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Gegen den Mangel auf dem Chefsessel: Landtag in NRW beschließt mehr Geld für Haupt- und Grundschulleitungen

NRW will dem Schulleitermangel an Grund- und Hauptschulen mit einer besseren Bezahlung entgegenwirken. Die Bezüge der Rektoren von Grund- und Hauptschulen werden rückwirkend zum 1. Januar auf die Besoldungsstufe A 14 angehoben. Das hat der Landtag beschlossen. Für einen Schulleiter, der bisher in die Besoldungsstufe A 13 eingestuft war, bedeute das beispielsweise eine Gehaltserhöhung um rund 450 Euro brutto im Monat, sagte eine Sprecherin des Schulministeriums am Donnerstag. Das Land kostet die bessere Bezahlung der Schulleiter ca. 11,6 Millionen Euro im Jahr.

An den Grund- und Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen sind mehrere hundert Leitungsstellen unbesetzt. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sagte, die Höherstufung sei ein «Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung». Sie solle dazu beitragen, «die Motivation zur Übernahme von Leitungsfunktionen zu stärken».

16 Kommentare

  1. Das ist folgerichtig. Wenn alle A 13 bekommen, müssen Schulleiter natürlich A 14 erhalten.

    Bald werden die Gymnasiallehrer es ungerecht finden, wenn sie für das Mehr an Arbeit und Aufwand genauso viel verdienen wie ein Grundschullehrer. Dann werden sie auch A 14 haben wollen. Dann werden die Schulleiter A 15 verlangen usw.-usf.

    Das blinde Investieren in Gehaltserhöhungen statt in wirkliche Entlastungen bringt also langfristig gar nichts, sondern kommt den Staat immer teurer und teurer. Dann wird wo möglich “outgesourct” (ausgelagert) ins Private, wo alle dann für die gleiche Arbeit 1/3 weniger verdienen.

    (Manche wissen gar nicht, wie gut sie es im ÖD haben!!!)

    • *wo möglich = wo es möglich ist, nicht “womöglich” = vielleicht !!!

    • Nee, dafür gibt es A13Z – wobei sich die Zulage nach der zahl der Schüler richtet.
      Im Prinzip aber ist die Forderung nach A14 für leiter bon GS und HS berechtigt, bekommen Gesamtschulodirektoren als Abteilungsleitungen doch ebenfalls A14.

    • @sofawolf: Wer sagt, dass Gymnasiallehrer ein “Mehr an Arbeit und Aufwand” aufbringen? Diese These müssen Sie mir bitte mal erklären!

      • Klassenarbeit Grundschule gestellt und korrigiert in maximal drei zeitstunden. Mehr als 5 min korrektur pp halte ich für unmöglich oder man macht etwas falsch.

        Klausur oberstufe korrigiert in mindestens zehn zeitstunden zzgl. Stellen (20 sus à nur 30 min korrektur pp).

        • @xxx: Vielleicht habe ich Sie ja falsch verstanden, aber wenn Sie die These vertreten, dass die Korrektur einer GS-Klassenarbeit grundsätzlich in 5 Minuten zu erledigen ist, kann ich diese Meinung nicht teilen. Textproduktionen im Fach Deutsch, als Beispiel, umfassen durchaus mehrere DIN A4-Seiten, zudem ggf. noch Planungsskizzen und Vorschriften. Ein solcher Text wird dann in der Regel im Bereich “Sprachgebrauch” und “Rechtschreibung” getrennt voneinander anhand umfassender Bewertungskriterien beurteilt. Wenn man dann alles richtig macht (…), benötigt das mehr Zeit als die angeführten 5 Minuten.

          Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass Sek. II – Lehrer natürlich mehr Zeit für das Korrigieren von Klausuren aufbringen müssen, ja…wenn wir aber schon von Büroarbeit reden: Schreiben die Oberstufenkollegen auch regelmäßig Förderpläne (auf Grundlage einer umfassenden Förderdiagnostik) und das nicht nur für die mittlerweile zahlreichen Inklusionskinder? Wie viele Sek. II – Lehrer haben eine Klassenleitung und schreiben ein-/zweimal im Jahr ein Zeugnis, das über mehrere Seiten die Lernentwicklung eines Kindes in jedem (!) Fach dokumentiert? Und wie sieht es mit der Schulentwicklungsarbeit an kleinen Systemen aus? Das Qualitätstableau NRW gibt einen Überblick, was Unterrichts- und Schulqualität so ausmacht. Diese Arbeit muss an Grundschulen genauso “erledigt” werden, in der Regel aber mit deutlich weniger Personal.

          Ich wäre halt mit Pauschalurteilen etwas vorsichtiger…

          • Wenn es um deutsch geht, dann fallen 1-2h pro oberstufenklausur an. Der kriterienkatalog aka erwartungshorizont gehört zum stellen der klassenarbeit. Insofern dürften aber 10 min in der grundschule reichen.

