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Schulbuch des Jahres 2017: Sonderpreis für Deutschbuch, das sich an Flüchtlingskinder richtet

BRAUNSCHWEIG. Die Preisträger des „Schulbuch des Jahres 2017“ stehen fest. And the winner is … der Ernst Klett Verlag – zwei von vier Auszeichnungen gehen nach Stuttgart. Einen Sonderpreis bekommt ein Schulbuch, das für die Arbeit mit Flüchtlingskindern konzipiert wurde.

Autoren und Herausgeber bei der Ehrung in Leipzig. Foto: Georg-Eckert-Institut

Autoren und Herausgeber bei der Ehrung in Leipzig. Foto: Georg-Eckert-Institut

Die Experten-Jury aus Wissenschaft, Schulpraxis und Verlagen Schulbücher hat in diesem Jahr den Fokus auf Lehrwerke für Grundschulen gerichtet – und sich entschieden: „Kunst mit uns“ ist das Schulbuch des Jahres in der Kategorie „Gesellschaft“. Der Preis in der Kategorie „Sprachen“ geht an „Come in“. In der Kategorie „Mathematik“ wurde „Das Zahlenbuch“ ausgezeichnet. Einen Sonderpreis für „Diversität in Bildungsmedien“ verlieh die Jury an das Deutschbuch für Flüchtlings- und Migrantenkinder „Komm zu Wort“. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz.

Das Georg-Eckert-Institut verleiht zum sechsten Mal den Preis für die besten Schulbücher. Als Partner mit dabei: die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Mit der Auszeichnung werden Herausgeber und Autoren für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Schulbuchkonzepte gewürdigt. „Darüber hinaus wird aber auch die Debatte über Qualität von Schulbüchern angeregt und ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien geleistet. Ausgewählt werden daher herausragende Lehrwerke, die alle Standards eines zeitgemäßen Schulbuchs erfüllen und sich durch innovative Ansätze auszeichnen. Dabei werden fol­gende Kriterien bei der Wahl zum „Schulbuch des Jahres“ berücksichtigt: didaktisches Konzept, fachwissenschaftlicher Bezug, Schülerorientierung, Aufgabenkultur, Verständlichkeit und Gestaltung“, so heißt es beim Georg-Eckert-Institut.

„Auf Erkundungstour“

Und weiter: „Schulbücher sollen Wissen vermitteln und dabei mit Schülerinnen und Schülern auf Erkundungs­tour gehen, sie neugierig machen, anspornen und zugleich Alltagserfahrungen aufgreifen und zu verarbeiten helfen.“ Besonders gut umgesetzt hätten diese Anfor­derungen die in diesem Jahr ausgezeichneten Lehrwerke für die Grundschule (Im dreijährigen Turnus richtet sich die Ausschreibung an Lehrwerke der Grundschule, der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II).  „Die Schulbücher  haben uns beeindruckt, weil sie vielfältige und kindgerechte Zugänge zu komplexen Themen bieten. Indem sie bei der Lebenswelt ansetzen, die Phantasie anregen, offene Fragen stellen, Probleme aufwerfen und unterschiedliche Blickwinkel aufzeigen, ermöglichen sie Grundschülerinnen und Grundschülern, sich anspruchsvolle Inhalte individuell anzueignen,“ erläutert Prof. Eckhardt Fuchs, Direktor des Georg-Eckert-Instituts und Vorsitzender der Jury.

„Schulbücher formen und schärfen den Blick in die Welt und in die Gesellschaft. Zusammenhänge werden erkennbar.“ so Thomas Krüger, Präsident der bpb. „Ihre Themen, die abgebildeten Personen und die didaktisch-methodischen Vorgehensweisen werfen die Frage ‚Wie wollen wir leben?‘ auf und befähigen zur Antwortfindung.“

 

Die ausgezeichneten Bücher

Come in 1/2
Ernst Klett Verlag 2016
Autorinnen: Birgt Fretzdorff, Anna Fröhlich, Svea Große-Brauckmann, Nina Heidelberg, Anne Marxen, Viktoria Vutz

