann erst in Klasse 4 für alle verbindlich einsetzt, muss man dann keine Mammutaufgabe lösen, sondern greift auf vieles zurück, was vorab schon erlernt und für diese Methode dienlich ist.

            Gruppenarbeit kann arbeitsteilig sein, warum denn nicht? Wenn die Gruppe einige ist, was auf das Plakat soll, werden die Komponenten, die es dafür braucht, aufgeteilt. Wenn gemeinsam ein Werkstück hergestellt wird, ein freies Fensterbild als Szene gestaltet oder ein Experiment nach Anleitung durchgeführt, wird gemeinsam als Gruppe eine Idee diskutiert, ein Plan erstellt und anschließend die Arbeit aufgeteilt.

            Gruppenarbeit kann auch kreativ sein oder auf Grundlage von Bildmaterial erfolgen. Ist die Aufgabenstellung klar, braucht es keine Schrift und die Aufgaben können auch schon in Klasse 1 in Gruppen gelöst werden.
            Außerdem kann man z.B. in Klasse 1 in jede Gruppe einen “Schreiber” setzen, der nämlich schon lesen und schreiben kann. Andere profitieren davon, weil sie mitdenken, selbst wenn sie noch nicht lesen oder schreiben können. Kinder können das!
            Und NIEMAND möchte wirklich, dass Kinder im Alter bis 9 Jahren NUR SCHREIBEN und NUR LESEN lernen.
            Im übrigen kenne ich eine Menge Musiker, die sich das Spielen auf mehreren Instrumenten durchaus selbst beigebracht haben und herausragend mit anderen gemeinsam musikzieren können – mit und ohne Noten. Ich bewundere das und sehe in Musik mehr, als das Abspielen von Noten.

            Wichtig finde ich, dass man nicht einfach eine Gruppenarbeit ansetzt und erwartet, dass alles von alleine läuft. Wie im sonstigen Unterricht auch gibt es Regeln und wie bei anderen Aufgaben oder Methoden auch, braucht es Anleitung und Lenkung durch die Lehrkraft.

          • Axel von Lintig

            Palim

            Sie schreiben,dass einige Musiker kennen , die sich das Spielen auf ihrem Instrument selbst beigebracht haben.Die gibt es auch.
            Das gilt vielleicht für Guitarrenspieler aber schon gar nicht, wenn man ein Musikinstrument professionell spielen will.
            Die Orchestermusiker und die meisten anderen hatten am Anfang immer einen Musiklehrer an ihrer Seite, um den Umgang mit dem Instrument einzuüben. Später dann erfolgt die weitere Entwicklung dann ab einer gewissen Selbstständigkeit alleine mit täglichem Üben.

            Und so sollte es auch in den Grundschulen laufen.
            Und das Laufen lernen unterscheidet sich eben eindeutig vom Erlernen einer Kulturtechnik, oder wollen Sie das ernsthaft bestreiten ?

          • “Das gilt vielleicht für Guitarrenspieler aber schon gar nicht, wenn man ein Musikinstrument professionell spielen will.”

            Was verstehen Sie denn unter professionell?

            Mir fallen auf Anhieb 5 Menschen meiner Umgebung ein, die ich kenne und die mit ihrer Musik Geld verdienen UND sich die Instrumente selbst beigebracht haben.

            Ebenso gibt es übrigens Kinder, die sich das Lesen selbst beibringen – ohne Leselehrgang und ohne Anleitung, wenn auch in einem kulturell geprägten Umfeld.

            Wie bei allen anderen Themen: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, auch grün, gelb, blau und viele andere Farben und Nuancen, die die Welt bunt machen.

          • Axel von Lintig

            Palim

            Wir können hier noch trefflich weiter darüber streiten , ob man schneller klassische Musikinstrumente unter der Anleitung eines Musiklehrers lernt, oder wie Sie es hier darstellen, man sich das Violinspiel auch selbst beibringen kann.
            Ich wünsche in diesem Fall viel Spaß beim zuhören.
            Genauso “freuen” sich die Eltern auch immer wieder über die “Lesekünste” ihrer Kinder, die sich das Lesen durch LdS selbst beibringen mussten.
            Es sind deutliche und gravierende Unterschiede im Erfassen von Textinhalten, im Lesefluss und der Betonung feststellbar.

