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Kolumne: Der Kampf mit den Klischees – „Down-Syndrom-Kinder sind immer so reizend“

ULM. „Immer wieder ist für Eltern schwierig, dass es so viele Vorurteile über Kinder mit Down-Syndrom gibt. „Die seien zum Beispiel immer lustig und nett, um nur zwei Klischees zu nennen“, sagt Bloggerin Kirsten Jakob. Zusammen mit Kirsten Ehrhardt schreibt sie den Inklusions-Blog „Zwischen Inklusion und Nixklusion“ unter www.kirstenmalzwei.blogspot.de Mit ihrer aktuellen Geschichte wollen sie auf den Missstand hinweisen, dass „manche Menschen  immer noch glauben, sich trotz der UN-Behindertenrechtskonvention für ihre Einrichtung „passende“ Kinder mit Behinderung aussuchen zu können.“

Schnuppern

Heute ist Schnuppertag im Kindergarten.

Die Mutter ist glücklich, denn es ist eine inklusive Einrichtung.

Schon einige Kinder mit Down-Syndrom waren dort.

Fotos von ihnen hängen eingerahmt im Flur. Lachende lustige Kinder.

Auch DAS MÄDCHEN ist mit dem Down-Syndrom geboren worden.

Die Erzieherin nimmt es freundlich in Empfang. Die Mutter geht nach Hause.

Zwischen Inklusion und Nixklusion ist das Thema des Blogs der beiden Autorinnen. (Bild: Kirstenmalzwei)

Als sie mittags wieder kommt, sitzt das Mädchen mit einem Stück Knete in der Hand in einer Ecke.

Die Erzieherin schaut nicht mehr ganz so freundlich.

Sie erzählt: Das Mädchen sei ja sehr still. Sehr misstrauisch. Habe nichts mitmachen wollen. Habe um sich geschlagen, als die anderen es in den Kreis holen wollten. Habe schließlich ganz allein für sich gemalt. Allerdings nur Krickelkrackel. Und gelächelt: kein einziges Mal.

Die Mutter nickt. Sie kennt ihre Tochter schließlich gut.

„Wir haben uns hier eigentlich bei der Inklusion auf Kinder mit Down-Syndrom spezialisiert“, sagt die Erzieherin, „weil die immer so reizend sind. Aber ich spreche mal mit dem Team.  Vielleicht können wir bei Ihrer Tochter auch mal eine Ausnahme machen.“

 kirstenmalzwei.blogspot.de

Ein Kommentar

  1. offensichtlich ist downsyndrom kein charaktermerkmal und die lächelnden downsyndrom-mädchen der hochglanzprospekte sind doch nicht so repräsentativ wie von den bildungspolitikern propagiert.

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