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Am meisten interessiert sie Bildungspolitik: Schülerin will für FDP in Bundestag – die Schule unterstützt ihre Kandidatur

WITTENBERG. Sie ist erst 18 Jahre alt und muss noch eineinhalb Jahre die Schulbank drücken – trotzdem stellt sich Denise Köcke im Herbst für den Bundestag zur Wahl. Die Halberstädterin tritt im Harz als Direktkandidatin für die FDP an. Auf der Landesliste von Sachsen-Anhalt steht sie auf dem wenig aussichtsreichen Platz 6. Trotzdem wolle sie in der heißen Wahlkampfphase voll mitmischen, sagt sie. Mit ihrer Schule habe sie schon gesprochen, dass sie auch mal fehlen könne. «Ich habe das große Glück, dass meine Schule mich unterstützt», sagt die Elftklässlerin. Dass sie 2018 ihr Abitur mache, sei sicher – selbst wenn sie in den Bundestag gewählt werde.

"Dass ich in eine Partei eintreten will, weiß ich, seit ich 14 bin": Denise Köcke. Foto: privat

„Dass ich in eine Partei eintreten will, weiß ich, seit ich 14 bin“: Denise Köcke. Foto: privat

«Dass ich in eine Partei eintreten will, weiß ich, seit ich 14 bin.» Mit 17 setzt sie den Plan um, entscheidet sich nach längerem Überlegen für die FDP. «Mir ist meine persönliche Freiheit am Wichtigsten und was ich vermitteln will, ist, dass man in diesem Staat selbstbestimmt leben kann und selbstbestimmt leben sollte.» Besonders wichtig sei ihr die Bildungspolitik, weil sie da als Schülerin auch besonders gut mitreden könne, sagt sie. Die Zersplitterung in 16 Bildungssysteme in 16 Bundesländern müsse überwunden werden.

Wird sie von Freunden nicht schief angeguckt, dass sie neben der Schule für die FDP für den Bundestag kandidiert? «Ganz ehrlich, am Anfang ja. Die FDP hat noch einen elitären Ruf, was ich natürlich gerade in meinem Freundeskreis entkräfte. Ich konnte sogar schon einige für unsere Positionen gewinnen.» In ihrer Freizeit liest Köcke gerne US-amerikanische Literatur, schreibt selbst Geschichten und trainiert Kampfsport, wie sie erzählt. dpa

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8 Kommentare

  1. Ich halte davon gar nichts.

    Das ist lediglich eine Anbiederung an jugendliche Wähler. Man behauptet, die damit mehr für Politik zu interessieren, was aber in all den Jahren nicht passiert ist.

    Über ein Gemeinwesen von 80 Millionen Menschen zu entscheiden, dazu gehört auch eine gewisse Reife und Lebenserfahrung. Es sollten eher nur Bewerber sein, die auch ein paar Jahre nicht nur Politiker waren!

  2. Eine 18-jährige Schülerin, die erst in 1 1/2 Jahren ihr Abitur in der Tasche hat, ist als mit fast 20 fertig. Das geht nur nach 13 Schuljahren, d.h. sie hat eine Ehrenrunde gedreht.

  3. Ich darf Sie korrigieren. Frau Köcke war aufgrund Ihrer sehr guten Leistungen für ein Auslandsjahr in Amerika. Tatsächlich ist Sie 1er-Schülerin und unter den drei besten Schülern der Oberstufe.
    Außerdem geht Sie nur noch ein Jahr zur Schule- Sie wird im Juni 2018 fertig sein. Eineinhalb Jahre waren hier doch sehr hoch gegriffen.

    • Danke. Ein Auslandsaufenthalt ist eine plausible Erklärung.

      Mit Listenplatz 6 auf der landesliste ist sie bundesweit auf platz 70-80, direkt gewählt wird sie wahrscheinlich nicht. Realistische Chancen sehen anders aus.

  4. Sei es, wie es sei. Was bringt 80 Millionen eine „Volksvertreterin“, die das Leben noch nicht kennt – was sie natürlich selber so nicht sieht (hätte ich in diesem Alter auch nicht eingesehen). Es ist blinder Aktionismus in dem Glauben, dass junge Leute eher junge Leute wählen bzw. weil man sich einen jugendlichen Anschein geben will. Am besten wirbt man noch auf Englisch für sie. Dann ist man ganz „up to date“.

    Alles in allem ist ein Zeichen für Oberflächlichkeit und eben nicht für seriöse Politik.

    • Die vielen alten Dummköpfe, die beispielsweise für die AfD kandidieren, zeigen ja wohl deutlich, dass Alter kein Kriterium für politischen Sachverstand ist. Das Parlament soll doch die Bevölkerung in ihrer Vielfalt abbilden – und von vielen der Beschlüsse, die der Bundestag trifft, sind gerade die Jüngeren betroffen. Also sollen sie auch mitbestimmen. Darüber hinaus: Wer junge Menschen an die Demokratie heranführen will, sollte ihnen auch Vorbilder bieten, die zeigen, dass Engagement etwas bringt – auch für Menschen diesseits der 60.

      Wir wollen doch Politiker haben, die nicht abgehoben sind. Da haben wir hier mal eine – und dann wird auch wieder nur gemeckert.

      • Es ärgert mich, dass Sie Ihren Beitrag mit einer Beleidigung beginnen. Zwar weiß ich, wenn es gegen Rechts geht, zählt es nicht als Beleidigung, aber Achtung gegenüber Andersdenkenden ist, meine ich, eine allgemein gültige Tugend.
        Bei Politikern sind mir Sachverstand und Reife wichtig, Nichtabgehobenheit kommt erst in zweiter Linie. Ich würde dem FDP-Mädchen raten, sich erst mal in der SV oder im Studentenparlament zu engagieren. Aber ich würde nicht meckern, sondern die Wähler entscheiden lassen.

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