            Bunte Farben requirieren auch die Gegner dieser Methoden für sich, damit jeder Mensch eine Chance auf das Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens hat.
            Und es erfordert heute Mut sich gegen diesen ideologischen Mainstream zu stellen, nicht aber für Eltern, die sich gegen diese Formen der unterlassenen Hilfeleistung mit der gezielten Irreführung durch Anlaut-Tabellen stellen.

            Der Einfluss der Anhänger dieser absurden Methoden wird durch die Eltern zurückgedrängt werden.

        • Genau. Hier Beispiele aus der Praxis:
          Wenn ich die soziale Kompetenz fördern will (Klassengemeinschaft), lose ich die Gruppenarbeit aus. Das mache ich am häufigsten, denn das geht bei vielen Themen. Hier ist man nämlich einmal gezwungen, mit seinen Mitschülern über eine Sache direkt zu kommunizieren und dies sollte als ein gutes Miteinander erlebt werden. Ein gutes Klassenklima wiederum eine eine positive Auswirkung auf den Lerneffekt. Wenn jemand gerne zur Schule geht, ist er auch weniger blockiert beim Lernen.
          Bei Kopfrechenaufgaben – da mache ich manchmal 3er Gruppen – stelle ich von Vorneherein etwa leistungshomogene Gruppen zusammen und achte darauf, dass sie optimal zusammenarbeiten können. Bei Schreibkonferenzen/ Textproduktionen möchte ich aber, dass die schwächeren Schreiber von den anderen mitgezogen werden und stelle dementsprechend die Gruppen im Vorfeld zusammen, denn, wenn ich das dem Zufall überlasse, kommt bei manchen Gruppen nicht viel dabei heraus.

          • P.S.: Das war ein Beitrag zu Palim

          • Axel von Lintig

            ysnp

            Soziale Kompetenz erlernen Kinder im Umgang mit Geschwistern, wenn sie welche haben, so ,wie meine. Oder sie erlernen diese im Freundeskreis der näheren Umgebung.
            Leider sind die meisten Mitschüler Einzelkinder, die von den Eltern umhegt und umsorgt werden,sie vor jeglicher schulischer Belastung und Anstrengung abschirmen,ständig bei Lehrern intervenieren gegen Lernen, wodurch sie sich in einer ständigen Umklammerung durch ihre Eltern befinden, oder bestenfalls von diesen irgendeiner staatlichen Einrichtung anvertraut werden, die diesen Kindern eine eigenständige Entwicklung ermöglicht.
            In diesem Fall fehlt diesen dann aber der intensiver ,schulischer Rückhalt in der Familie.
            Natürlich ist ein rhythmisierter und abwechslungsreich gestalteter Unterricht mit intensiver Arbeit, gefolgt von freien Phasen der Kreativität vorzuziehen gegen jedwede einseitige Unterrichtung der Schüler.
            Das geht auch den ausgewerteten Untersuchungen von Hattie hervor.
            Man sollte seine Ergebnisse nutzen, diese sind auf deutsche Schüler übertragbar.
            Die Entwicklung zum selbstständig arbeitenden Schüler muss schrittweise erfolgen und nicht gleich am Anfang der Schullaufbahn beginnen und nicht mit einer stark eingeschränkten Hilfe und Instruktion durch den Lehrer.
            In weiterführenden Schulen gestaltet sich für Sie als Lehrer die Unterrichtsmethodik abwechslungsreicher als in der Grundschule.
            Die Eingangsschüler brauchen einfach mehr Führung und Unterstützung als die Schüler in den weiterbildenden Schulen.
            Die Vermittlung von Kulturtechniken erfolgt nicht nach dem Prinzip der autonomen Entwicklung des Laufen und Klettern Lernens.
            Das sind Automatismen, die eigenständig erfolgen und aus deren verzögerter Entwicklung man Rückschlüsse zum Lernverhalten der Schüler erkennen kann.
            Die Grundschüler müssen an ihre Selbstständigkeit sukzessive herangeführt werden und dürfen nicht einfach ins kalte Wasser geworfen werden, verbunden mit einer eingeschränkten Hilfe.
            Es darf auch nicht sein, dass in den weiterführenden Schulen Inhalte weiter bearbeitet werden müssen, weil diese in den Grundschule nicht vermittelt wurden.
            Es wird nicht sein , dass Grundlagen der Rechtschreibung bis zum Ende der neunten Klasse beherrscht werden sollen, weil die neu entwickelten Methoden diese nicht mehr vermitteln können.
            Das wird nie gelingen, da diese Schüler nie mehr an ihre Möglichkeiten herangeführt werden können, da ihr Fenster des Lernens geschlossen ist
            Ohne ein Mindestmaß an Autonomie, die nicht erreicht wurde,weil zu früh versucht wurde diese zu erzwingen, sind diese Schüler für immer abgehängt und werden sich alleine aus dieser Situation nicht mehr befreien können.

