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Hessen steuert bei Ganztagesangeboten nach – Kritikern reichen die Angebote aber nicht aus

WIESBADEN. Der Bedarf an Unterricht und Betreuung für Kinder am Nachmittag ist riesig. In Hessens Schulen wird das Ganztagesangebot daher ausgebaut. Insgesamt 1118 Schulen werden im kommenden Schuljahr ganztägig arbeiten, kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag in Wiesbaden an. „Damit werden wir die Schwelle von zwei Dritteln aller Schulen überschreiten.“ Um vor allem die Ganztagsangebote an weiterführenden Schulen zu erweitern, stelle der Landtag wie im Vorjahr auch 2017 sechs Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

Alexander Lorz

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Im kommenden Schuljahr werden 26 Schulen neu in das reguläre Ganztagesprogramm des Landes aufgenommen, sagte der Minister. Beim „Pakt für den Nachmittag“, bei dem das Ganztagesangebot vom Land und vom kommunalen Schulträger gemeinsam gestemmt wird, werden nach Angaben von Lorz künftig 21 der 33 Schulträger im Land mitmachen. Die Zahl der teilnehmenden Grundschulen steige damit von derzeit 122 auf 168. Das seien 15 Prozent aller öffentlichen Schulen in Hessen.

Bei den Schulträgerregionen, die neu beim Pakt dabei sind, handelt es sich um fünf Kreise: Dabei sind der Landkreis Kassel, der Werra-Meißner-Kreis, der Landkreis Fulda, der Lahn-Dill-Kreis sowie der Landkreis Limburg-Weilburg. Der Minister betonte die pädagogische Qualität des Angebotes. Es würden landesweite Standards gesetzt und die Schulen bei der Umsetzung fachlich beraten und unterstützt.

Kritik: Es mangelt an echten Ganztagsschulen

Den freiwilligen „Pakt für den Nachmittag“ gibt es seit dem Schuljahr 2015/2016. Das Angebot soll eine verlässliche Betreuung der Kinder von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr ermöglichen. Das Land stellt dabei von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr die Lehrer zur Verfügung. Danach übernehmen die Kommunen als Schulträger die Betreuung in den restlichen Stunden. Eltern bezahlen für die zusätzliche Betreuung.

Die Bildungsexpertin der Linken-Fraktion, Gabi Faulhaber, kritisierte, dass es Hessen jedoch an echten Ganztagsgrundschulen mit einem ganztägigen Unterricht mangele. Dabei werde nicht einmal die Ein-Prozent-Hürde geknackt.

Nach Angaben des Kultusministeriums sind im aktuellen Schuljahr insgesamt 1071 von 1673 Schulen im Ganztagsprogramm des Landes vertreten. Darunter fallen Grundschulen, Förderschulen und Schulen mit Sekundarstufe I. Mit 726 Schulen zählt der überwiegende Teil zum „Profil 1“ mit einem Ganztagsangebot an mindestens drei Wochentagen von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr. Das umfasst eine Hausaufgabenbetreuung, Fördermaßnahmen sowie Wahl- und Freizeitangebote. Die Teilnahme ist freiwillig.

130 hessische Schulen mit dem „Profil 2“ bieten an fünf Schultagen pro Woche freiwillige Zusatzangebote von 7.30 Uhr bis 16.00 oder 17.00 Uhr an. Im „Profil 3“ und damit vollwertige Ganztagsschulen sind 93 Schulen. Zusätzlich beteiligen sich derzeit 122 Grundschulen am „Pakt für den Nachmittag“. dpa

Ein Kommentar

  1. Ganztagsschulen finde ich für die Kinder (mindestens nach der Grundschule) furchtbar. Das ganze Leben wird verschult. Immer nur Schule, Schule, Schule ………..

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