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Philologen in Schleswig-Holstein wollen zurück zu G9 – SPD: Störung des Schulfriedens

RENDSBURG. G9 statt G8 – das wollen die Gymnasiallehrer. Die Kürzung der Schulzeit bis zum Abi hat aus ihrer Sicht nichts Gutes gebracht. Auf ihrem Jahreskongress kritisiert der Philologenverband auch eine Angleichung zwischen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen.

Die Lehrer an den Gymnasien in Schleswig-Holstein haben sich deutlich für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren ausgesprochen. Alle Erfahrungen der letzten zehn Jahre hätten gezeigt, dass die Kürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Schuljahr ein pädagogischer Fehler gewesen sei, sagte der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Helmut Siegmon, beim Jahreskongress des Verbandes nach dessen Angaben am Donnerstag in Rendsburg.

Es sei weder zu einer Qualitätssteigerung noch zu höherer Studierfähigkeit oder zu größerer Effizienz der schulischen Arbeit gekommen. Stattdessen befürworteten drei Viertel der betroffenen Eltern bundesweit eine Rückkehr zu G9, also einer neunjährigen Gymnasialzeit.

«Daraus haben so unterschiedliche Landesregierungen wie die Niedersachsens und Bayerns die richtigen Konsequenzen gezogen, die Albig-Regierung allerdings nicht», sagte Siegmon laut Pressemitteilung. «Wir lassen uns allerdings ebenso wenig wie die parlamentarische Opposition entmutigen, wenn wir vom SPD-Vorsitzenden Ralf Stegner mit dem Vorwurf gerüffelt werden, wir störten den Schulfrieden.» Der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Fraktionschef Daniel Günther, hat eine flächendeckende Rückkehr zu G9 für den Fall angekündigt, dass seine Partei die nächste Regierung führt.

Zur Gesamtschule "verkommmen"? Die Schulform Gymnasium. Foto: twicepix / flickr (CC BY-SA 2.0)

Philologen wollen Angleichungsprozesse zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule verhindern. Foto: twicepix / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Philologenverband kritisierte, es gebe einen schleichenden Prozess der Angleichung von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen, den einzig verbliebenen weiterführenden Schularten. Ein falscher Schritt in diese Richtung ist aus Sicht Siegmons, dass die zweite Phase der Lehrerausbildung nicht mehr an die Schularten gebunden werde, sondern allenfalls an die Schulstufen. «Damit würden intellektuelle und pädagogische Unterschiede zwischen den Schularten verwischt und den Referendaren suggeriert, diese Unterschiede seien marginal und zu vernachlässigen.

Ein weiteres Indiz für einen Angleichungsprozess sei der Verzicht der Landesregierung auf eine verbindliche Schulartempfehlung nach Klasse 4 durch die Grundschullehrer. «Die Eltern werden hier allein gelassen», meinte Siegmon. dpa

3 Kommentare

  1. Wolfgang Kuert

    Rückkehr zu G9 unausweichlich – Schulpolitik gegen den Willen der Eltern rächt sich

    Dr. Heike Schmoll, Auszug faz.net, 25.02.2014

    • Frau Dr. Schmoll hat ja die Debatte des schleswig-holsteinischen Philologenverbands moderiert, auf der von den Spitzenkandidaten von SPD und Grünen kein einziges pädagogisches Argument für G8 gebracht werden konnte (und vom SSW eine intellektuell erbärmliche Vorstellung gegeben wurde).

  2. Wolfgang Kuert

    Hallo Küstenfuchs, ich war auch in Rendsburg und kann ihre Aussage voll unterstützen.

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