Mit einem ganzheitlichen Ansatz schafft Come in Schul­anfängerInnen einen Zugang zur englischen Sprache: Es bietet Anregungen zum Malen, Songs zum Mitmachen, mimische und gestische Impulse sowie Spiele zur Festi­gung des Wortschatzes. Eine liebevolle Gestaltung, die Piktogramme und Zeichnungen zur Aufgabenbeschreibung einsetzt, unterstützt den einsprachigen Englischunterricht. Damit alle Kinder sich trauen zu sprechen, werden die Aufgaben auf drei Niveaus angeboten. Eine wunderbare Ergänzung stellt die Smartbox dar, die differenzierende Materialien für die Freiarbeit und weitere Spiele für lustiges Vokabeltraining enthält.
Sieger in der Kategorie Gesellschaft

Kunst mit uns 1/2
Unterrichtswerk für Kunst in der Grundschule
C.C. Buchner/Mildenberger 2015
Herausgeberinnen: Claudia Lutz, Verena Willmann

Schon das Titelbild zeigt, dass es in dem Buch darum geht, über Kunst nachzudenken und selbst künstlerisch aktiv zu werden. Wahrnehmen und Gestalten werden ausgezeich­net miteinander verbunden und mit kulturhistorischen Zusammenhängen verknüpft. Kunst mit uns ist wie ein Museum mit verschiedenen Abteilungen aufgebaut, durch das zwei witzige Katzen führen. Beeindruckend ist der große Bogen, der von lebensweltlichen Themen wie Kunst aus Müll über digitale Medien bis zu berühmten Kunst­werken geschlagen wird. Kunst mit uns ermutigt Schülerinnen und Schüler, Kunstwerken nicht mit Ehrfurcht, sondern mit Neugier und Offenheit zu begegnen.
Sieger in der Kategorie Mathematik

Das Zahlenbuch 1
Ernst Klett Verlag 2017
AutorInnen: Melanie Bischoff, Daniela Götze, Birgit Heß, Gerhard N. Müller, Marcus Nührenbörger, Ralph Schwarzkopf, Erich CH. Wittmann

Das Zahlenbuch bietet SchulanfängerInnen einen hervor­ragend strukturierten Einstieg in die Mathematik. Es legt großen Wert auf den Aufbau eines tragfähigen Zahlenver­ständnisses, etwa mit klugen Übungen zum Zerlegen von Zahlen und der frühen Einführung der Null. Der Ansatz steht in der Tradition des aktiv-entdeckenden Lernens und produktiven Übens. Insbesondere die Forscherseiten bieten Aufgaben zum Problemlösen auf allen Niveaus an. Die Anregungen zum Kommunizieren und Argumentieren ziehen sich durch das gesamte Buch, ein differenziertes Verweissystem unterstützt Lehrkräfte bei der Entwicklung der Kompetenzen. Die Blitzrechen-App und Erklärfilme überzeugen als digitale Erweiterungen des Konzepts.
Sonderpreis für Diversität

Komm zu Wort 1 und 2
Hör-Bilder-Buch
Deutsch für Seiteneinsteiger
Finken 2015/2016
Autorinnen Doris Fischer, Christina Kellner

Thematisch beginnt Komm zu Wort dort, wo zugewanderte Kinder den ersten Kontakt mit der deutschen Sprache haben: in der Schule. Dies zeugt von Sensibilität für die Situation dieser Kinder, die als aktive „Seiteneinsteiger“ angesprochen werden. Didaktisch setzt das Lehrwerk die Basisqualifikationen zur Sprachförderung vorbildlich um. Der Clou ist der Ting-Stift, mit dem die SchülerIn­nen sich Wörter und Sätze vorsprechen lassen oder auf den Wimmelbildern auf Entdeckung gehen können. So können sie sich in Eigenregie Aussprache, Wortschatz und syntaktische Muster des Deutschen aneignen und einfache grammatische Strukturen erlernen. Auch in Hin­blick auf Narration und Dialog bietet das Lehrwerk erste Anregungen. Buch und Ting-Stift bilden in Kombination ein schlaues Angebot für den Einstieg in die deutsche Sprache, das Lehrenden und Lernenden den Unterricht erleichtert.

 

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