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Wann treffen wir (1000) wieder zusammen? Am Montag (beim Schüler-Welt-Theatertag) in Bautzen

BAUTZEN. Die Kunstform Theater fristet an vielen Schulen ein Schattendasein. Längst nicht in allen Bundesländern ist darstellendes Spiel im Curriculum verankert, obwohl Theaterspielen wie kaum ein anderes Fach ermöglicht, alle Sinne der Schüler anzusprechen. Ist die theatralische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit überhaupt noch zeitgemäß? In Bautzen wollen ab Montag mehr als 1.000 Schüler beim Welt-Theatertag den Beweis antreten.

Theater braucht Mut und Leidenschaft. Mehr als 1000 Jungen und Mädchen nehmen sich davon nun wieder eine große Portion. Beim 18. Schüler-Welt-Theatertag wollen sie das Publikum mit über 40 Vorstellungen in Bautzen begeistern – auf 16 Bühnen.

Schultheaterszene

Die kreative Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit kann für Schüler eine bereichernde Erfahrung sein, die an der Schule aber oft zu kurz kommt. Foto: David Ortmann / flickr (CC BY-NC 2.0)

Organisiert wird der Bühnentag seit dem Jahr 2000 durch das Deutsch-Sorbische Volkstheater. Anders als die drei Hexen in Shakespeares „Macbeth“ wollen die Organisatoren die Jugendlichen natürlich nicht in ihr Unglück stürzen. «Inzwischen richten wir wohl Deutschlands größtes Schülertheatertreffen aus», sagt Intendant Lutz Hillmann..

Die jüngsten der Laienschauspieler kommen aus den Grundschulen, die ältesten Darsteller stehen kurz vor dem Abitur. Einige Gruppen, wie vom Löbauer Gymnasium, sind schon seit dem ersten Mal dabei, andere schnuppern nun erstmals Theaterluft. Erstmals ist in diesem Jahr auch eine Theatergruppe aus Bautzens Partnerstadt Heidelberg dabei: Das Elisabeth-von-Thadden-Gymnasium zeigt eine Aufführung, die in Kooperation mit dem Jungen Theater Heidelberg entstanden ist und sich mit dem Thema «Utopie – Wie werden wir morgen leben» beschäftigt.

Die Bautzener Theaterpädagogin Heide-Simone Barth freut sich über diese Entwicklung. «Die Ergebnisse zeigen die intensive Zusammenarbeit mit den Schulen. Dazu gehören Theaterbesuche. Wir unterstützen aber auch Projekttage und bieten Fortbildungen für die Pädagogen an.» Zum ersten Schüler-Welt-Theater trafen sich 350 Darsteller zu zehn Vorstellungen.

Interessiert verfolgt diese positive Entwicklung auch die Initiative «KOST – Kooperation Schule und Theater». Das Projekt begleitet die Zusammenarbeit von Schulen und Theaterschaffenden und will frischen Wind in die sächsische Schultheater-Landschaft bringen. «Anders als in Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Hamburg fehlt in Sachsen ein Fach wie Darstellendes Spiel. Es ist Zeit, dass künstlerische Fächer wieder an Bedeutung gewinnen», sagt Projektleiterin Nicole Aurich. Eine genaue Zahl über Theatergruppen an Schulen in Sachsen gebe es nicht. Bekannt sei, dass an 53 Gymnasien im Freistaat das künstlerische Profil angeboten werde. Damit verbinde sich häufig eine Theater-AG.

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Wichtig ist für Aurich Schultheater, weil das Spiel auf der Bühne mehr ist als in eine Rolle zu schlüpfen. «Die Kinder und Jugendlichen setzen sich mit der Welt auseinander. Sie wechseln die Perspektiven. Theater erforscht die Welt – laborgleich», sagt sie. Um das Theaterspiel an der Schule zu unterstützen, bietet die KOST zum Beispiel Kooperationen mit Schauspielern an. Die Künstler begleiten zwei Jahre die jeweiligen Projekte vor Ort, an denen immer auch ein Lehrer – sozusagen fortbildend – beteiligt sein muss. Zehn solcher Projekte finanziert die Initiative in Trägerschaft der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Auch zwischen dem Bautzener Theater und Schulen der Region gibt es zahlreiche Kooperationen. Schauspieler Mirko Brankatschk zeigt mit seinen Oberschülern aus Sohland/Spree das «Traurige Märchen vom gestreiften Kater und der Schwalbe Sina» beim Schüler-Welt-Theatertag. Istvan Kobjela ist mit der Schultheatergruppe der Sorbischen Oberschule dabei. Auch Theaterpädagogin Barth betreut junge Künstler in zwei Schulen.

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Für den Schülerwelttheatertag haben sich 5000 Zuschauer angemeldet. Doch die Bautzener können in diesem Jahr noch einmal Schülertheater erleben. Die KOST richtet in der Spreestadt vom 14. bis zum 16. Juni das Sächsische Schülertheatertreffen aus. Für das Theaterfestival können sich bis 5. April noch die jungen Amateure bewerben. (Miriam Schönbach, dpa)

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