          • Sehen Sie und mein Problem ist, dass ich nicht nur “Ihre Kinder” unterrichte.
            Viele Schüle haben entweder keine Geschwister oder wesentlich ältere. Leider gibt es keine Kindergartenpflicht, so dass die Kurzen schon die eine oder andere soziale Kompetenz mitbrächten, wenn sie dann zur Schule kommen.
            Ein erheblicher Teil der Erziehungsarbeit in Klasse 5 und 6 geht noch für das Training sozialer Kompetenzen und somit zulasten des Fachunterrichtes drauf.

  9. Wenn ich das Original richtig überflogen habe (ich hoffe, ich habe das richtige gelesen), schrieb Jan Biedenbeck diese Studie in Spanien (ist jetzt nicht relevant) und nahm zur Grundlage die TIMSS Studie (das ist eine mathematische Studie). In den Ausführungen wurden einige Länder erwähnt, aber ich habe kein einziges Mal Deutschland gesehen. In den Literaturangaben, die er zugrunde gelegt hat, ist keine deutsche Literatur angegeben. Also werden schon wieder – wie bei der Hattie Studie – irgendwelche Untersuchungen in anderen Ländern für das deutsche Schulsystem relevant gesehen. Das finde ich wird der Sache nicht gerecht. Soll man doch endlich die Vielfalt des Unterrichtens, die hierzulande praktiziert wird, genauer unter die Lupe nehmen, denn ich finde, dass viele Methoden bei uns effektiv weiterentwickelt wurden.
    Außerdem glaube ich, wenn der Preis aus der Bildungsökonomie kommt, stehen da bestimmte Interessen dahinter. Eine mögliche Interpretation: Wie erhalte ich den am besten funktionierenden Arbeitnehmer? Wenn er möglichst viel weiß und das macht, was ich ihm sage. Kreative Köpfe braucht man auch, aber nicht so viele, das kann man dann ja in der etwas selteneren Gruppenarbeit üben. Das wäre dann maßgeschneidert auf die zukünftige Arbeitswelt. Es ist die Frage, ob wir uns dem in der Schule beugen.

    • Wenn Sie näheres zu Unterricht in D erfahren wollen, hab ich einen Tipp:
      Gerhard Roth: Bildung braucht Persönlichkeit, wie Lernen gelingt.

      Aber auch er kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie oben.

      • Schöne neue Welt. Worum es in Heinemanns Vorschlag geht ist doch, den Schulaufsichten mehr Durchgriffsrechte einzuräumen. Und das heißt de facto nichts anderes als Abschaffung der pädagogischen Freiheit.

        Der Lehrplan kann zwar vorschreiben was gemacht wird, wie die einzelne Lehrkraft den vor ihr sitzenden Schülern vermittelt, welche Methoden sie anwendet, wie sie das Thema didaktisch aufbereitet, wo sie reduziert, wo sie vertieft etc. bleibt ihr überlassen.

        Heinemann will mehr Gleichschrittigkeit, denn nur so lässt sich – Margot hat’s doch vorgemacht – der Unterrichtsvollzug besser überwachen. Und der Einfluss von Berufsverbänden der Lehrerschaft und der der Eltern kann so stärker ausgehebelt werden.

  10. Zitat “5. Heinemann sieht eine Lösung für bessere Steuerung in einer wieder breiter aufgestellten Steuerung durch die Schulaufsicht”

    Und was meint er [Heinemann] dann mit diesem Punkt?

  11. Der sogenannte “Ringelmanneffekt” (Sozialpsychologie) besagt, dass Personen sich weniger anstrengen, wenn sie etwas gemeinsam tun, als wenn sie es alleine tun würden.

    Siehe Ringelmanneffekt: https://de.wikipedia.org/wiki/Ringelmann-Effekt

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