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Baden-Württemberg macht ernst – internationale Studenten sollen zukünftig für ihr Studium bezahlen

Baden-Württemberg beschreitet nach Ansicht von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit der Einführung von Gebühren für Nicht-EU-Studenten einen international anerkannten Weg zur Studienfinanzierung. «Damit stehen wir nicht alleine da», sagte sie bei der Einbringung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Landeshochschulgebührengesetzes in den Landtag am Donnerstag in Stuttgart. Dänemark, Österreich, Finnland und Schweden haben sich nach ihren Worten in den vergangenen Jahren dazu entschieden. In diesen Ländern gebe es aber wie in Baden-Württemberg keine allgemeinen Studiengebühren. Dagegen fürchten Studentenvertreter, die Gesetzesnovelle könne «Einfallstor» für die Wiedereinführung von Studiengebühren für alle sein.

Nicht-EU-Studenten, die keinen der zahlreichen Befreiungstatbestände erfüllen, sollen nach dem Willen der Landesregierung vom Wintersemester 2017/18 an 1500 Euro pro Semester zahlen. Auf alle Studenten, die ein Zweitstudium durchlaufen, kommen 650 Euro pro Semester zu. dpa

Ein Kommentar

  1. Bernhard Esser

    Will die Bundesregierung Fluchtursachen bekämpfen?
    Gilt das Menschenrecht auf Bildung NICHT für Menschen aus ärmeren Län-dern?
    Mit Schrecken habe ich davon erfahren, dass das reiche Baden-Württemberg in Zu-kunft bis zu 1500€ pro Student aus einem Nicht EU Land – pro Semester- als Studi-engebühren nehmen will. Das von einer Grünen-Ministerin geführte Wissenschaftsministerium erwartet Einnahmen von 3,5 Millionen auf Kosten von Menschen aus armen Ländern, die in Deutschland eine Chance zum Studium sehen. Ich spreche nicht von den Reichen aus China oder arabischen Ländern. Die Landesregierung will den größten Teil zur Sanierung des Haushaltes nutzen.
    Ich habe viele Jahre in der psycho-sozialen Beratung gerader dieser ausländischen Studierenden gearbeitet, viel von ihnen gelernt und mit ihnen viel Spaß gehabt. Ich habe aber auch gesehen unter welchen schwierigen Bedingungen sie hier oftmals lebten – nicht nur menschlich, interkulturell usw. – sondern dass sie teilweise zur Unterstützung von Familienmitgliedern Geld nach Hause schicken mussten. Teilweise finanzierten sie ihren Lebensunterhalt nur mit dem Geld, das sie hier verdienten (teils 450€ Basis). Wie sollen sie dann noch die Studiengebühren von bis zu 3000€ im Jahr bezahlen?
    Ich habe viele dieser hoch motivierten Menschen bewundert, wie sie hier kämpften, um für sich, ihre Familien aber auch bei guter Qualifikation und Bleibemöglichkeit für uns positiv die Zukunft gestalten wollten. Viele von ihnen sind Brückenbauer zwischen den Kulturen, weil sie viele unserer Werte schätzen gelernt haben. Sollen diese Menschen in Zukunft nicht mehr die legale Chance haben und mit einem Studienvisum nach Deutschland kommen? Wollen die Regierenden, dass diese Menschen auf lebensgefährlichen Wegen nach Deutschland kommen um hier zu erfahren, dass sie kein Asyl gewährt bekommen können, da sie aus einem sicheren Herkunftsland kommen, nicht mit dem Tode bedroht sind usw.?

    Bernhard Esser
    Dipl. Sozialpädagoge in der Arbeit mit Geflüchteten

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