        • Grundschule darf man nicht vom Fachllehrerblick her betrachten. Die Vor- bzw. Nachbereitungszeit kann nicht allein an Klassenarbeiten festgemacht werden. Wir in Bayern z.B. schreiben in Klasse 3/4 schon eine beträchtliche Anzahl an Arbeiten (Proben genannt). In Klasse 4 fallen ca. 40 Proben pro Schuljahr (wir müssen ja erstmal in der Haupfächern bis April 22 Arbeiten geschrieben haben) für einen Klassenlehrer an, der – wie es so üblich ist – nahezu alle Fächer pro Klasse unterrichtet. Auch in dem Fach Englisch werden Tests ohne Noten, aber mit Punkteverteilung geschrieben. In der 3. Klasse sind es etwas weniger. Selbstverständlich sollte sein, dass man nicht mehr dieselben Arbeiten aus den Vorjahren schreibt, denn im Zeitalter des Kopierens und Scannens werden die Arbeiten der Vorjahre gerne zum Üben unter einigen Eltern ausgetauscht. Zudem werden mindestens einmal im Schuljahr ausführliche Zeugnisberichte geschrieben; zum Halbjahr ist der Zeugnisbericht durch die zeitlich etwas geringeren zu sehenden Lernentwicklungsgespräche (ca. 1 – 1,5 Stunden pro Schüler mit Vorbereitungen) ersetzt.
          Die Regel ist, dass der Klassenlehrer nahezu alles unterrichtet und er in allen Fächern seine Arbeit hat. Außerdem hat er in der Grundschule verstärkt Dokumentationszwang, muss wie oben erwähnt Förderberichte schreiben, muss verstärkt differenzieren, was viel an Vorbereitungsarbeit kostet. Fast alle Grundschullehrer schauen sich nach dem Unterricht fast jede Hausaufgabe und schulische Arbeit an, gerade weil in der Grundschule die Grundlagenarbeit so wichtig ist. Bei mir sind das täglich ca. 1 – 2Stunden, die zu den anderen außerunterrichtlichen Arbeiten (Vorbereitung/ Nachbereitung/ Gespräche/Dokumentation /Organisatorisches usw.) dazukommen.
          Ich könnte die Aufzählung weiter fortsetzen – doch ich glaube, die außerunterrichtlichen Arbeiten, die ein Grundschullehrer zu leisten hat, sind in verschiedenen Kommentaren und Artikeln immer wieder erwähnt wordenund in Erhebungen bestätigt worden.
          Vieles davon trifft übrigens auch auf Hauptschullehrer zu, die viele Fächer unterrichten.

  2. Hier geht es zunächst nur um die Leiter. A13 für alle hat damit erstmal nix zu tun. M. E. ist eher das Gegenteil der Fall. Wenn man A14 statt 12 bekommt bekommt man eben auch 2 Sack Kohle mehr für erheblich mehr Stress, somit wird lediglich das Abstandsgebot eingehalten. Wer will es schließlich für nur eine Stufe mehr machen? An anderen Schulformen sind es sogar bis zu 3 Stufen: Rs A12-15 und GyGe A13-16 Den Mangel bekämpft man nur mit einem bedeutsamen Mehrwert. Wenn ich schon A13 hab würde ich keine Schule für A14 leiten wollen…

  3. @ AB,

    nein, muss ich nicht. 🙂 Weil wir sie schon dutzendfach auf diesen Seiten diskutiert haben. Dabei wurden auch Untersuchungsergebnisse präsentiert.

    Einsehen werden Sie es sowieso nicht. Sie werden nur Gegenargumente formulieren, die wir alle schon kennen und gegen die wir dann unsere Gegenargumente vorbringen. Och nö, das hatten wir hier schon soooo oft.

  4. @sofawolf: “Einsehen werden Sie es sowieso nicht. Sie werden nur Gegenargumente formulieren, die wir alle schon kennen und (…)” Puh, so kann man natürlich auch eine Diskussion führen…hoffentlich sind Sie kein Lehrer.

  5. @ AB, wer weiß, wer weiß …

    Nutzen Sie einfach die Suchfunktion. Sie werden etliche Argumentationen dazu von mir und anderen finden. Es ist für viele hier ermüdend, immer wieder das Gleiche zu schreiben und zu lesen.

    Und seien Sie nicht gleich eingeschnappt, dass Sie als Neuling nicht die gebührende Aufmerksamkeit bekommen. Ich habe nicht die Leidenschaft, hier jeden überzeugen zu wollen und schon gar nicht die Illusion, dass ich das schaffen könnte. 🙂

    • @sofawolf: Jaja…die vermeintlichen Platzhirsche. Tauschen Sie doch einfach Ihre Argumente aus bzw. verweisen nüchtern auf vorangegangene Diskussionsrunden. Und falls Sie tatsächlich Lehrer/in sind, rate ich Ihnen dringend zu einer Fobi im Bereich “Kommunikation”! 😉

  6. Viel mehr ärgert es mich ja, dass es dieses «Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung» nur für Schulleitungen gibt. Warum wurden die Konrektoren dabei völlig außen vor gelassen? Ist ihre Arbeit es nicht wert, anerkannt und wertgeschätzt zu werden? Da gibt es mindestens genauso viele unbesetzte Stellen, weil keiner diesen Job für ein paar wenige Entlastungsstunden machen will/kann.

    • @Marie: Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu…eine Konrektorin/ein Konrektor an einer Grundschule muss sich mit A12Z begnügen, erhält also im Vergleich zu den restlichen KollegInnen eine überschaubare Amtszulage von etwa 150,00 € (brutto). Zum Vergleich: Ein “normaler” Studienrat wird mit A13Z und ein Oberstudienrat sogar mit A14 vergütet. Besonders brisant wird es dann, wenn die Konrektorin/der Konrektor die Schulleitungsaufgaben alleine bewältigen muss, da die Stelle der Rektorin/des Rektors nicht neu besetzt wird. Leider ist das gängige Praxis.

      • Bei uns läuft es für das Land noch preiswerter. Unsere Konrektorenstelle teilen sich zwei Kolleginnen kommissarisch, sprich ganz ohne Zulage…

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