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Auch Väter leiden unter dem Auszug der Kinder

FLENSBURG. Wer heute einige der zahllosen Vatertagstouren in Wald und Flur mitbekommen hat, mag es kaum glauben: Doch auch Väter kommen oft nur schlecht damit zurecht, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Das sogenannte Empty Nest Syndrom kann lange anhalten und im schlimmsten Fall zu schweren Depressionen führen.

Das Schuljahr steht kurz vor dem Abschluss und damit werden bald wieder zahlreiche Jugendliche das elterliche Nest verlassen. Der landläufigen Vorstellung entsprechend leiden darunter besonders die Mütter. Doch der Auszug des letzten verbliebenen Kindes nimmt Väter genauso mit wie Mütter. Besonders leiden einer neuen Studie zufolge arbeitslose Frauen, wenn der Nachwuchs flügge wird. Fachleute sprechen auch vom «Empty Nest Syndrome» (dt.: Leeres Nest Syndrom). Auch unverheiratete Eltern, etwa geschiedene oder getrennt lebende, seien eher betroffen – egal welchen Geschlechts, wie Wissenschaftler von der Europa-Universität Flensburg und der britischen Staffordshire University zum Vatertag schreiben.

Auch Männern geht es sehr nahe, wenn der Nachwuchs flügge wird. Foto: RitaE/pixabay (CC0 Public Domain)

(Doch) auch Männern geht es sehr nahe, wenn der Nachwuchs flügge wird. Foto: RitaE/pixabay (CC0 Public Domain)

Die Forscher haben für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Daten von mehr als 1800 betroffenen Müttern und Vätern in Deutschland aus den Jahren 1984 bis 2014 ausgewertet. Verheiratete scheinen demnach besser damit zurecht zu kommen, wenn das letzte Kind den Haushalt verlässt.

Am meisten habe ihn überrascht, wie stark die Lebenszufriedenheit im Jahr nach dem Auszug der Kinder sinken könne, sagte Alan Piper von der Uni Flensburg. Das Empty Nest Syndrome könne so schwerwiegend werden, dass sich daraus Depression entwickeln könnten. Betroffenen könne es helfen, mit einem Vertrauten über das Thema zu sprechen. Vielleicht bräuchten Männer mehr Mut, sich zu öffnen und nicht im Stillen zu leiden. (dpa)

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