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GEW fordert: Schulleiter endlich angemessen bezahlen – Gemeindetag hält ein Plus von 1.000 Euro im Monat für nötig

STUTTGART. Mit Personal und Budgets für außerschulische Angebote jonglieren, das Kollegium motivieren und nach außen netzwerken – die Tätigkeiten von Schulleitern gleichen denen eines Unternehmers. Doch die Bezahlung lässt aus Sicht von Lehrerverbänden seit Jahren zu wünschen übrig.

Die GEW Baden-Württemberg schlägt deshalb jetzt Alarm. Die Lehrergewerkschaft wirft der grün-schwarzen Koalition vor, die versprochenen Verbesserungen für die Arbeit von Schulleitern schuldig geblieben zu sein. «Wir warten ungeduldig auf entsprechende Entscheidungen», sagte Landeschefin Doro Moritz am Mittwoch in Stuttgart. Führungskräfte an den Schulen bräuchten Zeit für Qualitäts- und Personalentwicklung sowie eine Bezahlung, die ihrer verantwortungsvollen Führungsaufgabe gerecht werde. «Das gilt insbesondere für kleinere Schulen.» Die schlechte Ausstattung des Postens habe bereits zu großen Nachwuchsproblemen geführt.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wies darauf hin, dass einige Leitungsstellen schon seit 2014 oder 2015 ausgeschrieben und derzeit nur kommissarisch besetzt seien. «Ein Flatrate-Job lockt eben niemanden», sagte VBE-Landeschef Gerhard Brand. Anders als in anderen Bereichen, würden Führungskräfte an Schulen für ihre wachsende Aufgabenfülle unzureichend entlohnt.

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Fehlende Ressourcen für Integration von behinderten Schülern und Flüchtlingen und für Sprachförderung lassen nach den Worten von Moritz Lehrkräfte und Schulleitungen ausgelaugt und enttäuscht mit Versorgungsabschlag vorzeitig in den Ruhestand gehen. Damit werde der Lehrermangel verstärkt. Hier anzusetzen hält Moritz für sinnvoller als – wie von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) geplant – finanzielle Anreize zur Arbeit über die Altersgrenze hinaus zu gewähren. Der SPD-Schulexperte Gerhard Kleinböck unterstützte die Forderung der GEW. Denn neue pädagogische Anforderungen wie Umsetzung der Inklusion oder Ausbau von Ganztagesangeboten forderten die Schulleitungen enorm, sagte der Landtagsabgeordnete.

Mehr Zeit für Führungsaufgaben

Über die Bezüge von Schulleitern wird schon seit Jahren diskutiert. Gemeindetagspräsident Roger Kehle hatte 1000 Euro mehr für Schulleiter gefordert. Die GEW wollte sich nicht auf einen konkreten Betrag festlegen, machte aber darauf aufmerksam, dass es für keinen Lehrer attraktiv sei, für wenige 100 Euro brutto über die A-12-Besoldung hinaus die vielfältigen Aufgaben des Schulleiters zu übernehmen. Die Besoldung entspreche dann nicht mal der eines Haupt-/Werkrealschul- oder Gemeinschaftschullehrers (A13). In anderen Bundesländern würden die Schulleiter zum Teil nach A14 bezahlt.

Die GEW fordert auch mehr zeitlichen Spielraum für Schulleiter für ihre Führungsaufgaben. Insbesondere die Rektoren kleiner Grundschulen litten unter der geringen Freistellung vom Unterricht. Der VBE verlangte auch begleitende Aus- und Weiterbildung für Schulleiter. dpa

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2 Kommentare

  1. Naja, das ist ja aber immer das Gleiche. Mehr fällt den Damen und Herren nicht ein. Mehr Geld und alles ist (wieder) schick?!?

    Klar sollen Schulleiter deutlich mehr verdienen als (vergleichbare) Lehrer, aber ist es nicht einfach auch die Unmenge an Stress und Ärger, die sich keiner freiwillig auflädt – eben weil man auch ohne dieses Amt als Lehrer schon gut verdient?

    Auch hier denke ich, wäre andere Entlastungen eher angesagt. Weniger Bürokratie. Bessere rechtliche Stellung. Reduzierung des Stundensolls. (Mehr fällt mir gerade nicht ein, weil ich nicht weiß, was einen Schulleiter so alles plagt, denn ich bin ja keiner. Aber einfach mal Geld mehr ist ja wieder typisch!) 🙁

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